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Stopfkuchen
 
 

Stopfkuchen [Kindle Edition]

Wilhelm Raabe
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Lauras Versteckspiel

Schaut euch die Gegenstände auf dem Tisch bloß ganz genau an! Ihr braucht nämlich nur mal kurz die Augen zu schließen, schon wird eine Karte umgedreht und etwas fehlt. Aber was, das ist hier die Frage. Es ist wie so oft: Die Erwachsenen fangen an zu grübeln und die Kinder lachen sich ins Fäustchen.

So spielt man Lauras Versteckspiel:
  • Fünf Karten liegen offen auf dem Tisch, die restlichen als verdeckte Stapel vor den Spielern.
  • Ein Spieler hält sich die Augen zu und eine der fünf Karten wird umgedreht.
  • Der Spieler öffnet die Augen und muss den fehlenden Gegenstand benennen.
  • Antwortet er richtig, dann darf er eine Karte seines eigenen Stapels zu den Karten in die Tischmitte dazulegen.
  • Der nächste Spieler hält sich die Augen zu, und wieder wird eine Karte umgedreht. Augen auf: Was fehlt?
  • Immer mehr Karten liegen im Spielverlauf in der Tischmitte. Jedes Mal wird eine davon umgedreht, während sich ein Spieler die Augen zuhält.
  • Wer zuerst seinen Kartenstapel vollständig abgebaut hat, ist Sieger.
Inhalt:

36 Spielkarten
1 SpielanleitungWarnhinweis: Achtung! Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Stopfkuchen
OA 1891 Form Roman Epoche Realismus
Mit dem Stopfkuchen verfasste Wilhelm Raabe einen der modernsten deutschsprachigen Romane des 19. Jahrhunderts. Den klassischen Erzählerbericht ersetzte er weitgehend durch die Wiedergabe assoziativer, reflexiv gebrochener wörtlicher Rede.
Inhalt: Eduard, ehemals Schiffsarzt, inzwischen aber als Farmer in Südafrika sesshaft geworden, hat seinem Heimatdorf in Deutschland einen Besuch abgestattet. Die vierwöchige Rückreise ans Kap nutzt er, um seine Erlebnisse aufzuzeichnen. Im Mittelpunkt seines Manuskripts steht das eintägige Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Heinrich Schaumann, der ihm seine Lebensgeschichte erzählt hat.
Aufgrund seiner Trägheit, seiner Essgier und eines entsprechenden Körperumfangs erhält Heinrich bereits in seiner Kindheit den Spitznamen »Stopfkuchen«. Von seinen Lehrern bloßgestellt und von den Gleichaltrigen »unter der Hecke« liegen gelassen, führt er das Leben eines Außenseiters. Er verteidigt Valentine Quakatz, die Tochter des Bauern Quakatz von der »Roten Schanze«, der des Mordes an dem Viehhändler Kienbaum verdächtigt wird, gegen Übergriffe der Dorfjugend. Nach abgebrochenem Theologiestudium kehrt Heinrich ins Dorf zurück, heiratet Valentine und bewirtschaftet an der Stelle des kränkelnden Quakatz die Rote Schanze. Beim Begräbnis seines Schwiegervaters erkennt er durch Zufall in dem allseits geschätzten Briefträger Störzer den wahren Mörder Kienbaums, doch er behält sein Wissen zunächst für sich. Erst nach Störzers Tod gibt er es Eduard und dann dem gesamten Dorf preis.
Aufbau: Der Ich-Erzähler Eduard bestreitet nur einen kleineren Teil der Romans; der weitaus größere Teil besteht aus der wörtlichen Rede Heinrichs. Diesem Erzählergegensatz entspricht ein Gegensatz der Charaktere: Eduard verkörpert Bürgerlichkeit, Ehrgeiz und Erfolg, Schaumann hingegen ist ein »Anti-Bürger«, der das geschäftige Treiben in der Gesellschaft mit großer Distanz betrachtet. Jener ist, obgleich »Weltwanderer«, dem provinziellen Denken verhaftet geblieben, dieser hingegen hat sich von der Roten Schanze aus die Welt erschlossen.
Der Untertitel des Romans kündigt, fast reißerisch, eine See- und Mordgeschichte an, doch in Wirklichkeit steht anderes im Vordergrund: Heinrichs Lebensbericht, der zugleich eine Rechtfertigung seiner im bürgerlichen Sinn verfehlten Lebensform ist. Heinrich hat sich vom schwächelnden Außenseiter zum humoristischen Spötter der Gesellschaft entwickelt.
Symbole seiner Distanz zu ihr und zum Gegenwärtigen überhaupt sind die weit vor dem Dorf gelegene Rote Schanze, eine Art »weltoffener Idylle«, und seine Betätigung als Freizeit-Paläontologe und -Petrefaktenkundler.
Heinrichs Lebensbericht hat keine geschlossene, lineare Form; er besteht aus einer Vielzahl von berichtenden Elementen, Zwischenbemerkungen, Reflexionen, Wiederholungen, Andeutungen, Anspielungen, Zitaten, Anreden und Fragen. Er folgt dem Prinzip der Verzögerung und wirkt fast wie ein rhetorischer Racheakt, um die es im Werk auch geht. Indem Heinrich Störzer als den Mörder Kienbaums entlarvt, erschüttert er die Gesellschaft, die ihn ausstieß, in ihren Grundfesten: Er führt ihr die Fragwürdigkeit der eigenen moralischen Werte vor. Raabe zeigt diese Wirkung am Beispiel Eduards, den er als Berichterstatter versagen lässt.
Doch der Stopfkuchen wäre kein Buch von Raabe, wenn am Ende Eindeutigkeit herrschte. In Heinrichs Lebensbericht wimmelt es nur so von versteckten Hinweisen darauf, dass er nicht ganz der Wahrheit entspricht, darunter z. B. Anspielungen auf den Lügenbaron Münchhausen. Überdies legt Raabe Heinrich ein verklausuliertes Geständnis in den Mund, das alles umwirft: »Ich habe Kienbaum völlig totgeschlagen… Wenn ein Mensch Kienbaum totgeschlagen hat, so bin ich der Mensch und Mörder.«
Wirkung: Indem Raabe im Stopfkuchen den klassischen Erzählerbericht weitgehend durch wörtliche Rede ersetzte, erschloss er neue Möglichkeiten perspektivischen Erzählens. Auch die Entfaltung mehrerer Lebensläufe im Verlauf der Gespräche eines Tages war wegweisend für die Erzähltechnik des Romans.
Mit verstärkter Rezeption des Buchs wandelte sich das Bild von Raabe. Hatte er lange Zeit als rückwärtsgewandter Idylliker oder kauziger Humorist ohne literarische Ambition gegolten, so erkannte man nun in ihm einen der Väter des modernen Romans. Spätestens seit Romano Guardinis Studie (1931) ist der weltliterarische Rang des Stopfkuchen unbestritten.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anstrengend zu lesen 22. Mai 2009
Von Xirxe TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Stopfkuchen - eines der Spätwerke Wilhelm Raabes. Eduard, nach vielen Jahren in Afrika lebend zu Besuch in seiner Heimatstadt, kehrt an seinem vorletzten Tag bei seinem alten Jugendfreund Stopfkuchen ein. Dieser erzählt Eduard seine Lebensgeschichte und bringt nebenbei Licht in das Dunkel eines unaufgeklärten Mordes, dessen sein Schwiegervater verdächtigt wurde. Am Tag danach kehrt Eduard per Schiff zurück nach Afrika und schreibt während dieser Reise das Erzählte nieder.
Das Ganze ist nicht gerade leichte Kost, was weniger am Inhalt liegt als an der altertümlichen Sprache (geschrieben wurde das Werk 1891) sowie der zeitweise langatmigen und wiederholenden Ausführungen der Hauptperson Stopfkuchen. Beeindruckend ist jedoch wieviele Anspielungen und doppelsinnige Bedeutungen in dieser Geschichte enthalten sind - die man ohne entsprechende Hinweise jedoch nur schwerlich entdeckt (hier ist die Reclam-Ausgabe empfehlenswert: 17 Seiten Anmerkungen). Macht man sich die Mühe, auch das 19seitige Nachwort zu lesen (ebenfalls Reclam-Ausgabe) erschließen sich einem Blickwinkel, die man in diesem Buch wohl nicht so ohne weiteres vermutet hätte (auch im Hinblick darauf, dass dieses Buch viel von Raabes Leben widerspiegelt, wenn auch sehr verschlüsselt). Hinter der eher schlichten Geschichte offenbart sich eine komplexe Lebenssichtweise, die der Wilhelm Raabes vermutlich nahestand.
Fazit: Wer Lesen als reinen Zeitvertreib betrachtet, wird mit diesem Buch sicher nicht allzu viel Freude haben. Allen Anderen jedoch, die bereit sind, etwas mehr Zeit zu investieren, werden erstaunt sein, wieviel hintergründige Bedeutung in diesem Werk enthalten ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Stopfkuchen, der Held dieses Buches, ist dick, faul, gefräßig, aber nicht dumm. Eduard, der gegensätzlich dürre Erzähler, ist als vermögender Mann aus Südafrika in die deutsche Provinz heimgekehrt, um alte Freunde, u.a. diesen Stopfkuchen, noch einmal aufzusuchen. Dabei fällt er der Redseligkeit des Dicken zum Opfer. Nicht Eduard, der Weitgereiste, erzählt von seinem Leben, sondern der Provinzler Stopfkuchen breitet vor Eduard nun sein ganzes Leben aus, wobei sowohl Eduard als auch Stopfkuchens meist anwesende Frau Tinchen fast gar nicht zu Worte kommen. Stopfkuchen dürfte die Identifikationsfigur Raabes sein, sein alter ego, denn wie Raabe hatte der Dicke die Schule geschmissen und hatte sich vom verlachten und geschassten Einzelgänger trotz Nichtanpassung an die Verhältnisse zum unangefochtenen und erfolgreichen Bürger gewandelt, der von der "Höhe seiner behaglichen Weltverachtung" (288) auf das Menschengebarme herabblickt und es möglichst meidet.
Dies gelingt ihm, indem er das Tinchen auf der Roten Schanze, einem festungsähnlichen Bauernhof, erobert, die widerspenstige Tochter des Bauern Quakatz, der durch das diffamierende Gerücht, er habe den Viehhändler Kienbaum erschlagen, zu einem schwierigen, starrköpfigen Menschenfeind wurde. Zu dritt verschanzen sie sich vor der Welt, Stopfkuchen hält den Hof in Ordnung und polstert sich sein Nestchen mit Tinchen zu einer wahren Idylle, zu einem Bollwerk gegen die schnöde Welt aus. Raabe will darauf hinaus, dass es "dasselbe" ist, "ob man zu Hause bleibt oder in der Welt herumkommt" (298), ja, Stopfkuchen demonstriert gegen den Weltreisenden Eduard ständig die Überlegenheit der ersteren Option. Da dürften wir Raabe hören, der sich auf seine Weise und mit seiner Art von Humor gegen das Industriezeitalter mit der Zerstörung der sicheren, überschaubaren Welt auseinandersetzt, indem er nämlich bodenständig und bürgerlich lebte und in seinen Büchern seine Vorstellung vom wahren Menschentum konservierte.

In diesem Roman ist alles symbolisch, bedeutungsvoll und stilisiert: Stopfkuchens Fettleibigkeit und Faulheit symbolisieren Bodenhaftung und Widerstand gegen das Funktionieren in der Gesellschaft, wie Eduards Dürrheit das Gegenteil anzeigt. Der Wohnort, die Seefahrt (die übrigens absolut unrealistisch dargestellt wird) - alles trieft vor Symbolik. Stopfkuchens Monologe klingen oft wie euphorisch unechte Rollenprosa, Altherrenprosa. Mehrmals belehrt er Eduard darüber, wie großartig er selbst sei und schon als Kind war, als Eduard noch mit den anderen Schulkameraden herumtollte und diese Stopfkuchen verhöhnten. Dieser Eindruck von rachsüchtiger Selbstgefälligkeit bleibt auch, wenn er seine Verdienste, wenn immer Tinchen sie hymnisch feiert, ironisch herunterspielt. Tinchen behandelt er im Übrigen wie ein liebes, kleines Dummerchen und redet sich mit Zustimmung des Erzählers mehr und mehr in Begeisterung über sich selbst und seine Lebensweise hinein. Sein Leibesumfang symbolisiert nicht nur seine Lebensphilosophie, sondern auch seine Erzählweise: " Ich bin ein wenig breit - auch in meiner Schöne-Geschichten-Erzählweise" (266). Ob diese Erzählweise nun so schön ist, sei dahingestellt, wird sie doch auch von Eduard einmal als "langweilige Redegabe" (285) bezeichnet, oder sie wird in Beziehung gesetzt zu Stopfkuchens Hobby, der Paläontologie, wenn es heißt, dass er "den gestern vergangenen Tag als wie einen seit Jahrtausenden begrabenen Mammutknochen aufgräbt." (288). Wenn jemand seinen Helden im Schlafrock nun poetisch zum verschrobenen Idylliker verklärt und überhaupt alles sehr bedeutungsvoll arrangiert, dann fragt man sich, wo eigentlich Raabes Realismus bleibt, dem er doch zugeordnet wird. Ist es die misanthropische Sicht auf die Menschen, die in der Figur dieser "breiten" Persönlichkeit zum Ausdruck kommt, und die damit verbundene Benennung der menschlichen Schnödigkeit? Die Lebensform, die Stopfkuchen wählt, kann es jedenfalls nicht sein.

Man mag verstehen, dass Schriftsteller wie Raabe an ihrer Zeit litten und in der Fantasie Fluchtburgen und eigenartige Helden schufen, dieser Hort einer heilen Welt hat sogar seinen eigenen Reiz, aber das Ganze bleibt doch sehr zeitgebunden. Deswegen für den Triumphator im Schlafrock, Stopfkuchen, nur grämliche: 3 points. (Ach, ja, da gibt es noch einen Mord aus grauer Vorzeit, bei dessen Aufklärung Stopfkuchen sich im vorteilhaftesten Lichte zeigen kann).
(zitiert nach der Ausgabe im Berliner Union Verlag von 1981)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wilhelm Raabes 'Stopfkuchen' 29. Dezember 2010
Format:Taschenbuch
In Raabes "Eine See- und Mordgeschichte" geht es um Aufdeckung des wirklichen Moerders und langsame Wiederherstellung des guten Rufes des Schwiegervaters, Andreas Quakatz, der einem Schlaganfall erliegt.
Es gelingt Stopfkuchen,dem frueher angeblich schwerfaelligen und dummen Jungen, Besitzer des Schanzenhofes zu werden, und mit seiner Frau Valentine eine glueckliche Ehe zu fuehren. Er kann Menschen helfen, Vertrauen zu gewinnen und erhaelt vom Moerder, Stoerzer, kurz vor dessem Tod , eine Beichte.
Der erzaehlende Eduard (aus Sued-Afrika gekommener Schulfreund) begreift schliesslich,als er es aufschreibt,dass er Stopfkuchen weder richtig behandelt noch hoch genug eingeschaetzt hat.
Raabes Charaktere, welche aeusserlich nicht integriert sind in das Kleinstadtleben, stehen im Mittelpunkt. Der 'erfolgreichere' Eduard ist derjenige, welcher sein Urteilsvermoegen erweitern muss und es lernt, den grossen Bericht aufzuschreiben, auf der Seereise zurueck nach Afrika.
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Am 5. Mai 2003 veröffentlicht
Murder mystery with a discussion on responsibility
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Das Buch vereint alle negativen Komponenten, die ein Autor einem Buch mitgeben kann. Es erweckt niemals Sympathie für den übergewichtigen "Stopfkuchen", der... Lesen Sie weiter...
Am 5. Mai 1999 veröffentlicht
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