EUROGANG und PRIVATDETEKTIV FRANK KROSS
Kriminalrat Hager (Hellmut Lange) geht im Auftrag des Bundeskriminalamts mit einer Sonderkommission gegen international organisierte Bandenkriminalität vor. Er bekämpft alle Arten von Verbrechen, ermittelt gegen Mörder, Geldfälscher, Kunstdiebe, Bankräuber und Drogenhändler.
Der Sonderkommission gehören noch Kriminalkommissar Böttrich (Manfred Zapatka), Kommissar Possart (Til Erwig) sowie Kriminalkommissar Lerch (Elert Bode) an. Deren Vorgesetzter ist Dr. Grommer (Alf Marholm).
Am 24. September 1975 lief mit KEINE BEWEISE FÜR MARTELLAN" die erste Folge von EUROGANG" in der ARD. Danach liefen die weiteren fünf Folgen der Krimi-Serie monatlich bis am 11. Februar 1976 mit URLAUB FÜR HARRY KRAUSCH" die letzte 60minütige Folge gesendet wurde.
Die Idee zur Serie hatte Detlef Müller (1929-2009), der auch Drehbücher für Serien wie Der Alte, Ein Fall für Zwei" oder Siska" verfasste.
Eigentlich sollte Günther Ungeheuer die Rolle des Kriminalrats Hager spielen, der zog sich jedoch bei den Dreharbeiten einen Fersenbeinbruch zu und fiel für die Serie aus, so dass Hellmut Lange die Rolle schließlich übernahm.
Ziel der Autoren der Seri war es, die Teamarbeit der Ermittler in den Vordergrund zu stellen, wie es auch im richtigen Leben der Fall ist. Auch die Gastauftritte waren mit Schauspielern wie Günther Stoll, Wolfgang Preiss, Sky Dumont, Claus-Theo Gärtner, Klaus Löwitsch, Hans Brenner, Hans-Peter Hallwachs, Peter Kuiper, Walter Rilla, Ingeborg Schöner, Eva Pflug oder Dieter Eppler hochkarätig besetzt.
PRIVATDETEKTIV FRANK KROSS
Der 46jährige Polizist Frank Kross (Siegfried Wischnewski) hat nach 20 Jahren im Polizeidienst genug von der bürokratischen Arbeit und den bürokratischen Hürden, quittierte seinen Dienst und machte sich danach als Privatdetektiv selbständig.
Bei seinen Fällen, die ihn u. a. auch nach Italien oder Tunesien führen, erhält er Unterstützung von seiner achtzehnjährigen Nichte (Kristina Nel), die Jura studiert, von Rechtsanwalt Dr. Grabow (Hellmut Lange) sowie von Kommissar Eberle (Wolfgang Amerbacher).
Am 4. April 1972 startete mit TOD IN NEAPEL" die erste Folge der Krmi-Serie im Vorabendprogramm der ARD.
In Neapel hat der Exportkaufmann Christian Zolling laut dem Bericht der Polizei Selbstmord begangen. Am Tatort stellt Privatdetektiv Frank Kross jedoch fest, dass der habgierige Teilhaber den Unternehmer Zolling von einem Mörder umbringen ließ.
Für die Drehbücher der Serie war Bruno Hampel verantwortlich, der seine Geschichten nach Unterlagen der Polizei verfasste, und der bereits die Drehbücher für die Krimi-Serien Kommissar Freytag" sowie Privatdetektiv Harry Holl" verfasst hatte.
Regie in allen 13 Folgen der Serie führte Erich Erich Neureuther, der eine Krimi-Serie drehen wollte, die ganz ohne Gewalt auskommt, was ihm auch durchaus gelungen ist.
Neben Siegfried Wischnewski (1922-1989) als Titelheld ist der Schauspieler Wolfgang Amerbacher als Kommissar Eberle zu sehen, der zwei Tage nach Beendigung der Dreharbeiten Selbstmord beging.
Am 27. Juni 1972 lief mit DER STILLE TEILHABER", die 13. und letzte Folge der Serie PRIVATDETEKTIV FRANK KROSS" im Vorabendprogramm der ARD.
Fazit: Der Serie EUROGANG" gelingt es durch die jeweils 60minütigen Episoden die Spannung geschickt auf- und auszubauen. Auch die Hauptdarsteller der Serie, allen voran Hellmut Lange, wirken authentisch, so dass EUROGANG" schon aus diesem Grund eine sehr sehenswert ist.
Warum die spannende Krimi-Serie, die zudem ein großes Potential aufweist, nicht fortgesetzt wurde, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Es könnte aber damals durchaus daran gelegen haben, dass die Serie durch ihre monatliche Ausstrahlung nicht stark genug im Gedächtnis der Fernsehzuschauer haften blieb und damit der Erfolg der Serie ausblieb, um eine weitere Staffel zu drehen.
Es könnte aber auch von Anfang an von der ARD geplant gewesen sein, nur sechs Folgen von EUROGANG" zu drehen. Aus welchen Gründen auch immer.
In PRIVATDETEKTIV FRANK KROSS" spielt SIEGFRIED WISCHNEWSKI den Privatdetektiv durchaus akzeptabel, kann aber leider sein Potential als Schauspieler nie so recht ausschöpfen, wie es ihm in vielen anderen Rollen ausgezeichnet gelungen ist.
Das liegt vermutlich auch daran, dass die 25 Minuten pro Folge einfach zu kurz waren, um die rechte Spannung zu erzeugen und der Figur den nötigen Spielraum zu geben, um sich zu etablieren. So liegt nicht immer in der Kürze die Würze, denn alles in allem wirken die Episoden der Krimi-Serie etwas abgehakt.
Im Gegensatz zum interessanten Vorspann von PRIVATDETEKTIV FRANK KROSS" ist die ,Titelmusik` dagegen nicht gerade der Bringer und hinterlässt auch keinen bleibenden Eindruck. Von einem ,Ohrwurm`, wie bei der ersten Staffel von Cliff Dexter" kann daher keine Rede sein.
Alles ist PRIVATDETEKTIV FRANK KROSS" zwar kein Cliff Dexter, die Serie ist aber allein schon wegen dem Schauspieler Siegfried Wischnewski sehenswert, der das Beste aus seiner Rolle macht.