Wie zehntausende mittelalterliche Pilger macht sich nach Schicksalschlägen in ihrer Familie auch die blinde Regensburger Kaufmannstochter Pilar auf den gefahrvollen Weg nach Santiago de Compostela am äußersten Ende der bekannten Welt. Begleitet wird sie von einem geheimnisvollen maurischen Diener, den ihr verstorbener Vater vor vielen Jahren von einer Orientreise mitbrachte. Weniger das Ziel als der Weg wird für Pilar zu einer Reise in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie. Sie begegnet Personen, die mit ihr auf rätselhafte Weise schicksalshaft verknüpft sind. Je näher sie dem scheinbaren Ziel ihrer Reise kommt, desto rätselhafter wird für sie das Geflecht der Beziehungen. Hinzu kommt eine für sie zunächst ebenfalls verwirrende Erfahrung - die Liebe. Doch wird bald deutlich, daß die Begegnungen und Begebenheiten keine Zufälle sein können, sondern eine höhere Fügung ihre Hand im Spiel hat.
Wie alle Bücher der Autorin, die ich kenne, ist auch dieser neue Roman gründlichst recherchiert. Ich vermute, daß Brigitte Riebe selbst zu Fuß nach Santiago gelaufen ist, um all die bunten Bilder und Details zusammentragen zu können. Ein Buch wie ein Film, dessen Spannungsbogen bis zum Schluß nicht abreißt.