Während Krimi-Routinier Francis Durbridge nach Melissa (1966) ein Jahr Pause machte und erst wieder 1968 mit "Ein Mann namens Harry Brent" auf den Bildschirm kam, wurde zum alljährlichen Durbridge-Sendetermin Mitte Januar 1967 ein anderer Straßenfeger ausgestrahlt: "Der dritte Handschuh" - ein zweiteiliger spannender Krimireißer, der diesmal nicht in London sondern in Hamburg spielte und bei dem der Umfang und die Ausmaße des Verbrechens erst nach und nach zu Tage gefördert werden.
Das Drehbuch stammt von Stefan Murr. Dieser Name ist aber ein Pseudonym, das vom Autorenpaar Dr. Bernhard und Charlotte Horstmann verwendet wurde. Die beiden Autoren lieferten damit ihre erste Fernseharbeit ab, die allerdings bereits auf ihrem 1960 erschienen Kriminalroman "110-Hier Mordkommission" basierte. Die damalige Presse kündigte "Der dritte Handschuh" auch als Durbridge ähnlichen Straßenfeger an. Kein Zufall: hinter den Kulissen stand fast das gesamte Team, das auch für die Durbridge-Mehrteiler verantwortlich zeichnete. Für die Regie wurde Dr. Eberhard Itzenplitz verpflichtet, der hier- und da einen Ausflug ins Krimifach machte, Mitte der 60er drehte er "Hotel der toten Gäste" mit Joachim Fuchsberger, in den 80ern drehte er für "Der Alte" und selbst in den 90ern war er noch für die Krimireihe "Derrick" aktiv. Die gekonnte und spannende Musik lieferte Herrmann Thieme.
Der 2. Film in der Box, "Die Katze im Sack", basiert auf einem Krimiklassiker von James Hadley Chase (1906-1985) und wurde 1965 von Krimi-Altmeister Jürgen Roland verfilmt. Roland versammelte sowohl vor als auch hinter der Kamera seine Stammleute: Drehbuchautor Wolfgang Menge, Komponist Siegfried Franz, Kameramann Wolfgang Treu und die allesamt Krimierprobten Darsteller Renate Ewert, Heinz Engelmann, Karl Lieffen u.v.m.
Ich freue mich sehr, dass die "Straßenfeger-Edition" nicht nur die ohnehin jedem bekannten Klassiker vereint, sondern auch 2 rare Krimiperlen, wie diese beiden Reißer, in diese wirklich gelunge Sammlung aufnimmt. Verdient haben sie es allemal.