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Ein Leben mit der chronischen Krankheit Epilepsie auszurichten, ist nicht immer sehr leicht. Um das Anfallsrisiko möglichst gering zu halten, gilt es für viele von dieser Krankheit betroffenen Menschen, Stress zu vermeiden. Das bedeutet, sein Leben zu strukturieren, also z.B. auf einen ausgeglichenen Schlaf-Wach-Rhythmus zu achten. Der Zwang zur regelmäßigen Einnahme von Medikamenten wird von vielen als Belastung empfunden. Dabei spielen vor allem die häufigen Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten eine Rolle. Und wenn es doch zu einem Anfall kommt, erwacht man beispielsweise als Mittelpunkt einer umstehenden Menschenmenge im Supermarkt oder steht nachts im Schlafanzug vor seiner Wohnungstür.
Ursula Schuster engagiert sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich im Landesverband der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg in Tübingen. Motiviert durch ihren an Epilepsie erkrankten Sohn veröffentlichte sie 1990 das Buch "Michaels Fall". Sechs Jahre später folgte das zweite Buch "Lauter Stolpersteine". Und nun, im Jahre 2008, erschien ihr neustes Werk: "Stolpersteine - Na und?"
Dieses Buch erzählt von fünf Charakteren, die es geschafft haben, trotz ihrer chronischen Erkrankung ihr Leben so zu gestalten, wie sie es gestalten wollen. Jenny z.B. ist 20 Jahre alt, macht eine Ausbildung als Erzieherin und strahlt förmlich vor Lebensfreude, als sie ihr Leben mit ihrer Epilepsie in einem Interview darstellt. Daniels Anfälle haben ihm nicht den Mut zum Leben genommen. Vor allem seine Willenskraft ermöglichte es ihm, bis zum 60. Lebensjahr berufstätig zu sein. Seit beinahe 28 Jahren lebt er trotz Handicap und halbseitiger Lähmung glücklich mit seiner Frau zusammen.
Wie erfrischend ist es, in diese Leben zu blicken! Wie in ein Fenster oder als ein stiller Zuhörer verfolgt der Leser die Interviews der Befragten: Ulrike, Jenny, Daniel, Herbert und Sabine. Sie haben aus ihrem Schicksal das Beste gemacht. Jeder hat die Kraft dafür gefunden, sein Leben nach den individuellen Wünschen zu gestalten. Die Epilepsie war dabei lediglich Anstoß zu einem höheren Bewusstsein, zum bewussteren Leben. Es ist zu ersehen, dass negative Erfahrungen sich positiv auf das Leben auswirken können, obgleich jeder anders aus seinen Stolpersteinen lernt und profitiert.
Anja Puder --einfälle, Die Zeitschrift der Deutschen Epilepsievereinigung e.V., Nr. 109,1. Quartal 2009, s.42.
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