Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gelingen der Rezepte:
* Ein Asia-Laden in der Nähe, um die notwendigen Zutaten einzukaufen (alternativ kann man sie natürlich auch über's Internet beziehen)
* Eine gut ausgestattete Küche mit den unterschiedlichsten elektrischen Geräten (z.B. Entsafter, Fleischwolf, Moulinex, Stabmixer, etc.)
* Kochkenntnisse
Formales:
* Klare, transparente Gestaltung
* Pro Seite ein Gericht, teilweise (nicht immer) mit farbigem Bild auf Nebenseite.
* Die Rezepte sind in der Regel (Ausnahmen sind mir nicht aufgefallen) für 4 Personen gedacht.
* Inhaltsverzeichnis zu Beginn des Buches
* Register am Schluss des Buches
* Stimmungsvolle Bilder und Informationen rund um die Sansibar (nicht zu viel; der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den Rezepten)
Auffallend:
* Einerseits relativ einfache, bodenständige Rezepte (z.B. Knusperschupfnudeln nach Großmutters Art), andererseits Aufwendiges, Exotisches (z.B. Dünen-Süppchen mit Estragon-Algen-Landschaft)
Positiv:
+ Querverweise mit Seitenangabe
+ zusätzliche Tipps unter den Rezepten
Verbesserungsfähig:
- Teilweise oberflächliche, unzureichende Beschreibungen
- Keine fotografische Darstellung von Arbeitsschritten, die möglicherweise für Privat-Köche ungewöhnlich sind
- Teilweise möglicherweise falsche Mengenangaben (anders ausgedrückt: manche Portionen fallen etwas klein aus)
- Teilweise Verwendung von Konserven und ähnlichem
DER INHALT ist wie folgt gegliedert (jeweils mit ein paar Beispielen):
* AM STRAND UND UNTERWEGS: Hummer mit Chili auf einem Bett aus Vanilleschoten, Crab Cakes mit Feldsalat und Grapefruits, ...
* MIT DEN DÜFTEN ASIENS: Teriyaki vom Lachs in Ingwer-Zitronengras-Marinade, Süß-pikanter Glasnudelsalat mit Pilzen und marinierten Gemüse, Maishuhnbrust mit Honig-Sesam-Kruste, Knuspergambas in Sushirolle ...
* SEHR EXOTISCH: Krabbenpfannkuchen mit Koriander, Petersilie und Thymian; Schweineröllchen auf Tomatenragout; Milchlammschulter indische Art mit Kartoffeln ...
* FÜR TIEFE TELLER: Möhrensuppe mit Ingwer und Orangensaft, Spicy Muschelsuppe mit Zitronengras und Ingwer, Bretonische Fischsuppe mit Safran und Estragon, Selleriesuppe mit Kartoffeln und Lauch, Schwarzwurzelsuppe mit Muskat und Zitrone ...
* SANSIBAR SPECIAL: Gebratene Gambas in Melassesauce, Nori-Fettucine mit Jakobsmuscheln und Cabanossi, ...
* UNSERE LIEBLINGSDIPS: Asiapaste, Himbeeressigsauce, Erdnusssauce, Teriyaki-Sauce ...
* HERZHAFTE BEGLEITER: Asiatischer Gurkensalat (u.a. mit Wasabipaste), Gebackene Oliven, Gebratener Chinakohl, Knusperschupfnudeln, ...
* SÜßES VON SYLT: Schokoladentrüffeltarte mit Vanillearoma, Crêpes Sliwowitz mit Pflaumenmusfüllung, ...
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Und noch ein paar Bemerkungen zu den auffälligsten Besonderheiten dieses Buches:
AUSWAHL DER REZEPTE: sehr viele Rezepte sind für mich nicht realisierbar, weil a) kein Asialaden in der Nähe ist und b) Bestellungen im Internet von kleinen Mengen in der Regel unverhältnismäßig hohe Versandkosten nach sich ziehen. Dasselbe gilt für sonstige exotische Zutaten wie z.B. Paspiere-Algen (98), LimettenBLÄTTER (61), etc. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Rezepte mit diesen Zutaten eher als Werbung und weniger zum Nachkochen gedacht sind.
Dennoch gibt es noch so Einiges, das sich durchaus realisieren lässt. Man muss nur etwas blättern. Insbesondere die Suppen haben es mir angetan.
MENGENANGABEN: Ein Mit-Rezensent hat ja bereits die 50g Kirschtomaten auf S. 50 erwähnt, die für 4 Personen ausreichen sollen. Ähnlich irritierend sind die 2 (ZWEI!) Red-Snapper Filets à etwa 200g auf Seite 85, die ebenso für 4 Personen ausreichen sollen. Leider steht im Rezept nicht, dass man diese Filets trennen soll, auf dem Bild ist auch nur ein Filet als Ganzes zu sehen. Meiner Meinung nach handelt es sich in diesen Fällen ganz klar um FEHLER.
Des Weiteren ist jedoch auffallend, dass es auch sehr viele Rezepte gibt, bei denen nur geringe Mengen von Fisch oder Fleisch verarbeitet werden, die meiner Meinung nach keineswegs SÄTTIGEND sind für 4 Personen. Vermutlich handelt es sich hier jedoch eher um Vorspeisen. Es steht nämlich z.B. ein Schmor-Schweinebauch mit 1,8kg Fleisch gleichberechtigt nach Jakobsmuscheln (insgesamt 20 Stk. mit 100g Baby-Spargeln). Oder ein Gericht mit 2kg Lachs steht nach der Blätterteig-Pizza, die mit NUR 200g Blätterteig und 8 roten Chicoréestauden erstellt wird. Wie von letzterem 4 Personen satt werden sollen, ist mir rätselhaft. MÖGLICHERWEISE wäre es sinnvoll gewesen, das Buch ganz KLASSISCH nach Vorspeise, Hauptgericht und Dessert ZU GLIEDERN, anstelle von den oben genannten Kategorien.
REZEPTBESCHREIBUNG: Bei manchen Beschreibungen haben meine kleinen grauen Zellen gehörig geraucht. Manchmal wusste ich gar nicht, wie ich die Arbeitsschritte durchführen sollte. Ein Beispiel von Seite 163 (Schoko-trüffel-Tarte): "Die restliche Kuvertüre mit der restlichen Butter im Wasserbad schmelzen und so lange abkühlen lassen, bis man sie zu Schokoröllchen drehen kann." Wäre schön gewesen, wenn Herbert Seckler auf einem Bild gezeigt hätte wie das Drehen gehen soll. Hab ich nämlich noch nie gemacht. Meine Lösung für ähnlich Ratlose: Kuvertüre einfach oben drauf auf die fertig gebackene Tarte und glattziehen.
ASIATISCH - ein paar willkürliche Beispiele: Taandoripaste (44), Garam Masala und Korma (78), Wasabipaste (85), Nori-Blätter (115), eingelegter Ingwer (138), gelbe thailändische Currypaste (138), ...
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Mein Gesamteindruck:
Ehrlich gesagt bin ich von der asiatischen Komponente überrascht worden. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. In der Vergangenheit war ich immer auf orientalisch-arabische Speisen einerseits und die europäische Küche andererseits fokussiert. Da ich jedoch insbesondere Ingwer und Currys mag, macht das Experimentieren mit den Rezepten in diesem Buch Spaß. Abstriche siehe oben.