Ich entdeckte das Buch zufällig in einem Museum in Bayern und es bestach mich wegen seines Covers, erinnerte es doch entfernt an die Kästner-Bücher meiner Kindheit, allerdings ohne die kindliche Perspektive zu verlassen, ähnlich einprägsam wie das Bild vom kleinen Prinzen, mittlerweile eine Ikone in der Welt der sogenannten Kinderiteratur.
Überrascht war ich aber erst richtig, als ich das Buch aufschlug und eine erfrischende, einfache Sprache entdeckte, frei von aller altkluger Künstlichkeit. Hier muss man nicht Redensarten von Erwachsenen übersetzen, und doch ist das Buch nicht simpel, sondern spannend und modern, obwohl es u.a. von der heute veralteten Technik der Zeppeline berichtet.
Erika Mann schrieb dieses Buch für ihre kleinen Geschwister und es zeugt von ihrer Fähigkeit, sich in die Neugier und die Gefühlswelt von Kindern hinein zu versetzen, in deren Abenteuerlust gleichermaßen wie in ihre Sehnsucht nach Geborgenheit.
Held des Romans ist Stoffel, der seinen Eltern beim Kahnverleih und beim Betrieb eines kleinen Schwimmbades an einem der bayrischen Seen hilft. Als sie aus Mangel an Badegästen in Schwierigkeiten geraten, macht er sich heimlich auf nach Amerika. Nur seine erste Liebe Agi weiß von dem Geheimnis. Sie glaubt an ihn, doch wir zittern mit ihr, ob er sich nicht zu viel vorgenommen hat.
Viel Spaß beim Eintauchen in dieses perfekte Abenteuer!