Für mich die Entdeckung des Jahres 2008! Jun Miyake verließ vor etwa 15 Jahren seine japanische Heimat, zog nach Paris und New York, setzte seine Ideen in der Werbebranche und in exotischen Projekten um. Er war nirgends zu Hause und schaffte sich alle musikalischen Grenzen vom Hals. Vorher studierte er am Bostoner "Berklee College of Music" Jazz. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist er bei vielen wichtigen Jazzfestivals vertreten und wurde mit Preisen dekoriert. Miyake hat aus dem Gefühl heraus, dass alle Musikrichtungen in den späten 1970er-Jahren ausgereizt waren, angefangen, neu zu kombinieren, zu vermischen und Grenzen niederzureißen. Jazz, Chanson, TripHop, Schlager, Avantgarde, gregorianische Choräle, lateinamerikanische und arabische Farben werden meisterhaft umgesetzt mit Trompete, Cello, Oud, Mandoline, einem bulgarischen Chor und Sinfonieorchester. Dazu kommen elektronische und akustische Klangerzeuger, raffiniert und perfekt arrangiert. Miyakes bis ins letzte Detail durchgetüftelter Klangkosmos besitzt sehr viel Geschmack und noch mehr subtile Gestaltungskraft, die aus den Elementen ein aufregendes musikalisches Netzwerk zu knüpfen vermag...