Die 2. Roxy Music muss ohne das Musik-Genie Brian Eno auskommen, ist aber der ersten CD der Band trotzdem überlegen.
Dadurch das Eno aus der Gruppe verschwunden war, konnte Roxy Music, die auf der Bühne schon immer von Bryan Ferry dominiert wurden, sich auf die Texte konzentrieren, statt sich in minutenlangen Soundexperimenten zu ergehen, die häufig auch daneben gingen (Stichwort : "The Bob").
Die CD beginnt mit dem famosen "Street Life", dass beim ersten hören wie ein kommerzieller Pop Song klingt, bis man das Mellotron und die Gitarrensoli (im Chorus!) heraushört. "Just like you" ist eine Vorrausschau auf die Solo-Karriere von Ferry.
"Psalm" weisst Ähnlichkeiten mit "Remake-Remodel" vom Debüt der Band auf, ist aber (leider) weniger chaotisch, aber dafür mit Streichern im Hintergrund.
Die besten Songs kommen gegen Ende, "A Song for Europe", ist eine melancholische Ode an eine vergangene Liebe, teilweise auf Französisch gesungen, während "Mother of Pearl", was Tempo- und Rhytmus-Wechsel angeht das Magnum Opus auf dieser Roxy-CD ist.
Obwohl mir persönlich die beiden folgenden Roxy CDs "County Life" und "Siren" besser gefallen, wird jeder Roxy Music Fan, und jeder der Interesse an Glam und Progressive Rock hat, diese CD sehr mögen.