Für viele beginnt mit dieser Platte offiziell der beliebte/gehasste Gangsta-Rap und ist somit als Blueprint zu betrachten. Fakt ist, hätte sich damals das FBI nicht eingeschaltet und das Album ungewollt populär gemacht, so müssten sich einige "Experten" hier eher "The Chronic" oder "Doggytsyle", oder von mir aus auch ein Ice T-Album als Gangsta-Rap-Grundstein wählen; denn wirklich außergewöhnlich ist hier überhaupt nichts, da kann man schön und stark reden wie man will. Zu dieser Zeit (also 1988/89) kamen ganz andere CDs heraus, die viel mehr Qualität bieten konnten.
Dre und Ice Cube halte ich für talentierte Interpreten, allerdings wissen meiner Meinung nach beide erst danach wirklich zu gefallen, Ice Cube bei seinem starken Solo-Debut und Dres Produktionen frühestens beim "The D.O.C."-Debut, spätestens bei N.W.A.s zweitem Album, welches musikalisch gesehen wesentlich zeitloser ist, als diese CD. Was die Mitglieder angeht, Ice Cube und MC Ren können gut rappen, viel mehr auch nicht (Ice Cube gefällt mir bei seinen Solos, vor allem bei seine ersten beiden, einfach wesentlich besser). Eazy-E hat seinen Style, aber hat wenige seiner Texte selber geschrieben, ebenso Dre, der aber eh für die Beats zuständig ist. Die richtig guten Produktionen kommen aber, wie erwähnt, erst später. Etwas lustig/merkwürdig finde ich seine (guten) Verse auf "Express Yourself", deren Inhalt er ab dann so nicht mehr von sich wiedergeben wird...
Auch wenn ich das Album etwas schlecht geredet habe, so handelt es sich um ein ordentliches Street-Album, mit anständigen Beats und guter Performance, es ist aber in meinen Augen weder der große Klassiker, noch ein Album, das fünf Sterne verdient hätte, denn dann wäre es so gut wie etwa "Enter The Wu-Tang" oder "Illmatic", oder von mir aus "The Chronic", und bei genauerer Überlegung ist es das einfach nicht. Durch die Aufruhr, die einige Hardcore-Tracks gemacht haben, ist diese Platte aber durchaus einzigartig und spielt zurecht eine wichtige Rolle in der Hip-Hop-Geschichte, weswegen ich grundsätzlich den Klassiker-Status nicht absprechen möchte/kann, ich beurteile hier mehr den musikalischen Aspekt und da haben Alben wie "It Takes A Nation...", "Strictly Business" oder "3 Feet High And Rising" eben einiges mehr zu bieten.