Gelungener Death Metal aus Australien, der OPETH zu Ehre gereicht.
Die australische Band BE'LAKOR formierte sich im Jahr 2004 und veröffentlichte 2007 ihr Debütalbum -The Frail Tide-. Mit ihrer zweiten Veröffentlichung kann die mir bis dato völlig unbekannte Band mehr als einen Achtungserfolg verbuchen.
BE'LAKOR stehen für melodieverwöhnten und kitscheefreien Death Metal, der durchdacht arrangiert wird und in seiner Machart nicht selten an OPETH erinnert. Während die teils recht langen Kompositionen mit Liedlängen von acht bis zehn Minuten angenehm vielfältig arrangiert wurden, präsentiert sich der Gesang von George Kosmas (der gleichzeitig auch einer der Gitarristen der Band ist) etwas eindimensionaler. Hier wird kontinuierlich gegrowlt allerdings in einer Stimmfarbe, die den prima Gesamteindruck, den diese Scheibe instrumental und im Hinblick auf die tollen Arrangements hinterlässt, nicht schmälert.
Unaufdringliche Keyboardpassagen und Akustikgitarren-Ausflüge umspielen die starke Leadgitarren-Arbeit. Alles wirkt wie aus einem Guss: Harmonisch und trotzdem heavy. Die Doublebass kommt immer wieder mal zum Einsatz. Trotz Midtempo-Orientiertheit erhöhen die Australier phasenweise ganz ordentlich das Tempo, obgleich es keine Blastbeats zu hören gibt.
Anspieltipps erscheinen angesichts der qualitativen Homogenität des Liedgutes entbehrlich. Inbesondere Fans OPETH'scher Kompositionen sei hiermit ein Ausflug auf die MySpace-Seite von BE'LAKOR empfohlen. Alles in allem eine starke Scheibe, die die jungen Australier in der Szene voranbringen sollte.
Anspieltipps: nach Belieben; Note: 8.0 / 10; Martin Loga, 11.12.2009 (powermetal.de)
Der Melodic Death Metal ist ein Genre, das nur noch sehr, sehr wenige, Ernst zu nehmende Bands hervorbringt und von allen möglichen Labels zu einer Art Ersatz-Pop-Genre im Metal-Bereich umfunktioniert wurde. Retorten-Truppen, die wie geklont klingen, auf den Geld bringenden Klargesang im Chorus setzen sowie einfach abartig offensichtlich bei ihren Vorbildern klauen, wobei ihnen selbst das nie geschmackssicher gelingt. Doch wo erst vor kurzem EVOCATION wiederauferstanden sind, macht sich aus dem Outback ein Geschwader mit Namen BE'LAKOR auf, mit einem leichten Atemzug so ziemlich alles momentan nach Aufmerksamkeit Heischende in diesem Genre in Trillionen Teile zu zertrümmern.
Ohren, die Strophe-Chrous-Strophe-Muster gewohnt sind, werden hier zunächst absolut hilflos in der Luft herumhängen, denn die Australier sind sich für solche abgelutschten Strukturen zum Glück zu schade. -Stone's Reach- ist die vertonte emotionale Achterbahn, deren Fahrt man erst nach mehreren Durchläufen verinnerlicht hat. Die Hochzeit zwischen der düsteren, in alle Himmelsrichtungen ausstrahlenden Produktion sowie den Kompositionen selbst gehört zu dem Besten, was mir in den letzten Monaten unterkam: Wie selbstverständlich wickeln die Gitarristen immer wieder kleine Details in den so schon enorm vielfältigen Lauf der Songs ein, was besonders in den ruhigeren, meist von Klavier oder Synthetik geleiteten Passagen zum Tragen kommt. Jegliches verspielte Gefrickel geschieht rein um der Fortführung des Liedes Willen, jede dramatische Zuspitzung findet ihren passenden Höhepunkt. Geschulte Kenner werden natürlich an manchen Stellen einen Einfluss aus -The Gallery-, -Spirits And August Light- oder auch dem grandiosen -Above The Weeping World- von INSOMNIUM [um mal ein neueres Album zu nennen] heraushören können, im Gesamtzusammenhang jedoch verschwimmen solche Anleihen dank des mehr als nur flüssigen Arrangements der Stücke rasch.
In einem siebenminütigen Stück wie dem genialen -Held In Hollows- oder den kürzesten zehn Minuten der Welt, -Countless Skies-, passiert so viel wie bei so manch anderen Combos in fünf vollen Alben. Sicher, als Bauernfänger beziehungsweise theoretische Single würde -Aspect- eine ungefähre Ahnung davon geben, zu was BE'LAKOR im Stande sind, doch ist dies der schwächste Beitrag auf -Stone's Reach-, wenn auch auf sehr hohem Niveau. Zwischen Melancholie und aggressivem Vorausgepresche werden nicht nur Brücken geschlagen, sondern auch dermaßen wunderbar funktionierende Hybride erzeugt, dass einem die Kinnlade herunterklappt - mit jeder weiteren Runde im CD-Spieler ein Stück weiter.
Nach einem ausgedehnten Dornröschenschlaf zeigt Australien seine immer schärfer werdenden musikalischen Krallen, der neueste Beweis für diese Entwicklung ist -Stone's Reach- - das Geilste seit gefühlten zehntausend Jahren aus dem melodischen Todessektor!
6,5 von 7; Michael Bambas; 23.11.2009 (metalnews.de)
Be'lakor treten nun, etwa 10 Jahre später, in die Fußstapfen der Schweden und halten locker mit den melodischen Stücken der Genannten mit. Und übertrumpfen sie in der Intensität manchmal noch, so dass man sich immer wieder an die Authentizität von Amon Amarth erinnert fühlt.
Die Truppe aus Down Under hat aber noch ein paar weitere Eisen im Feuer. So mischen Sie ihre melodischen Riffs mit dezenten Keyboards, die zwar selten eine tragende Rolle einnehmen, aber dem Ganzen eine stark im Moll-Bereich angesiedelte Note verleihen. Und auch an den Stellen, an denen die Keys einmal die Federführung übernehmen, wirken sie nicht aufdringlich, sondern unterstützen den Song, ohne auf billige Effekthascherei zu setzen. Das hat -Stone's Reach-, das Zweitwerk von Be'Lakor auch überhaupt nicht nötig. Schließlich sind einige der Stücke über 10 Minuten lang.
Moderner Death Metal trifft auf Amon Amarthsche Stimmung und die Stücke sind einfach allesamt Knaller. Interessant aufgebaut, durchdacht und spannend. Der Sound könnte vielleicht etwas aggressiver sein, aber vielleicht ist es auch gut so, es bestünde die Gefahr, dass man nicht alles hört und das Album vielleicht vorschnell in die Metalcore Ecke packt. Da gehört es aber definitiv nicht hin.
Selten hat mich ein Album in den letzten Jahren so begeistert, und hier ist es wirklich so. Am liebsten würde ich -Stone's Reach- nicht mehr aus dem Player entfernen. Meine ersten 13 Punkte in über 3 Jahren Rezensententätigkeit, unglaublich. Absolute Empfehlung. Reinhören und Kaufen!
13 von 13; Shadowthrone (schwermetall.ch)