Stonefuze ist keine neue Band. Unter dem Namen Cornerstone hat das schwedisch- amerikanische Quartett bereits drei CDs veröffentlicht, deren letzte "Jesus rides Harley too" durchaus überzeugen und eine kleine Fangemeinde versammeln konnte. Jetzt gibt's nach einer mehrjährigen Denkpause also unter dem neuen Bandnamen eine neue CD.
Ursprünglich war Cornerstone / Stonefuze als Bluesrockband gegründet worden. Jedoch war man mit jeder Veröffentlichung mehr in Richtung Hardrock / Bikerrock geschwenkt. Dieser Trend setzt sich auf "Stonefuze" konsequent fort. Geboten werden elf straighte Hardrocksongs irgendwo im weiten Feld zwischen Steppenwolf und Motörhead. Auf Balladen wird konsequenterweise verzichtet, auf Keyboards auch.
Mick Nordström und Samuel Gustafsson an Drums und Bass grooven rhythmusmäßig fett ab, die Gitarrenriffs von Mattias Holm sind bissig und tragfähig, Kent Franklins Gesang kratzig, die von der Band selbst übernommene Produktion genretypisch rauh und druckvoll, das Packaging von Christian Rivel hochprofessionell. Wem das reicht, der kann bedenkenlos zugreifen. Leider gibt's jedoch auch ein paar Minuspunkte:
Da ist in erster Linie das etwas uninspirierte Songwriting zu nennen, was Melodien und Texte betrifft. Die Gitarrenlinien werden zu oft mit Gesang bloß gedoppelt, anstatt einen Gegenpol zu setzen. Der gelegentlich einsetzende Backgroundgesang wirkt etwas aufgesetzt. Die Texte sind streckenweise etwas platt... aber das kann man in diesem Genre wohl verschmerzen. Insgesamt hat die Band es in den letzten Jahren versäumt, ihre zweifellos fetten Grooves und Riffs in erstligareife Songs zu überführen - vielleicht hat auch ein sach- und fachkundiger Produzent gefehlt, mit dem man an den Songs hätte weiter arbeiten und perfektionieren können. Auf einem Livekonzert beim Bikertreffen gehen Band und Publikum sicher voll ab, aber auf CD wirkt es leider etwas zu einfallslos. Im allerletzen Song "Unknown" versucht man plötzlich Ozzy zu imitieren - auweia, das geht fürchterlich daneben. Nach 40 Minuten ist die CD dann auch schon zu Ende.
Trotzdem gibt's von mir ganz knappe vier Sterne. Als Anspieltipps nenne ich mal "Motor Music" und "Redeemer". Im direkten Vergleich würde ich das Vorgängeralbum "Jesus rides Harley too" eindeutig vorziehen.