Knapp 20.000 Meilen hat Bill Bryson in dem Wagen seiner Mutter hinter sich gebracht, hat die Vereinigten Staaten von Nord nach Süd, von Ost nach West durchquert und sie dabei mit sowohl mit dem Blick des Heimkehrers, der Stolz auf sein Vaterland ist, und dem des skeptischen Neuankömmlings betrachtet, dem vieles fremd und sonderbar erscheint. Seine Beobachtungsgabe, sein Gespür für Details, seine Sprachgewandtheit und nicht zuletzt seine direkte Art, die Dinge beim Namen zu nennen, lassen ihn vor dem Hintergrund seiner Kinder- und Jugendzeit in Iowa und den Urlaubsfahrten mit der Familie ein lebendiges Bild Nordamerikas zeichnen. Gerade die Tatsache, dass er nicht ausschweifend über die Golden-Gate-Bridge, die Freiheitsstatue oder Disneyland berichtet, sondern stattdessen über Gespräche mit in die Jahre gekommenen Barschlampen, rassistischen, hinterwäldlerischen Tankwarten oder honigsüßen, geschmacklosen Drugstoreverkäuferinnen, die aussehen wie Flüchtlinge aus den Fünfzigern, machen dieses Buch so lesenswert und grenzen es deutlich von blutleeren, oberflächlichen Reiseberichten ab.