Aus der Amazon.de-Redaktion
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Optisch ist die Disc sehr zu empfehlen. Brillante Farben und einwandfreie Schärfewerte machen sich genauso bemerkbar wie Artefakt- und Rauschfreiheit. Akustisch bleibt leider Räumlichkeit zu vermissen. Lediglich die lebhaften Musikstücke schaffen es einen wirklich vollen Raumklang zu generieren. das Bonusmaterial ist nicht nur aufwendig gestaltet, sondern auch informativ.
Bild: Die warmen Farben und Lichtstimmungen kommen satt und naturgetreu herüber. Dem entsprechend positiv fallen auch Kontrast- und Schärfewerte aus (Wimpern, 01:16:26). Stellenweise bieten sich Landschaftsaufnahmen wie aus einem hochwertigen Animationsfilm (Bäume vor Herrenhaus, 00:04:54). Nur selten schlagen Gesichtsfarben ins Übersättigte um (Männergesichter, 00:05:51). Das Bild bleibt außerdem durchgängig frei von Rauschen und Artefakten. Insgesamt eine Wohltat für Augen wie Sinne.
Ton: Wie sollte es anders sein, ist es doch natürlich die Musik, die vor allem in den bunten Ballszenen alle Kanäle auszulasten vermag und das Gefühl vermittelt, als würde man selbst mittanzen. Zwischen englischem und deutschem Ton entsteht dabei keinerlei Konkurrenz. Wenn auch das Original mit mehr sprachlichen Feinheiten versehen ist und den "British way of life" authentischer vermittelt, so kann die deutsche Fassung mit Klarheit auftrumpfen. Leider vermittelt sich die Raumkulisse in beiden Versionen nicht sonderlich kraftvoll. Das Menschengewimmel eines großen, belebten Marktplatzes überträgt sich akustisch nicht durch die hinteren Boxen, sondern nur über ein paar leise Glockenschläge. Das ist etwas enttäuschend, wenngleich die Dialoge, die in diesem Konversationsdrama im Vordergrund stehen, gut ausgebaut sind. Ärgerlich bleibt bei alldem dennoch, dass sich während des laufenden Filmes nicht zwischen den Tonspuren wählen lässt, ohne ins Menu zu springen und den Film daraufhin wieder von vorne starten zu müssen.
Extras: Die DVD bietet ein sehr hintergründiges Bonusmaterial, das sich besonders historischen Details mit großer Aufmerksamkeit widmet. In "Die Diplomatie des Werbens im 18. Jahrhundert" (4:23 min.) geht es um Verhaltensregeln, die das alltägliche Leben im 18. Jahrhundert kennzeichneten. In Interviews, die mit Filmszenen bebildert werden, berichten Produzenten, Choreographin, die Leiterin des Jane-Austen-Hauses, sowie Regisseur udn Darsteller über Vorgaben und Umsetzung. "Die Herrenhäuser von Stolz und Vorurteil ist eine interaktive Karte von England, auf der die Drehorte verzeichnet sind. Anwählbar und dann mit Fotogalerie oder aufwendigem Film über das jeweilige Gutshaus anschaulich gemacht wurden Chatsworth House ind Derbyshire (2:56 min.), Basildon Park in Berkshire (2:13 min.), Burghley House in Lincolnshire (3:53 min.), Wilton House in Wiltshire (2:30 min.) und Groombridge Place in Kent (4:23 min.). Zu jedem Drehort steht auch eine Fotogalerie zur Verfügung. In diesem Feature werden sehr schön aufgearbeitete Informationen geliefert, die über den üblichen Informationsgehalt einer DVD hinausgehen. "Die Bennets" (6:01 min.) liefert Kommentare und Bilder zu den Figuren aus Film und Austens Vorlage. "Jane Austen und ihre Zeit" (8:03 min.) berichtet über neue Versionen und andere Hollywood-Austen-Verfilmungen. Außerdem enthält das Feature zahlreiche Kommentare zu Austens Büchern. "Familienstammbäume in Stolz und Vorurteil" beschäftigt sich wie "Die Herrenhäuser von Stolz und Vorurteil" in interaktiver Form mit den Verwandtschaftsbeziehungen der Figuren, die in einem schön gestalteten Stammbaum erläutert anwählbar sind. Die "Bildergalerien aus dem 19. Jahrhundert" teilen sich in Kleider und Kostüme, Schmuck und Accessoires, Möbel und Einrichtungsgegenstände auf. Die Auflistung ist gelungen, allerdings bleiben dabei Infos zu den einzelnen Stücken (z.B. um was für ein Kleid oder Möbelstück es sich bei dem abgebildeten handelt) zu vermissen. Im "Drehtagebuch" (6:17 min.) widmen sich die Schauspieler ihren Kollegen und berichten von der Zusammenarbeit beim Dreh. Des Weiteren sind ein alternatives Ende der US-Fassung (2:28 min.), ein Audiokommentar von Regisseur Joe Wright und ein Trailer zum Film "Nanny McPhee" auf der Disc enthalten. Ein insgesamt umfangreich hintergründiges Material. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Elizabeth Bennet, schrieb Jane Austen am Ende ihrer Tage, sei ihr die liebste aller von ihr erdachten Figuren. Nicht nur deshalb gilt 'Stolz und Vorurteil' mit eben jener klugen, aufgeklärten und für ihre Zeit emanzipierten Frau als zentrales Werk im Oeuvre der Schriftstellerin. Der Roman selbst mit seiner ausgefeilten Figurenkonstellation, seiner fein pointierten Gesellschaftskritik und seiner romantischen Liebesgeschichte ist ein zeitloses Meisterwerk. Kein Wunder, dass sich zahllose mehr oder weniger gelungene Liebesdramen, -komödien und -schnulzen nebst halb Bollywood bei 'Stolz und Vorurteil' bedient haben. Ebenfalls kein Wunder, dass sich seit Jahren kein Regisseur an die Verfilmung des Dickschiffs von Original gewagt hat. Zuletzt setzte 1995 der arrivierte britische Regisseur Simon Langton den Stoff mit Jennifer Ehle und Colin Firth in den Hauptrollen als Mini-TV-Serie um - mit fünf Stunden Länge und großer Interpretationsfreiheit. Deutlich sparsamer an Zeit, inhaltlich dichter an der Vorlage und insgesamt im besten Sinne gravitätischer geht nun Joe Wright zu Werke. Zwar sind die durch Stolz und Vorurteil verursachten Irrungen und Wirrungen, die die fünf Töchter des duldsamen Vaters Bennet (Donald Sutherland) auf der Suche nach dem rechten Ehegatten erdulden müssen, höchst amüsant - auch und vor allem wegen der umtriebigen Mutter Bennet (Brenda Blethyn). Doch Keira Knightley überrascht mit einer Ernsthaftigkeit und Präzision, die ihre bisherigen Rollen nahezu konterkariert. Ihre Elizabeth Bennet hat nichts mit den Schienbein tretenden, Säbel oder Axt schwingenden Sympathie-Amazonen aus 'Kick It Like Beckham', 'Fluch der Karibik' und 'King Arthur' zu tun, und auch das zeitgeistige Zuckersüße ihres Parts aus 'Tatsächlich ... Liebe' ist meilenweit entfernt. Ganz im Sinn der Romanfigur versprüht sie in jeder Einstellung eine grazile Anmut zwischen Mädchen und Dame, ohne die von Jane Austen angedachte Natürlichkeit und Klugheit zu verlieren. Dass die junge Schauspielerin dabei manchmal fast an die Grenzen ihres Könnens stößt, fängt der Regisseur durch kluge Schnitte und in erster Linie durch ein exzellentes Ensemble auf. So stehen Knightley vor allem Matthew MacFadyen als zurückgenommener und spröder, jedoch jederzeit präsenter Mr. Darcy, Bond-Bad-Girl Rosamund Pike als ältere Schwester Jane und in wenigen furiosen Auftritten Judi Dench als Lady de Bourgh zur Seite. Daneben gelingen Wright bei den pompös inszenierten Ballszenen atemberaubende Choreografien, bei denen die verschiedenen Akteure minutenlang ohne einen einzigen Cut anscheinend schwerelos durch Menschenmengen, verschiedene Räume und - auf Sekundenbruchteile genau getimt - aneinander vorbei kreuzen. Roman Osins Kameraarbeit reicht dabei in guten Momenten sogar an 'Barry Lyndon' heran. Als einziger Wermutstropfen bleibt anzumerken, dass das in der Vorlage stärkere Moment der gesellschaftlichen Reflexion auf wenige Szenen beschränkt bleibt. Ein Preis, den man angesichts dieses Instant-Classics gerne bezahlt. tw.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Als ein wohlhabender Junggeselle und sein kultivierter Freundeskreis ihre Sommerresidenz in einer nahe gelegenen Villa einrichten, herrscht bei den Bennets wegen der vielen möglichen Verehrer große Aufregung. Tatsächlich bändelt der Neuankömmling Mr. Charles Bingley sofort mit der ältesten Tochter Jane an. Als Lizzie jedoch den gut aussehenden und versnobten Mr. Darcy kennen lernt, gefährden schon bald Stolz und Vorurteile ihre aufkeimende Liebe. Können die Gefühle der beiden dennoch siegen - und kann Lizzie endlich einen Grund zum Heiraten finden...?