In "Stolz der Toten" geht es um einen Studenten, der, um sich etwas Geld zu verdienen, Leichen von einem Alkohol-Bassin in einen anderen "umbettet". Werden Anfangs die Leichen noch als Gegenstände angesehen, so vertieft sich der Student doch immer mehr in seine Arbeit, führt teilweise sogar gedankliche Zwiegespräche mit ihnen. Auch erkennt man deutlich, dass die Hauptfigur immer mehr Problemen mit den Lebenden zu haben scheint, so zum Beispiel mit einem Professor der dem Studenten Geldgier als Triebkraft vorwirft. Somit stellt sich für ihn, wie auch für den Leser, die Frage, ob die Toten nicht vielleicht doch die angenehmeren Zeitgenossen sind. Was natürlich wiederrum auch, in irgendeiner Form, eine Frage nach dem Sinn des Lebens ist. Angetrieben wird diese Intention noch durch diverse Gegebenheiten oder Gespräche die dem Studenten wiederfahren. Aber dazu sei natürlich an dieser Stelle nicht zuviel verraten!
Im Laufe der gerade mal 78 Seiten, schafft es Oe dieser Erzählung eine sehr eindringliche Stimmung zu verpassen. Er beschreibt das fade Licht während der Arbeit, den Geruch des Alkohols gemischt mit dem der Leichen. Überhaupt ist es eine sehr klare Sprache die Niemandem Schwierigkeiten machen dürfte.
Also Fazit: Ein dünnes Buch mit viel Inhalt. Ich kann es nur empfehlen, besonders als Einstieg in das Werk des Kenzaburo Oe! LESEN!