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Actionfilme aus deutschen Landen hatten bislang keinen guten Ruf. Flopps wie
Cascadeur - Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer oder selbst erfolgreiche TV-Serien wie
Alarm für Cobra 11 sind nichts anderes als auf Zelluloid verewigte Jahrmarktsveranstaltungen. Es kracht und knirscht wie in einem Crash-Rennen, das auf einer ehemaligen Kohlekippe durchgeführt wird. Nur -- was haben wir als Zuschauer von den schönsten Krach-Bumm-Szenarien, wenn die Geschichten, die um die Pyrotechnik herum gestrickt werden, weniger wert sind als das Papier auf dem sie gedruckt stehen? In den 80er Jahren mögen wir gejauchzt haben, wenn es krachte und knirschte. Doch heute braucht Action eine Geschichte. Sonst bleibt das Szenarium seelenlos und kalt.
Straight Shooter ist im Reigen deutscher Actionproduktionen eine lobenswerte Ausnahme. Da seien zuerst einmal die rein handwerklichen Aspekte angesprochen. Wo andere Produktionen rein visuell aussehen, als hätten die Macher von Derrick sich an Action versucht, ist die Kamera eine der Hauptdarsteller dieser Produktion. Unterlegt werden die einzelnen Szenen darüber hinaus von einem überraschend saftigen Soundtrack, der mal klassisch-orchestral, mal direkt aus dem Computer daher kommt, was in dieser Form bislang in der Perfektion, in der die verschiedenen Stile sich abwechseln und doch ergänzen, tatsächlich nur aus US-Produktionen bekannt ist.
Die Handlung ist einfach erzählt: Ein Vater (Heino Ferch), dessen Tochter an Leukämie gestorben ist, glaubt, dass die Betreiber eines nahegelegenen Atomkraftwerkes dafür die Schuld tragen. Da er zufällig ein ehemaliger Fremdenlegionär ist, fällt es ihm nicht weiter schwer, an Waffen zu kommen -- und die für den Tod seiner Tochter verantwortlichen Manager und Politiker einen nach dem anderen zu liquidieren. Um ihn aufzuhalten, wird sein ehemaliger Ausbilder (Dennis Hopper) nach Deutschland geholt.
Trotz der beliebigen Geschichte funktioniert der Film, da er eine Tugend der Actionfilme der späten 90er Jahre beherzigt: Die Hauptfiguren sind gebrochene Persönlichkeiten, die in ihrer Widersprüchlichkeit weder nur gut noch nur böse sind. Sie bewegen sich in dem Graubereich zwischen allen Fronten. So ist Heino Ferchs Elitesoldat kein blindwütiger Killer, sondern ein verzweifelter Mann, der einen Kampf verloren hat. Den Kampf gegen eine Politik, die es hinnimmt, dass Kinder sterben, solange der Profit stimmt. In seiner Verzweiflung greift er zu den Waffen. Egal, welche Konsequenzen sich daraus für ihn ergeben. Auf der anderen Seite ist Hopper ein Kriegsheld, der für den Westen in vielen Konflikten die Kohlen aus dem Feuer geholt hat -- der im Privatleben jedoch gestrandet ist und in London ein Bordell leitet, weil ihn die Gesellschaft, nachdem er sein Leben in ihren Dienst gestellt hat, nicht mehr haben wollte.
Die Geschichte der beiden Männer ist es, die Straight Shooter trägt und die Spannung des Filmes erzeugt. Die Action ist in diesem Fall nur das Sahnehäubchen, das den positiven Gesamteindruck abrundet. --Christian Lukas
Produktbeschreibungen
Nachdem Tod seiner Tochter will der straight Shooter nur noch eins: RACHE!
Bei der Fremdenlegion bekam er seinen Namen: Straight Shooter (Heino Ferch). Nun hat er sich zur Aufgabe gemacht, einen persönlichen Rachefeldzug gegen die Nuklearindustrie zu führen, denn seine Tochter starb an der Atomkrankheit Leukämie. 3 Menschen hat er bereits getötet. Jeden Tag soll ein weiterer folgen, solange der Reaktor ATAR II nicht abgeschaltet wird. Die Polizei ist machtlos. Nur sein ehemaliger Ausbilder, Frank Hector (Dennis Hopper), der aus London eingeflogen wird, könnte den Shooter noch überlisten. Es beginnt ein tödliches Rennen gegen die Zeit ...