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Der sterile Flur eines öffentlichen Gebäudes. Die Kamera fährt langsam aber gezielt auf ein Schild zu. Es enthält die Aufschrift "Kriminalmuseum". So beginnt jede Folge dieser Erfolgsreihe. Eine Sprecherstimme sagt: "Nicht jeder darf, so wie wir das jetzt tun, eines der Kriminalmuseen betreten, die sich im Polizeipräsidium einiger deutscher Großstädte befinden..." Beweisstücke stehen dort zur Schau, die von skurrilen und grausigen Verbrechen zeugen: Die hier ausgestellten Einbruchswerkzeuge, Gangsterrequisiten, Waffen und Mordinstrumente standen einmal im Mittelpunkt eines Verbrechens", erklärt die Stimme.
Ich fühlte mich bereits von den beiden schon verlegten DVD-Boxen mit deren neunundzwanzig Folgen des TV-Kults "Das Kriminalmuseum" aus den Sechzigern, bestens unterhalten. So musste ich auch nicht lange überlegen, bis ich mich dazu entschloss, mir auch die nun hier vorliegende dritte Box, mit sechs weiteren DVDs und den Folgen 30 bis 41 zuzulegen.
Es ist einfach nur schön, dass nun alle der insgesamt einundvierzig Folgen dieser von 1963 bis 1970 erstmals beim ZDF zu sehenden und auf einer Idee von Fernsehlegende Helmut Ringelmann (1926-2011) beruhenden Reihe zur Veröffentlichung auf DVD gekommen sind. Wie schon bei den neunundzwanzig Folgen zuvor entstanden auch die mit dieser Veröffentlichung zur Ansicht kommenden zwölf Episoden der Reihe "Das Kriminalmuseum", abermals im Auftrag des ZDF durch die "Intertel München".
Oft wird im Zusammenhang mit den offiziell bezifferten insgesamt einundvierzig für die Reihe "Das Kriminalmuseum" produzierten Folgen, durch Insider und Experten von noch einer weiteren existierenden, einer zweiundvierzigsten Episode mit dem Titel "Die Tauben" gesprochen. Als Bonus kommt von der sechsten DVD bei dieser Veröffentlichung der ca. 90 Minuten laufende und nach dem Buch und unter der Regie von Gerd Oelschlegel produzierte Film "Die Tauben", zur Ansicht. Dabei entstand dieser Film allerdings nicht wie die anderen 41 Folgen der Reihe durch die "Intertel München", sondern in Produktion durch die "Bavaria-Film".
Die jeweils zwischen 60 bis zu 75 Minuten laufenden zwölf offiziellen Folgen der Reihe erlebten ihre deutsche Erstausstrahlung vom Mai 1967 bis in den August 1970. Regie bei den hier zu sehenden dreizehn Folgen führten unter anderem Georg Tressler, Helmuth Ashley, Erich Neureuther, Jürgen Goslar, Wolfgang Becker, Dietrich Haugk und Rudolf Jugert. Die Bücher zu den einzelnen Folgen wurden von verschiedenen Autoren geschrieben, was der Reihe gut tat, da so immer wieder neue Ideen und Handlungsebenen mit in die Folgen einflossen.
Die einzelnen Folgen wurden mit immer wieder wechselnden Darstellern besetzt. Es gab also kein festes Ermittlerteam wie in einigen anderen Krimireihen. Dabei kommt hier bei "Das Kriminalmuseum" ein wahrhaftes Staraufgebot an den bekanntesten und beliebtesten Leinwand- und Fernsehgrößen jener Tage zum Einsatz. Namen wie die von Hannelore Elsner, Elisabeth Volkmann, Horst Tappert, Monika Peitsch oder auch Günter Pfitzmann, Walter Sedlmayr und Günther Ungeheuer, sind an dieser Stelle wirklich nur einige Beispiele aus der höchst prominenten Besetzungsliste bei dieser Produktionsreihe. Alle der hier so hervorragend aufspielenden Mimen zu nennen würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.
Die gezeigten Kriminalfälle zeigen sich insgesamt sehr glaubhaft und authentisch in Szene gesetzt. Sicher ein Grund mit dafür liegt in der Tatsache, dass die Drehbücher und die Serie sich in den in ihren Episoden behandelnden Fällen an originale Unterlagen der Kripo orientiert und hält. So geht es in den diesmal zu erlebenden Fällen u.a. um einen Sprengstoffanschlag, Versicherungsbetrug, einen Raubüberfall und diverse Morde. Aber auch um eine Einbruchsserie in einer Villengegend oder das Verhältnis einer Rechtsanwältin zum Kopf einer Einbrecherbande. Auch bei der hier vorliegenden dritten Box mit deren Folgen bleibt abermals auch nicht nur ein Augenblick Zeit für Langeweile. Dabei ist es wiederum schön, dass eine jede Folge in ihrer Handlung in sich abgeschlossen ist.
Auch wenn das farbig gestaltete Cover der Veröffentlichung im ersten Moment einen anderen Eindruck vermittelt, so kommen doch alle Folgen (außer die Bonusfolge "Die Tauben"), von den sechs DVDs dieser Veröffentlichung, im Schwarz-Weiß-Bild daher. Mit einer laut Cover angegebenen Gesamtlaufzeit von ca. 805 Minuten zuzüglich des Bonusmaterials präsentiert sich das hier zu erlebende Bild im Format 4:3 (1.33:1).
Natürlich darf und kann man von einer mehr als vierzig Jahre zurückliegenden TV-Produktion nun nicht ein Bild wie vom allerneuesten Kinofilm erwarten. So gibt es auch hier wieder qualitative Unterschiede zwischen den einzelnen Folgen. Im Gesamteindruck aber überrascht die für meinen Geschmack zumeist gute bis sehr gute zur Ansicht kommende Bildqualität der einzelnen Episoden, vor allem in Bezug zum Zeitpunkt der Entstehung der Filmaufnahmen, angenehm. Abermals haben hier die Techniker, bei der Bearbeitung des alten Filmmaterials und der technischen Umsetzung für die Veröffentlichung auf DVD, wirklich ganze Arbeit geleistet. Dennoch wird zu Beginn einer jeden DVD noch mit einer kurz zu sehenden Texttafel um Verständnis für Einschränkungen in der Bild- oder Tonqualität gebeten.
Die Gestaltung der Menüs, bei den DVDs dieser Veröffentlichung, erfolgte wieder im Stil bereits zuvor innerhalb der Reihe "Straßenfeger" verlegter Boxen. Versehen mit einigen animierten Filmsequenzen und der im Hintergrund zu hörenden Titelmusik der Reihe von Musiklegende Martin Böttcher, zeigen sich die Menüs stimmungsvoll und gut bedienbar. Fünf der DVDs bei dieser Veröffentlichung bieten je zwei Episoden. Eine Ausnahme macht hier nur die fünfte DVD, welche gleich drei Folgen zeigt. Die einzelnen Folgen können direkt aus dem sich nach Einlegen der jeweiligen DVD in den Player öffnenden Menü heraus zur Wiedergabe gestartet werden. Die Möglichkeit alle Folgen einer DVD "am Stück", also ohne Unterbrechung abspielen zu können, besteht nicht. Ein Kapitelmenü wird nicht geboten, jedoch sind innerhalb der einzelnen Episoden einige Marker gesetzt.
Von fünf der DVDs bei dieser Veröffentlichung kommen Extras zur Ansicht. Gleich die erste DVD bietet unter dem Titel "Straßenfeger Phase III" mit einigen Trailern Informationen zu US-Remakes und Krimi-Spielfilmen. Die zweite wie auch die dritte DVD bringen Trailer zu weiteren Veröffentlichungen innerhalb der Reihe "Straßenfeger" zur Ansicht. Die vierte DVD bietet ein ca. 30 Minuten dauerndes und durch "fischer TV+Film" exklusiv für die "Straßenfeger-Edition" erstelltes Interview mit Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent Til Erwig. Von der sechsten DVD kommt als Bonus der bereits zum Anfang meiner Rezension erwähnte Film "Die Tauben". Dieser präsentiert sich dann, im Gegensatz zu den zwölf offiziellen Episoden über "Das Kriminalmuseum", sogar in Farbe.
Verpackt in einem den bisherigen Veröffentlichungen der Reihe passend gestalteten Pappschuber in Hochglanzoptik, finden in selbigen verteilt auf zwei Digipack die sechs DVDs dieser Box ihren Platz. In den beiden aufklappbaren ebenfalls aus Hartpapier und in Hochglanzoptik gefertigten Digipacks lagern in Klarsichteinlegern je eine DVD einzeln und zwei übereinander versetzt. Ein beiliegendes zwölfseitiges und farbig bebildertes Booklet gibt Infos über Cast und Crew. Zu jeder der zu sehenden Folgen von dieser dritten Box der Reihe finden sich kurze Inhaltsangaben und das Datum der Erstausstrahlung im Booklet. Ein Beileger informiert über die DVD-Veröffentlichungen der Boxen 1 bis 20 innerhalb der Reihe "Straßenfeger".
Tonbewertung
Wie schon bei der Beurteilung des Gesamteindrucks beim Bild darf man natürlich auch hier beim Ton nicht die mehr als vierzig vergangenen Jahre seit Entstehung der Aufnahmen vergessen. So dürfte wohl ein jeder das Verständnis für ein bisweilen mal zu hörendes Knacken oder auch etwas stärkeres Rauschen im hier zu Gehör kommenden Ton haben. Glücklicherweise sind diese zu akzeptierenden kleineren Mängel aber eher selten. Insgesamt kann der hier im Format Dolby Digital 2.0 Mono zu Gehör kommende Ton mit zumeist gut verständlichen Dialogen überzeugen. Schade, dass sich bei dieser sonst so gelungenen Veröffentlichung keinerlei Untertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose finden.
Gesamturteil
Wie schon von den beiden vorhergehenden Boxen mit deren neunundzwanzig Folgen des TV-Kults "Das Kriminalmuseum", bin ich auch von dieser dritten Box mit den letzten zwölf der insgesamt 41 produzierten Folgen begeistert. Alle drei veröffentlichten Boxen, der nunmehr kompletten Reihe über "Das Kriminalmuseum", haben einen Ehrenplatz in meinem DVD-Regal gefunden und werden sicher noch des Öfteren für spannende und mit zauberhaft nostalgischen Flair behaftete Krimizeit sorgen.
Schon die als Offstimme von Reinhard Glemnitz gesprochene Einleitung, im Vorspann einer jeden neuen Folge, bringt den unvergänglichen und einmaligen Charme, welcher dieser Reihe inne liegt in das heimische Pantoffelkino. Ein wahres Staraufgebot an den zur damaligen Zeit beliebtesten und bekanntesten Darstellern und abwechslungsreich gezeigte und erzählte Fälle, beruhend und erstellt auf Unterlagen der Kripo, überzeugen.
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