Das Autorendreigestirn von Aster, Koch und Hoffmann haben einige ihrer Storys aus der Stirnhirnhinterzimmerei ausgewählt und in einem schmucken Bändchen gesammelt, um den Leser auch vor dem heimischen Kamin zu unterhalten.
Berichtet wird von Nashörnern im Westentaschenformat, die mächtig angefressen sind und zwei Saufkumpane in die Bredouille bringen und von Pinguinen, welche die Weltherrschaft an sich reißen und die Textilindustrie damit zu dem Bedeutendsten Wirtschaftszweig weltweit machen. Ursprung, Bedeutung und Geschichte des titelgebenden Stirnhirnhinterzimmers wird anhand einer amüsanten Anekdote von Christian von Aster vorgestellt. 'Berlin in Angst' und schrecken bildet eine moderne, humorvolle 'Dawn of the Dead'-Variante.
Wer sich für Religion interessiert, für den dürfte 'Über den Rauswurf aus Eden' genau die richtige Lektüre sein. 'Das Märchen vom ersten Spielplatz' handelt von einem tragischen Fall von Einhornherpes. 'Knecht Ruprecht packt aus' wird das Weltbild einiger Leser ins Wanken bringen, rüttelt die Story doch gehörig am Image des Weihnachtsmannes. Schauriger geht es in der Geschichte 'Plumpaquatsch' zu, in der ein abgehalfterter Clown froh ist, dass er doch nur ein billiges Plagiat ist.
An der Inhaltsangabe kann man es bereits erkennen, dass die Sammlung phantastischer Kurzgeschichten der Herren von Aster, Koch und Hoffmann äußerst abwechslungsreich und genreübergreifend ist. Insgesamt 18 Storys haben die Autoren zusammengetragen und sich dabei nicht nur der unterschiedlichsten Stilformen bedient, sondern auch frei und vor allem ungezwungen fabuliert. Herauskamen Geschichten, die auf 5 Seiten mehr erzählen als manche Bücher auf 500. Bereits das Vorwort von Günter Steinmeyer ist witzig und unterhaltsam und die geistigen Ergüsse der Berliner Schreiberlinge sind es nicht weniger. Die Geschichten sind nie länger als zehn Seiten, was die Lektüre sehr kurzweilig gestaltet, und doch ist das schmale Bändchen alles anderes als anspruchslos zu bezeichnen. Dass die Autoren auch über ein gesundes Maß an Selbstironie verfügen beweist übrigens ein sehr humorvoller Dialog zwischen dem Schreiberling (Boris Koch) und seiner Muse in der Story 'Ideensuche'. Ein wenig happig erscheint auf den ersten Blick der stolze Preis von 10.00 Euro für die knapp 130 Seiten. Doch wie oben bereits erwähnt bekommt man inhaltlich auch einiges geboten ' falls man bereits ist sich auf die eigenwilligen, skurrilen Texte einzulassen. Es lohnt sich!