Das war die Scheibe die man in meinen Teenager Tagen auf fast jeder Party auflegte, um die Stimmung so richtig anzuheizen. Der Film - eh schon Legende (vor allem die Originale nicht mehr zu bekommende ungekürzte Kinoversion), ist zusätzlich noch ein Augenschmaus, aber das Teil funktioniert auch ohne den Film großartig. Einziges Manko vielleicht: die Original - um einige songs kürzere - LP Version funktionierte als Party Platte besser, aber hey - dazu gibt's ja immer noch den ,Program' Button auf der CD Player Fernbedienung bzw. das dementspr. Hakerl im i-tunes.
Viele Songs sind hier zwingender, manche schneller interpretiert als ihre Studio Pendants und ,Psycho Killer' versprüht in dieser - nur von einer Rhythm Box Spur begleiteten - Akkustik Version eigentlich noch mehr Paranoia, als in der Studio Version. Tanzbar ist das sowieso, und was sich hier auch schön langsam bemerkbar macht ist dieser Hang zur World Music bei den Talking Heads, der hier aber noch in leicht verträglichen und gemäßigten Dosen verabreicht wird. Kernstück des Albums ist sicher das 3er Paket ,Slippery People', ,Burning Down The House' und das in dieser Version wirklich großartige ,Life During Wartime', das mit seinem Orgelriff Beginn eigentlich schon alles klar macht: das ist tanzbare hochintelligente urbane Funk-Musik von Weißen, die auch noch gute songs schreiben können. Der ewige Großstadt Paranoiker David Byrne traf damals den ,Zeitgeist' (herrlich altmodisches Wort!) der 80er punktgenau und diese einzigartige musikalische Mischung aus PostPunk, New Wave und Disco war nie wieder besser als hier. ,Once In A Lifetime' (hier übrigens auch besser als im Original) rief als Filmhit zu ,Down & Out In Beverly Hills' 1986 diese Musik nochmals in Erinnerung, und als großer Einfluß auf neue Indie und Alternative acts werden die Talking heads ohnehin in jedem zweiten Interview oder Artikel genannt. Verwundert eigentlich, daß es fast keine TH Cover Versionen gibt - aber vielleicht nehmen sich ja Art Brut derer einmal an, denn Eddie Argos ist ohenhin der einzige, denn man als legitimen Nachfolger von David Byrne handeln kann.
Wie auch immer: das ist ein großes Live und ein großes Party Album einer Band am Zenith ihrer Kreativität und wer es noch nicht hat, der sollte es sich schleunigst besorgen - am besten gleich im Doppelpack mit dem Film, der ohnehin der beste Musikfilm ist, der je gedreht wurde.