Wow! Was für ein Film. Nach fast 90 Minuten "Storytelling" bekommt man das Gefühl einen erschütternden Bericht aus dem ganz normalen amerikanischen Vorstadtswahnsinn bekommen zu haben. Und der Titel von Regisseur Todd Solondz' ersten Film "Willkommen im Tollhaus" würde auch sehr gut hierzu passen.
Geht es in der zweiten, und deutlich längeren Episode, um einen Dokumentarfilmer, der einen völlig phlegmatischen Teenager porträtiert, dabei aber eine Familie am Rande des Nervenzusammenbruchs filmt, so verteilt der Film seine sarkastischen Gifttropfen zwar nur langsam, aber dafür umso entlarvender.
Denn wie zum Beispiel der jüngste Sohn des Hauses die Hausangestellte Consuelo aus Mittelamerika quält (aber ohne es bewusst zu machen, er kann halt nicht anders - weil ihm jegliches Verständnis fehlt) - das gehört zu den bitter-komischsten Szenen, die ich seit langem gesehen habe.
Zugegegen, der Humor ist leise, und nach der etwas bemüht wirkenden ersten Episode, braucht es eine Zeit lang, bis gewillte Zuschauer von der bösen Atmosphäre aufgesogen werden (und sicher ist der Film nicht jedermanns Sache), aber dafür ist die Absicht des "Happiness"-Regisseurs, selbst ein Kind der "all American suburb" umso trefflicher gelungen - nämlich einen ätzenden Zustandsbericht von der Mittelklasse seines Landes zu geben.
Ach ja, der Kurzauftritt von Franka Potente ist zwar sehr kurz, aber einprägsam. Und John Goodman als Vater ist wie immer grandios.