Kurzbeschreibung
Lauras Versteckspiel
Schaut euch die Gegenstände auf dem Tisch bloß ganz genau an! Ihr braucht nämlich nur mal kurz die Augen zu schließen, schon wird eine Karte umgedreht und etwas fehlt. Aber was, das ist hier die Frage. Es ist wie so oft: Die Erwachsenen fangen an zu grübeln und die Kinder lachen sich ins Fäustchen.
So spielt man Lauras Versteckspiel:
36 Spielkarten
1 SpielanleitungWarnhinweis: Achtung! Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet.
Schaut euch die Gegenstände auf dem Tisch bloß ganz genau an! Ihr braucht nämlich nur mal kurz die Augen zu schließen, schon wird eine Karte umgedreht und etwas fehlt. Aber was, das ist hier die Frage. Es ist wie so oft: Die Erwachsenen fangen an zu grübeln und die Kinder lachen sich ins Fäustchen.
So spielt man Lauras Versteckspiel:
- Fünf Karten liegen offen auf dem Tisch, die restlichen als verdeckte Stapel vor den Spielern.
- Ein Spieler hält sich die Augen zu und eine der fünf Karten wird umgedreht.
- Der Spieler öffnet die Augen und muss den fehlenden Gegenstand benennen.
- Antwortet er richtig, dann darf er eine Karte seines eigenen Stapels zu den Karten in die Tischmitte dazulegen.
- Der nächste Spieler hält sich die Augen zu, und wieder wird eine Karte umgedreht. Augen auf: Was fehlt?
- Immer mehr Karten liegen im Spielverlauf in der Tischmitte. Jedes Mal wird eine davon umgedreht, während sich ein Spieler die Augen zuhält.
- Wer zuerst seinen Kartenstapel vollständig abgebaut hat, ist Sieger.
36 Spielkarten
1 SpielanleitungWarnhinweis: Achtung! Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet.
Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Stopfkuchen
OA 1891 Form Roman Epoche Realismus
Mit dem Stopfkuchen verfasste Wilhelm Raabe einen der modernsten deutschsprachigen Romane des 19. Jahrhunderts. Den klassischen Erzählerbericht ersetzte er weitgehend durch die Wiedergabe assoziativer, reflexiv gebrochener wörtlicher Rede.
Inhalt: Eduard, ehemals Schiffsarzt, inzwischen aber als Farmer in Südafrika sesshaft geworden, hat seinem Heimatdorf in Deutschland einen Besuch abgestattet. Die vierwöchige Rückreise ans Kap nutzt er, um seine Erlebnisse aufzuzeichnen. Im Mittelpunkt seines Manuskripts steht das eintägige Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Heinrich Schaumann, der ihm seine Lebensgeschichte erzählt hat.
Aufgrund seiner Trägheit, seiner Essgier und eines entsprechenden Körperumfangs erhält Heinrich bereits in seiner Kindheit den Spitznamen »Stopfkuchen«. Von seinen Lehrern bloßgestellt und von den Gleichaltrigen »unter der Hecke« liegen gelassen, führt er das Leben eines Außenseiters. Er verteidigt Valentine Quakatz, die Tochter des Bauern Quakatz von der »Roten Schanze«, der des Mordes an dem Viehhändler Kienbaum verdächtigt wird, gegen Übergriffe der Dorfjugend. Nach abgebrochenem Theologiestudium kehrt Heinrich ins Dorf zurück, heiratet Valentine und bewirtschaftet an der Stelle des kränkelnden Quakatz die Rote Schanze. Beim Begräbnis seines Schwiegervaters erkennt er durch Zufall in dem allseits geschätzten Briefträger Störzer den wahren Mörder Kienbaums, doch er behält sein Wissen zunächst für sich. Erst nach Störzers Tod gibt er es Eduard und dann dem gesamten Dorf preis.
Aufbau: Der Ich-Erzähler Eduard bestreitet nur einen kleineren Teil der Romans; der weitaus größere Teil besteht aus der wörtlichen Rede Heinrichs. Diesem Erzählergegensatz entspricht ein Gegensatz der Charaktere: Eduard verkörpert Bürgerlichkeit, Ehrgeiz und Erfolg, Schaumann hingegen ist ein »Anti-Bürger«, der das geschäftige Treiben in der Gesellschaft mit großer Distanz betrachtet. Jener ist, obgleich »Weltwanderer«, dem provinziellen Denken verhaftet geblieben, dieser hingegen hat sich von der Roten Schanze aus die Welt erschlossen.
Der Untertitel des Romans kündigt, fast reißerisch, eine See- und Mordgeschichte an, doch in Wirklichkeit steht anderes im Vordergrund: Heinrichs Lebensbericht, der zugleich eine Rechtfertigung seiner im bürgerlichen Sinn verfehlten Lebensform ist. Heinrich hat sich vom schwächelnden Außenseiter zum humoristischen Spötter der Gesellschaft entwickelt.
Symbole seiner Distanz zu ihr und zum Gegenwärtigen überhaupt sind die weit vor dem Dorf gelegene Rote Schanze, eine Art »weltoffener Idylle«, und seine Betätigung als Freizeit-Paläontologe und -Petrefaktenkundler.
Heinrichs Lebensbericht hat keine geschlossene, lineare Form; er besteht aus einer Vielzahl von berichtenden Elementen, Zwischenbemerkungen, Reflexionen, Wiederholungen, Andeutungen, Anspielungen, Zitaten, Anreden und Fragen. Er folgt dem Prinzip der Verzögerung und wirkt fast wie ein rhetorischer Racheakt, um die es im Werk auch geht. Indem Heinrich Störzer als den Mörder Kienbaums entlarvt, erschüttert er die Gesellschaft, die ihn ausstieß, in ihren Grundfesten: Er führt ihr die Fragwürdigkeit der eigenen moralischen Werte vor. Raabe zeigt diese Wirkung am Beispiel Eduards, den er als Berichterstatter versagen lässt.
Doch der Stopfkuchen wäre kein Buch von Raabe, wenn am Ende Eindeutigkeit herrschte. In Heinrichs Lebensbericht wimmelt es nur so von versteckten Hinweisen darauf, dass er nicht ganz der Wahrheit entspricht, darunter z. B. Anspielungen auf den Lügenbaron Münchhausen. Überdies legt Raabe Heinrich ein verklausuliertes Geständnis in den Mund, das alles umwirft: »Ich habe Kienbaum völlig totgeschlagen Wenn ein Mensch Kienbaum totgeschlagen hat, so bin ich der Mensch und Mörder.«
Wirkung: Indem Raabe im Stopfkuchen den klassischen Erzählerbericht weitgehend durch wörtliche Rede ersetzte, erschloss er neue Möglichkeiten perspektivischen Erzählens. Auch die Entfaltung mehrerer Lebensläufe im Verlauf der Gespräche eines Tages war wegweisend für die Erzähltechnik des Romans.
Mit verstärkter Rezeption des Buchs wandelte sich das Bild von Raabe. Hatte er lange Zeit als rückwärtsgewandter Idylliker oder kauziger Humorist ohne literarische Ambition gegolten, so erkannte man nun in ihm einen der Väter des modernen Romans. Spätestens seit Romano Guardinis Studie (1931) ist der weltliterarische Rang des Stopfkuchen unbestritten.
Stopfkuchen
OA 1891 Form Roman Epoche Realismus
Mit dem Stopfkuchen verfasste Wilhelm Raabe einen der modernsten deutschsprachigen Romane des 19. Jahrhunderts. Den klassischen Erzählerbericht ersetzte er weitgehend durch die Wiedergabe assoziativer, reflexiv gebrochener wörtlicher Rede.
Inhalt: Eduard, ehemals Schiffsarzt, inzwischen aber als Farmer in Südafrika sesshaft geworden, hat seinem Heimatdorf in Deutschland einen Besuch abgestattet. Die vierwöchige Rückreise ans Kap nutzt er, um seine Erlebnisse aufzuzeichnen. Im Mittelpunkt seines Manuskripts steht das eintägige Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Heinrich Schaumann, der ihm seine Lebensgeschichte erzählt hat.
Aufgrund seiner Trägheit, seiner Essgier und eines entsprechenden Körperumfangs erhält Heinrich bereits in seiner Kindheit den Spitznamen »Stopfkuchen«. Von seinen Lehrern bloßgestellt und von den Gleichaltrigen »unter der Hecke« liegen gelassen, führt er das Leben eines Außenseiters. Er verteidigt Valentine Quakatz, die Tochter des Bauern Quakatz von der »Roten Schanze«, der des Mordes an dem Viehhändler Kienbaum verdächtigt wird, gegen Übergriffe der Dorfjugend. Nach abgebrochenem Theologiestudium kehrt Heinrich ins Dorf zurück, heiratet Valentine und bewirtschaftet an der Stelle des kränkelnden Quakatz die Rote Schanze. Beim Begräbnis seines Schwiegervaters erkennt er durch Zufall in dem allseits geschätzten Briefträger Störzer den wahren Mörder Kienbaums, doch er behält sein Wissen zunächst für sich. Erst nach Störzers Tod gibt er es Eduard und dann dem gesamten Dorf preis.
Aufbau: Der Ich-Erzähler Eduard bestreitet nur einen kleineren Teil der Romans; der weitaus größere Teil besteht aus der wörtlichen Rede Heinrichs. Diesem Erzählergegensatz entspricht ein Gegensatz der Charaktere: Eduard verkörpert Bürgerlichkeit, Ehrgeiz und Erfolg, Schaumann hingegen ist ein »Anti-Bürger«, der das geschäftige Treiben in der Gesellschaft mit großer Distanz betrachtet. Jener ist, obgleich »Weltwanderer«, dem provinziellen Denken verhaftet geblieben, dieser hingegen hat sich von der Roten Schanze aus die Welt erschlossen.
Der Untertitel des Romans kündigt, fast reißerisch, eine See- und Mordgeschichte an, doch in Wirklichkeit steht anderes im Vordergrund: Heinrichs Lebensbericht, der zugleich eine Rechtfertigung seiner im bürgerlichen Sinn verfehlten Lebensform ist. Heinrich hat sich vom schwächelnden Außenseiter zum humoristischen Spötter der Gesellschaft entwickelt.
Symbole seiner Distanz zu ihr und zum Gegenwärtigen überhaupt sind die weit vor dem Dorf gelegene Rote Schanze, eine Art »weltoffener Idylle«, und seine Betätigung als Freizeit-Paläontologe und -Petrefaktenkundler.
Heinrichs Lebensbericht hat keine geschlossene, lineare Form; er besteht aus einer Vielzahl von berichtenden Elementen, Zwischenbemerkungen, Reflexionen, Wiederholungen, Andeutungen, Anspielungen, Zitaten, Anreden und Fragen. Er folgt dem Prinzip der Verzögerung und wirkt fast wie ein rhetorischer Racheakt, um die es im Werk auch geht. Indem Heinrich Störzer als den Mörder Kienbaums entlarvt, erschüttert er die Gesellschaft, die ihn ausstieß, in ihren Grundfesten: Er führt ihr die Fragwürdigkeit der eigenen moralischen Werte vor. Raabe zeigt diese Wirkung am Beispiel Eduards, den er als Berichterstatter versagen lässt.
Doch der Stopfkuchen wäre kein Buch von Raabe, wenn am Ende Eindeutigkeit herrschte. In Heinrichs Lebensbericht wimmelt es nur so von versteckten Hinweisen darauf, dass er nicht ganz der Wahrheit entspricht, darunter z. B. Anspielungen auf den Lügenbaron Münchhausen. Überdies legt Raabe Heinrich ein verklausuliertes Geständnis in den Mund, das alles umwirft: »Ich habe Kienbaum völlig totgeschlagen Wenn ein Mensch Kienbaum totgeschlagen hat, so bin ich der Mensch und Mörder.«
Wirkung: Indem Raabe im Stopfkuchen den klassischen Erzählerbericht weitgehend durch wörtliche Rede ersetzte, erschloss er neue Möglichkeiten perspektivischen Erzählens. Auch die Entfaltung mehrerer Lebensläufe im Verlauf der Gespräche eines Tages war wegweisend für die Erzähltechnik des Romans.
Mit verstärkter Rezeption des Buchs wandelte sich das Bild von Raabe. Hatte er lange Zeit als rückwärtsgewandter Idylliker oder kauziger Humorist ohne literarische Ambition gegolten, so erkannte man nun in ihm einen der Väter des modernen Romans. Spätestens seit Romano Guardinis Studie (1931) ist der weltliterarische Rang des Stopfkuchen unbestritten.

