Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
51 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine gro-ho-ße Epoche, geht Ä-ändlich zu Äände! , 8. Oktober 2007
Endlich schlägt jemand "den Kerkeling" in den Hörbuch Verkaufs-Toplisten. Ich hatte ja schon ernsthaft in Erwägung gezogen den Jakobwsweg zu pilgern, oder zumindest mal den Norbert-Krabbe-Frord aufzusuchen! Nun bin ich doch sehr erleichtert. Dass nun ausgerechnet der bayrische -mittlerweile- Ex-Ministerpräsident derjenige welche ist, der "den Kerkeling" geschlagen hat - finde ich vollkommen spannend!
Der Träger des Karl Valentin Ordens, verlässt die "nicht sich verändernden Planken". Dieser Tage war es ja soweit: Edi zog den Hut! Und Jürgen Roth hat ein großartiges Drama (ähm, Satire!) um das Wirken Stoibers geschrieben. Gesprochen wird das alles, von Stoibers uneloquent-widersprüchlichen bis peinlichen "Sagern" gespickt und von den Biermösl-Blosn musikalisch untermalt (besser "unterstanzlt"), großartig, in ernsthafter Dokumentations-Manier nämlich, von Gerd Heidenreich. (Nebenbei gibt's auch noch ein paar genial eingesprochene Zitate von Jörg HUbe, Wolfgang Krebs und Gerhard Polt "A Rua is!".)
Die CD im hochglänzenden Digipack enthält auch ein schickes, aufklappbares Stoiber-Poster. (Polt: "So!?")
Ob diese Satire hätte sein müssen? Es gibt viel Dinge unter der Sonne die nicht hätten sein müssen, aber dennoch ganz schön heftig zum Schmunzeln anregen. Da ich dem Stoiber seine Versprecher beizeiten nicht alle gehört hab, bin ich von dieser Hör-Satire recht angetan. Vor allen Dingen weil die Zusammenstellung so bemerkenswert zusammengesampelt, gesprochen und g'stanzlt wird!
Entscheiden Sie selbst. Ich kann nicht anders als sagen: Anhören!
----------------------------------------------------------------------------
Hörbuch- /Hörspielbewertung:
----------------------------------------------------------------------------
Inhalt: ***** | Sprecher: ***** | Hardware: ***** | Preis/ Leistung: *****
----------------------------------------------------------------------------
auf meiner persönlichen Horchlatte: ****(*)
-----------------------------------------
Apiculas Horchlatte: * - unerhört, ** - überhörbar, *** - eintönig, **** - hörenswert, ***** - hörrlich!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fludernd glühende Satire, 28. März 2008
Wem kommt beim Anblick dieser CD nicht als erstes die Lübke-LP von "pardon" in den Sinn?! Und zweifellos liegt angehörs (frei)staatsrednerischer Dampfwalzen die Idee nahe, auch aus Stoibers gesammeltem "Äh"-Beiwerk eine CD zusammenzustellen. Die gottlob nun obsoleten "Zehn Minuten" ("Sie steigen in den Hauptbahnhof ein..."), den Problembär, die hingerichtete Blume, die nicht-rote Mitte und die fludernde Glut, die dümmsten melkerwählenden Kälber, Stoibers theoretischen Humor und "die anderen Brasilianer"... -- sie und noch viele weitere Meilensteine politischer Rednerkunst hört man immer wieder gern, auch wenn man ihren Urheber wirklich nur deswegen in der Öffentlichkeit vermisst.
Dennoch war es eine gute Idee, aus Stoibers oratorischen Gesamtkunstwerken ein kongeniales Hörspiel zu machen -- und das nicht nur deswegen, weil man sich "zehn Minuten", Problembär und Co. sowieso längst aus dem Internet heruntergeladen hat. Außerdem kann jeder zusammenkopieren, aber um aus dem Problemredner ein satirisches Gesamtkunstwerk zu machen, unter Verwendung aller Wolfratshausener Klassiker, dazu braucht's die Spezialisten für rhetorische Leichenschau: Die Biermösl Blosn samt Gerhard Polt, Jörg Hube und Gert Heidenreich.
Zugrunde liegt dem Ganzen die Erkenntnis, dass Stoibers Reden ihn nicht nur als unfreiwilligen Dadaisten entlarven: Seine sinnfreie Sprache ("Schmelztiegel der Formen und Fügungen") zeigt Stoibers Rhetorik als angewandte Sprachphilosophie, als Walkürenritt quer durch die Philosophie Adornos und Wittgensteins, als namensinitialienbegründete Freud'sche Psychoanalyse, als Kleists die in die Praxis umgesetzten Essay "über die allmähliche Verfertigung des Gedankens beim Reden". Und freilich wird der auch an allzu passender Stelle zitiert.
Hier lernt man die Abgründe und Abstürze Stoiber'scher Redekunst kennen. Jürgen Roth hat, soweit das überhaupt möglich ist, Stoibers große Momente und Reden thematisch sortiert, und heraus kam eine hinterfotzige Satire im Stil der Dokumentarsendungen. Dementsprechend führt ein unerschütterlicher Gert Heidenreich durch die Facetten von Stoibers Rhetorenleben, herzhaft gewürzt mit viel ungekürztem O-Ton. Dazwischen kommentiert Jörg Hube und zeigt nie gekannte philosophische und politologische Zusammenhänge auf, und wem Polts querulante Zwischenrufe und Keckereien übertrieben vorkommen, der hat offensichtlich nie volkskundliche Studien anhand von Fernsehberichten über CSU-Parteitage getrieben. Nicht zu vergessen die musikalischen Dreingaben der Biermösl Blosn, denen in ihren kommentierenden Moritaten aber auch nix heilig ist -- passend zum Thema beginnt die CD mit einem Walkürenritt, von der Tuba geblasen, und wenn Stoibers revolutionäre Grundsätze durch die "Internationale" nach Art der Biermösl Blosn untermalt werden, oder wenn eine Tuba-Improvisation über Markus Söders bajuwarischen Passgang zu hören ist, dann fällt man schier vom Stuhl vor Lachen. Und sonst auch...
Aber "Stoibers Vermächtnis" ist nicht nur saukomisch geraten, sondern auch decouvrierend: Dass er täglich eine Blume hinrichtet, ist einfach "nur" komisch. Aber wenn "das blonde Fallbeil" (Dieter Hildebrandt) in seinem Nahkampf gegen die deutschen Sprache allzu oft offenbart, wes Geistes Kind er ist, dann oszilliert diese CD zwischen schrillster Komik und blankem Entsetzen; Stoibers Frage "Warum wählen wir denn eigentlich?" war nämlich nicht rhetorisch gemeint... Dass Passagen dieser Art leider oft im Gelächter untergehen dürften, ist aber nicht die Schuld der Produzenten und Sprecher.
Wer auf dieser CD jetzt schnell die Büchmann-Kandidaten aus Stoibers rhetorischem Gesamtwerk sucht -- hier findet er sie: Die "Zehn Minuten" und die "fludernde Glut" sind in Track 2 ("Der Philosoph") versteckt, Becksteins "dicke Akte"-Zitat, den theoretischen Humor und die hingerichtete Blume findet man in Track 3 ("Der Frauenfreund und Familienpater"). Der Problembär lauert im 4. Thema "Das Bier und die Heimat", Stoibers Kampfansage an regellose Regelung und sein Brasilianer-befeuerter Enthusiasmus fallen in Rubrik (6) "Der Ausländer", und dass Franz Josef Strauß "durch den Tod aus dem Leben des Ministerpräsidenten gerissen worden" ist, erfahren wir im abschließenden "Vermächtnis".
Allerdings sollte man nicht ungeduldig nach dem bereits Bekannten stöbern und den Rest vernachlässigen -- "Stoibers Vermächtnis" ist schließlich ganz einfach eine Sternstunde der perfiden Satire, und zwar auch noch beim x+1. Anhören.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wer Heinrich Lübke mochte, wird Edmund Stoiber lieben ..., 28. Oktober 2007
*Dann bedarf es nur noch eines kleines Sprühens sozusagen, in die gludernde Lot, in die gludernde Flut, in die lodernde Flut, wenn ich das sagen darf ...*
~~~~~~~~~~
"Stoibers Vermächtnis" feiert in einem rasanten Hörbild all die unvergleichlichen Ideen und Taten des bayerischen Titans (neben Oliver Kahn): Edmund Stoibers Visionen für das Verkehrswesen, seinen Kampf gegen die Globalisierung, seinen Einsatz für den Osten Deutschlands sowie seine Vorschläge zur Neuregelung von Kompetenz-Kompetenzen und anderen heiklen Dingen ...
All das ist aus seinem eigenen Munde zu hören, sehr einfühlsam begleitet und besungen von der Biermösl Blosn (= Bayerische Folklore und Dialekt mit bissigen satirisch-politischen Texten auf subversive Art...).
"Stoibers Vermächtnis" zeichnet ein eindrucksvolles Bild des 'größten Ministerpräsidenten aller Zeiten' - mit allen O-Ton-Klassikern:
- der Problembär-Diskurs ...
- die Jahrhundertrede zum Transrapid ...
- die Analyse des brasilianischen Wundersturms ...
- sowie eine Vielzahl anderer rhetorischer Spitzenleistungen ...
Außer unserem Edmund kommen zu Wort: Gert Heidenreich, Jörg Hube, Wolfgang Krebs und Gerhard Polt.
Fazit: Mehr als 70 Minuten großer Momente - großer Reden und damit verbundener großer Freude :-))
Zurücklehnen, schmunzeln und genießen --
meint -- Reinhard Busse
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|