Angie Stone hat Klasse. Und um genau das unter Beweis zu stellen, tritt sie nun erneut ein in den Kampf um die Krone der Königin des Nu-Soul. Im Jahre 1999 erschien sie zum ersten Mal solo auf der internationalen Bildfläche des musikalischen Geschehens und präsentierte sich mit ihrem Solo-Debut "Black Diamond" einem breiten Publikum. "Black Diamond" war das was sich der geneigte Soul-Hörer gewünscht hatte. Soul mit Seele und Herz und vor allem Soul, der genau daher kam. 15 auf CD gepresste Soulperlen enthielt Black Diamond, darunter das wunderschöne "No More Rain (In This Cloud)", das groovende "Life Story" sowie weitere Perlen wie "Green Grass Vapours", "Love Junkie" und das von Lenny Kravitz auf seinem "Are You Gonna Go My Way" performte "Heaven Help", dem Angie Stone mit ihrer göttlichen Stimme neues Leben einhauchte. Ein weiterer Höhepunkt des Albums war das an Prince angelehnte "Black Diamonds & Blue Pearls", welches zwar nur ein Interlude war aber dennoch die herausragenden Qualitäten der Ms. Stone nur zu deutlich veranschaulichte.
Jetzt 5 Jahre später präsentiert uns eben diese Dame ihren dritten Longplayer "Stone Love". Nachdem ihr 2001er Erfolgsalbum "Mahogany Soul", was die Qualität anging ihr Debut noch um einiges toppen konnte und mit unwiederstehlichen Soul-Hymnen wie "Brotha", einer Hommage an die großen schwarzen Brothers wie Martin Luther King oder Muhammed Ali, dem wundervollen Duet "More Than A Woman" mit Calvin Richardson ihrem damaligen Lebensgefährten und dem Meisterwerk der Platte "Wish I Didn't MIss You" aufwarten konnte. Nach zwei Alben dieser Güteklasse hätte Ms. Stone getrost mit dem Gefühl in Rente gehen können, dem Soul wieder Leben eingehaucht zu haben.
Aber da liegt es nun, das dritte Soulmanifest der "Queen Funk", der "Mother-of-NuSoul". Aber kommt "Stone Love" an die Vorgänger heran und wird es den enormen Erwartungen gerecht?
Schon das Intro macht klar, dass die Qualität unverändert geblieben ist. 16 neue Songs enthält "Stone Love", 16 Songs die klar machen, dass sie nichts verloren hat von ihrem Soul. 16 x zeigt uns Ms. Stone wie tiefer, ehrlicher und erdiger Soul klingen muss. Dabei wird sie ein über's andere Mal von nicht weniger illustren Gästen unterstützt. So gibt sich Rap-Superstar Snoop Dogg auf "I Wanna Thank Ya", der ersten Single, die Ehre und überlässt wenig später auf "My Man" den beiden Damen von Floetry das Mic. Auf "U-Haul" darf Missy Elliott, die zuletzt für Monica deren letztes Album "After The Storm" produzierte, zeigen über welch außergewöhnliche Producer-Qualitäten sie verfügt und wie soulful auch ihre Produktionen sein können. Weitere Gäste auf "Stone Love" sind Anthony Hamilton bei "Stay For A While" Diamond Stone auf "You're Gonna Get It", Betty Wright auf "That Kind Of Love" und Stone's neuer Soulmate T.H.C.
Nach der knappen Stunde die die Dauer von "Stone Love" umfasst ist der Bedarf nach einer großen Stimme, großen Melodien und viel viel Soul nur für kurze Zeit gedeckt, nur bis der Hunger erneut aufkommt...und der Hörer anfängt sich auf Album Nr. 4 zu freuen und zu hoffen - zu hoffen, dass Ms. Stone sich auch beim diesem nächsten Alben die Zeit nimmt und Kreativität findet ein solches Meisterwerk zu schaffen.