Kruttschnitts "Strange!" ist ein Erlebnisbericht über ihr Leben als Reporterin für den "Stern" in L.A., erinnert in seiner Form jedoch stark an einen typischen Frauenroman à la Susanne Fröhlich: leicht oberflächlich, dabei jedoch witzig und voller menschlicher Schwächen und Absurditäten.
Es gibt ein paar stereotype Charaktere, die sich kontinuierlich durch das Buch ziehen. Da wäre zum einen Tom, der letzte Hippie Amerikas, sein Kumpel Phil, ein leichtlebiger Handwerker, der, obwohl verheiratet, ständig auf der Jagd nach Frauen und Wildschweinen ist, Beverly, eine typische, gut-betuchte Amerikanerin und natürlich die Autorin selbst. Hinzu kommen die Interviewpartner Kruttschnitts - Pornostars, bekehrte Gang-Mitglieder, Star-Köche - und Kruttschnitts Nachbarn, Freunde und Bekannte.
Die Personen, denen Kruttschnitt begegnet, sind nicht typisch amerikanisch, eher typisch für Los Angeles. Ihre Gespräche drehen sich um Stars, Schönheits-OPs, Villen und Haustierhaltung. Demzufolge bemüht sich die Autorin auch nicht um sachliche Distanz. Kruttschnitt will unterhalten, nicht belehren und sie macht ihre Sache gut.
Die Kapitel sind kurz(weilig) und mit Illustrationen aufgepeppt. Sie enden stets mit Kruttschnitts Freund Tom, dem Hippie, der es schafft, die uns fremd erscheinende Lebensweise seiner Landsleute wieder ins rechte Licht zu rücken, während er in der warmen Abendsonne L.A.s sein Cannabispflänzchen gießt.