...besonders lange hats ja eigentlich gar nicht mal gedauert, bis Sony/BMG sich entschlossen haben diese beiden ziemlich gefloppten Cypress Hill Scheiben im Doppelpack der musikhörenden Bevölkerung hinterher zuschmeißen. Wer den Abstieg von Cypress Hill von einer der stärksten HipHop Formationen der kompletten 90iger zu einem Schatten ihrer selbst im neuen Jahrtausend gerne nochmal selbst hören will, bekommt hierfür jetzt wenigstens eine erschwingliche Alternative.
Wer allerdings grade erst in den Sound von Cypress Hill einsteigen will, soll sich hier bloß nicht zu leicht ködern lassen. Der Absturz von CH nach IV war gewaltig und hart. DJ Muggs rennt seiner Form als einer der einfallsreichsten Produzenten der Westküste seitdem hinterher. Auf Skull&Bones hatte er bereits vergessen wie man die düster und atmosphärisch dichten Beats macht, die Partner B-Real und Sen Dog für ihren Rap benötigen (es war vor allem die Skull Scheibe (HipHop), nicht die Bones "Zusatzdisk" (Rap-Metal Crossover) die enttäuschte.
Soviel zur Vorgeschichte.
Kein Wunder also, dass Muggs und co. mit dem nachfolgenden "Stoned Raiders" entgültig den Crossover ins Standardrepertoir aufgenommen haben. Ob das wohl daran lag das Rap-Metal zu der Zeit (immer noch) so populär war? Ich würde hier jedenfalls nicht von "Sellout" sprechen, sondern eher von kreativer Krise, schließlich sind CH nicht einfach mit auf den Crossoverzug aufgesprungen, sondern haben ihn anno dazumal mit ihren Beiträgen zum Judgementnight Soundtrack erst mit in Fahrt gebracht. Trotzdem ist dieses Experiment mal so ziemlich mißglückt. Die Art von Musik mit der CH groß geworden sind und sich eine treue Fanbasis aufbauen konnten suchte man hier jedenfalls vergebens.
Mit "Till Death do us Part" kehrten CH den allzu überstrapazierten Ausflügen zum Rock bereits wieder den Rücken. Nicht nur das, sie versuchten auch ihren Sound um Raggae- und Dancehall- Einflüsse zu bereichern. Auch das hat irgendwie nicht funktionier, kann aber entschuldigt werden. Wenigsten wurde mal was ganz anderes ausprobiert. Schade ist nur, dass Muggs entgültig verlernt zu haben scheint, wie man einen guten Beat macht. Diese stapfen nämlich langweilig
und gemächlich vor sich hin und am Ende fragt man sich ob nun irgendeiner der Tracks gut oder schlecht war, nur um schonmal festzustellen das die meisten zumindes nicht besonders einprägsam (um nicht zu sagen: Schlicht langweilig) waren. Nur die allzu Raggae lastigen Nummern (z.B. Ganjah Bus) haben einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen und der wahr leider sehr schlecht.
Ein Problem ist dabei natürlich auch das Sen Dog und B-Real eine Scheibe nicht einfach aus einer schlechten/langweiligen Produktion retten können. Die beiden haben gute Rhymeskills, haben aber nie zu den einfallsreichsten Textern gehört. Praktisch alles was auf einer der beiden Scheiben gesagt wird, wurde früher schon mal gesagt und das eher besser.
Insgeamt sind CH im neuen Jahrtausend ziemlich langweilig geworden. Sie bemühen sich zwar immer mal wieder neue Stilelemente in ihren Sound aufzunehmen, haben dafür aber nicht grade ein gutes Händchen. Wirklich beängstigend ist aber, wie schwach und ausgebrannt sie bereits seit Skull&Bones wirken, wenn sie versuchen zu altbewährten Mustern zurück zu kehren. Man kann nur hoffen, dass sich die Jungs mal eine wirklich längere Auszeit nehmen und mit neuem Elan an die Sachen rangehen. Ich habe eigentlich schon noch das Gefühl, dass in Muggs noch eine richtig gute Scheibe drinn steckt, wenn er nur mal wieder richtig düster wird (und seine Ausflüge in den Trip-Hop lassen da ja eigentlich durchaus hoffen).
Wer unbedingt die neueren Machwerke haben muss, ist mit diese Compilation wohl gut bedient. Es gibt durchaus auch die ein andere gute Nummer (z.B. der Titeltrack von "Till death do us appart" mit der irgendwie schon ziemlich coolen Kirchenorgel (so ähnlich klingt es jedenfalls)). Aber eigntlich ist das Material vorwiegend schwach. Aber Zweimal eine schwache "Einstern-CD" macht zusammen immerhin zwei Sterne :)
Neulingen sei ein Blick auf die ersten vier Alben angeraten (mir gefällt "Temples of Boom" nachwievor besonders gut, für die meisten ist aber wohl "Black Sunday" das Lieblingsalbum). Im übrigen gibts für die ersten drei sogar eine dreifach CD Box, für die denen es einzeln zu teuer ist. Auch ein Blick auf die Machwerke von Psycho Realm, einer befreundeten Formation könnten sich lohnen.
Und noch ein Wort zur Vorsicht: Da es sich um Sony/BMG handelt, sollte man sich wohl besser vergwissern, dass sich die "CD's" auch an den gängigen CD-Standard halten. Andernfalls können Probleme beim abspielen und sichern auftreten.