Man nehme: eine spannende Story nach einer bestgesellten Jugendbuchreihe von Anthony Horowitz, man caste die "Crème de la Crème" der britischen Mimen und einem jungen, blendend aussehenden Hauptdarsteller mit dazu und reichere das Ganze mit atemberaubenden Stunts an. Man bekommt: ein (mir bis dato) völlig unbekanntes Unterhaltungsjuwel, das an der Kinokasse komplett an mir vorüber gegangen ist. Hätte mein Sohn nicht die Buchreihe über den Teenie-Spion Alex Ryder entdeckt und begeistert verschlungen, ich wüsste heute noch nichts über den Film.
Die Story ist spannend, der Schurke wird - herrlich eklig - von Mickey Rourke gespielt und Alex' Onkel, den der für einen strunzlangweiligen Banker hält (dabei ist er ein draufgängerischer Topagent) wird von niemand Geringerem als Ewan McGregor verkörpert - in dem vermutlich kürzesten Auftritt der Filmgeschichte, seit Sean Connery für fünf Minuten Richard Löwenherz mimte. Gekillt wird der heldenhafte Onkel von einem russischen Killer, den niemand anderes als Damian Lewis spielt (aus der herrlichen US-Krimiserie "Life"), Robbie Coltrane taucht ebenso auf wie Bill Nighy und Stephen Fry, und Alex Ryder selbst - nun, ich sagte es schon. Alex Petyfer sieht klasse aus, kämpft sich durch den spannenden Plot wie ein junger James Bond und hätte es verdient, für ebensolche Kreischorgien zu sorgen wie Robert Pattinson als Edward Cullen (der glitzernde Vampir, Sie wissen schon). Ein britischer Independent-Blockbuster sollte es sein, sagen die Produzenten in den Extras. Es muss an der Promotion und der gewaltigen Werbemaschinerie gefehlt haben, die große US-Studios in Bewegung setzen können. Am Film selbst kann es nicht liegen, der ist klasse.