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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Himmel ist die wahre Hölle,
Von
Rezension bezieht sich auf: Stollbergs Inferno (Broschiert)
Eine originelle, einfache und trotzdem sehr lehrreiche Geschichte. Manchem Leser wird sie ein wenig blasphemisch vorkommen, aber das ist ja gerade das Erfrischende. Der Religionskritiker Stollberg stirbt und kommt in die (Vor-)Hölle. Dort trifft er viele große Philosophen und Denker, die alle, wen wundert es, wegen kritischer Einstellungen in der Hölle landeten.Die Handlung ist einfach: die Geistesgrößen wollen die Hölle, in der die Menschen wie in einem Konzentrationslager gepeinigt werden, befreien und Gott vom Thron stürzen. Einfach erzählt, sicher kein epochaler Stil, aber unterhaltsam. Durch die lebendige Charakteristik von Camus, Nietzsche, Marx usw., das kurzweilig eingestreute philosophische Geplänkel und die kleinen Geschichten (was verbindet Janis Joplin, Jimi Hendrix und Jim Morrison in der Hölle? Was macht Frank Zappa dort?) über Künstler, Maler und Philosophen bekommt das Buch eine eigene Qualität, die über jene des Romans hinausreicht: Es bietet einen Abriß der Philosophiegeschichte und eine Einführung in die Religionskritik. Wer noch ab und zu den Blick über den Tellerrand riskiert, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
47 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zur Hölle mit der Hölle,
Von
Rezension bezieht sich auf: Stollbergs Inferno (Taschenbuch)
Ein einfallsreicher Aufstand gegen den christlichen Gott in seiner biblischen Originalversion, das ist Stollbergs Inferno.Der Haupt-Handlungsstrang mag dabei "trivial" sein, wobei man einen solchen kaum im durchschnittlichen Heimatroman erblicken wird: In der schlimmsten Vorhölle treffen atheistische Philosophen aufeinander und zetteln eine Revolution gegen Gott an, der die Seelen der Un- und Halbgläubigen foltert. In den Himmel, wie ihn sich die Bibel vorstellt, kommt nämlich so gut wie niemand, weshalb fast die ganze Menschheit letztlich in der Hölle landet. Es kommen viele Philosophen als Charaktere in diesem Buch vor. Um sie "lebendig zu machen" sind 240 Seiten vielleicht nicht genug, aber ihre Ansichten werden durchaus korrekt wiedergegeben. Es ist gar nicht nötig, etwa Nietzsche oder Albert Camus ungläubige Ansichten in den Mund zu legen, denn sie waren nun einmal Atheisten. Es gab nicht viele große Denker, die tief religiös waren. Warum wohl? Mit den Quellen wird also korrekt umgegangen, mit Nietzsche ist sogar ein besonders amüsanter Charakter gelungen. Ob man etwas mit der Handlung anfangen kann, in der sich Atheisten durch die Hölle bis hoch zu Gott durchkämpfen, das ist immer subjektiv. Mir hat diese Idee gut gefallen, denn sie ist wenigstens ehrlich und nicht halb-aufgeklärt oder halbreligiös. Im Detail jedenfalls ist das Buch anspruchsvoll und stilistisch leicht zu genießen. Klar, kaum jemand in unserem Kulturkreis glaubt heutzutage noch an die Hölle und an den biblischen Gott. Umso geeigneter ist Stollbergs Inferno, um eine wichtige Frage aufzuwerfen: Ist es überhaupt sinnvoll, sich noch als Christ zu bezeichnen, wenn man all diese Dinge nicht glaubt? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
32 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein höllisches Vergnügen,
Rezension bezieht sich auf: Stollbergs Inferno (Taschenbuch)
Wer den Vorspruch des Romans (Das stärkste Argument gegen Gott - wäre der Beweis seiner Existenz) auf Anhieb versteht, für den wird seine Lektüre ein reines Vergnügen sein. Andernfalls muss man nur den Zweifel als Ausgangspunkt des Denkens schätzen und ein wenig weltanschaulich aufgeschlossen sein. Der Leser wird dann reich belohnt, z. B. durch Teilnahme an Verhören des göttlichen Inquisitors, denen der verstorbene Religionskritiker und Philosoph Stollberg ausgesetzt wird. Seine fantastischen Erlebnisse in der (katholischen) Vorhölle und die Solidarisierung der dort versammelten Geistesgrößen und Todsünder lassen einen nicht mehr los. Die exakt durchgeplante Story verbindet auch philosophischen Tiefgang mit bewundernswerter und witziger Lockerheit. Die Begleitung der verschwörerischen Philosophen durch die verschiedenen Vorhöllen auf dem Marsch zur Revolte gegen Gott ist ein intellektuelles Vergnügen, und die Spannung steigt. Ein hervorragendes Glossar erläutert das Wesentliche zu den in die Geschichte integrierten Denkern. Man kann nicht anders, als diesen Romanerstling eines Philosophen und Musikers in einem Zug zu verschlingen. Ein köstliches und leicht lesbares Buch, das man auch jungen Leuten empfehlen kann.
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