Aus der Amazon.de-Redaktion
Ende der 50er Jahre begann das goldene Zeitalter des deutschen Krimis, freilich mit tatkräftiger Beteiligung eines Briten. Francis Durbridge lieferte die Drehbücher für die meisten Krimis, die als Strassenfeger, quasi als deutsches Äquivalent zum amerikanischen Blockbuster, in die Fernsehgeschichte eingehen sollten. Unfassbare Einschaltquoten die sich regelmässig um die 90% einpendelten, bescherten der ARD einen unübertroffenen Wert und stürzten das Land in einen Ausnahmezustand. Die Strassen waren im wahrsten Sinne des Wortes leergefegt und der passende Begriff bezeichnete ein Phänomen, das als singuläres Ereignis in dieser Form nie wiederkehren sollte. Geschichten machten die Runde in denen von ganzen Wohn! vierteln berichtet wurde, deren Bewohner sich um einige wenige Schwarzweiss-Fernseher gruppierten. Die Durbridge Krimis blieben in ihrer Popularität bis Heute unerreicht und werden es schon aufgrund der vollkommen veränderten Fernsehlandschaft auf immer bleiben.
DerAndere, Tim Frazer, Melissa, Das Messer und vor allen Dingen Das Halstuch werden einer ganzen Generation an Fernsehzuschauern einen wohligen Schauer über den Rücken jagen. Es waren Fernsehhappenings, die weit über das hinausgingen, was wir heute von diesem manchmal anachronistisch anmutendem Medium gewohnt sind. Die Filme waren identitätsstiftende Ereignisse, in ihrer Wirkung am ehesten vergleichbar mit Fussball-Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Die Filme waren allerorten Gesprächsthema Nummer eins und die Begeisterung und Erwartungshaltung der Zuschauer lässt sich am ehesten mit dem Halstuch-Eklat beschreiben. Als der Kabarettist Wolfgang Neuss 1962! in einer Zeitung den Namen des Mörders bereits vor dem Ausstrahlungs termin verrät, handelt er sich diverse Morddrohungen ein und muss um sein Leben fürchten. Die Volksseele kocht und die Bild-Zeitung denunziert Neuss gar als Vaterlandsverräter. In der Rückbetrachtung sind derartige Auswüchse kaum mehr vorstellbar, aber die Strassenfeger hatten für die bundesrepublikanische Wirklichkeit tatsächlich eine wichtige Funktion. Für die Zeitzeugen ist die Edition sicherlich ein nostalgisches Wiedererleben lang vergangener Tage und für den Rest bietet die Sammlung ausgezeichnetes Anschauungsmaterial. Denn auch auf handwerklicher Ebene sind die Krimis einen Blick wert. ---Thomas Reuthebuch
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild wirkt zwar sehr sauber, da kein Rauschen auffällt, dafür aber geben sich die Schärfewerte in "Das Halstuch" recht schwammig. "Die Schlüssel" fällt schärfetechnisch etwas präziser aus, leidet aber stärker unter Dropouts.
Bild: Unübersehbar ist, dass die Produktionen schon eine Menge Jahre auf dem Buckel haben, denn die aufgeweichten Schärfewerte (Mann in Tür, 00:02:50, "Das Halstuch", Teil 1) lassen keine Illusionen zu. Immerhinn zeigt das Schwarzweißmaterial eine breite Palette an Grautönen auf, die nur leicht in Bräunliche tendieren. Kanten neigen leider zum Ausbrennen, dafür aber ist erfreulicherweise kaum Rauschen zu beobachten, was verhindert, dass das Bild schmutzig wirkt. "Die Schlüssel" enthält deutlich mehr Dropouts und Kratzer als das relativ saubere "Das Halstuch". Vor dem Vorspann wird sich für die Bildqualität entschuldigt.
Ton: Ein recht hübscher weil in sich ruhender Mono-Ton prägt den akustischen Eindruck der DVDs. Sämtliche Sprachsignale klingen rein und gut gesättigt. Kein Hintergrundrauschen stört das Klangbild. Musik passt sich stets harmonisch in das akustsiche Geschehen ein. Schon vor dem Vorspann wird sich für Einschränkungen in der Tonqualität entschuldigt.
Extras: Die Extras teilen sich folgendermaßen auf: Auf den Discs zu "Das Halstuch" gibt es eine Vorschau (3:42 Min.) und das Featurette "Straßenfeger: Das Phänomen" (2:17 Min.) sowie eine Abendschau-Diskussion über "Das Halstuch" (31:55 Min.). Die DVDs mit "Die Schlüssel" bieten ebenfalls eine Vorschau (3:42 Min.) sowie das Featurette "TV-Juwelen - Die Straßenfeger im neuen Glanz" (8:07 Min.). Hinzu kommt ein ausführliches Interview mit Reinhart Glemnitz (40:22 Min.). --movieman.de
VideoMarkt
Die Schlüssel: Der junge Philip Martin besucht in London kurz seinen Bruder Eric, bevor er nach Dublin weiterreist um die Frau eines Freundes zu besuchen. Er kommt allerdings nie dort an, sondern wird kurz darauf in Maidenhead in einem Hotel tot aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass der vermeintliche Selbstmord gar keiner ist. Während Inspector Hyde sich an die Lösung des Falles macht, bekommt Eric einen geheimnisvollen Schlüssel zugespielt.
Video.de
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Das Halstuch (Deutschland 1962)
Ein Kaff namens Littleshore in der Nähe Londons. Eine junge Frau, tot - mit einem Schal erdrosselt. Inspektor Harry Yates (Heinz Drache) übernimmt den Fall. Wer ist die Tote? Gutsbesitzer Alistair Goodman (Erwin Linder) erkennt sie bald. Es handelt sich um Faye Collins, die Schwester des gehbehinderten Musikers Edward Collins (Hellmut Lange). Marian Hastings (Margot Trooger), die Verlobte des reichen Goodmans, hat Faye Collins am Abend vor ihrer Ermordung angeblich mit einem unbekannten Herrn gesehen. Ein paar Tage später erkennt sie ihn wieder - auf einem Zeitungsfoto. Es ist der Londoner Verleger Clifton Morris (Albert Lieven). Die Ereignisse überstürzen sich, als ein Geigenschüler von Edward Collins in seinem Geigenkasten die Mordwaffe - das Halstuch - findet...
Die Schlüssel (Deutschland 1965)
Eric (Harald Leipnitz) ist enttäuscht: Sein Bruder Philip (Peter Thom), der ihn während seinem Wehrdienst in Deutschland überraschend in London besucht, möchte gleich weiter nach Dublin. Sein Grund für den übereilten Aufbruch: Philips Kamerad aus Irland, Sean Reynolds, der in Hamburg überfahren worden ist. Vor seinem Tod hat er ihn, Philip, angeblich gebeten, seine Frau in Dublin aufzusuchen. Philip fährt aber gar nicht nach Dublin. Er nimmt sich ein Zimmer im Hotel "Royal-Falcon" in Maidenhead. Ein Gedichtband wurde dort für ihn abgegeben. Philip, der sonst nie liest, vertieft sich in die eigenartige Lektüre. Schließlich wird er tot dort aufgefunden. Selbstmord lautet der Befund. Eric glaubt daran genauso wenig wie Inspektor Hyde (Albert Lieven) von Scotland Yard. Er entdeckt, dass Sean Reynolds, Philips