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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein spannender, unterhaltsamer Roman mit einer sympatischen Hauptfigur aus einem Land, das noch nicht in Europa angekommen ist, 22. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Stirb, Brüderchen, stirb (Gebundene Ausgabe)
Tatjana Ustinowa ist eine in Russland mit 15 veröffentlichten Kriminalromanen mit Millionenauflage mittlerweile sehr bekannte Schriftstellerin. Nach einem Studium der Aerodynamik arbeitete sie danach lange beim Fernsehen, bevor sie begann, vom Schreiben zu leben. Sicher sind viele ihrer eigenen Erfahrungen im bunten TV-Sektor des nachsowjetischen Russland in ihr neues Buch "Stirb, Brüderchen, stirb", das 2003 in Moskau erschienen ist, eingeflossen. Ihre Hauptfigur Warja jedenfalls arbeitet als Sekretärin weit unter ihren Fähigkeiten bei einer privaten Fernsehstation. Warja ist eine ziemlich unscheinbare junge Frau, die ein für russische Verhältnisse normales Leben führt. Das heißt, sie lebt von der Hand in den Mund, wohnt auf wenigen Quadratmetern in einer Plattensiedlung und muß lernen, auf der Arbeit all die Erniedrigungen und unqualifizierten Bemerkungen von inkompetenten und bestechlichen Kolleginnen und ihres nicht minder korrupten Chefs auszuhalten. Ihr Chef, den man bis zu der entscheidenden Wende im Buch, die hier aber nicht veröffentlicht wird, für den Eigentümer der Fernsehstation hält, hat von Warja keine besonders gute Meinung und benutzt sie und ihre Arbeitskraft wie einen Putzlappen. Als Warja dann eines Tages Zeugin wird, wie ein Mann, der all die Wochen vorher eine sehr ungewöhnliche geschäftliche Beziehung zu ihrem Chef unterhalten hat, tot in ihrem Büro aufgefunden wird, beginnt eine für Warja gefährliche, nichtsdestotrotz aber lebendige und aufregende Zeit, die ihr Leben auf den Kopf stellt und total verändern wird. Schon als sie das Opfer auffindet, sind ihr einige Umstände sehr suspekt. Das Opfer saß an einem Computer arbeitend, der gar nicht ans Netz angeschlossen war. Woran also war Pjotr Borissowitsch Ligo wirklich gestorben ? Und vor allen Dingen: Wer hat im Zimmer das Fenster geöffnet und warum ? Einen Tag später soll Warja im Auftrag ihres Chefs eine Sendung nach Karlsbad in Tschechien bringen und erhält dafür den für ihre Verhältnisse unvorstellbaren Betrag von 300 Dollar als Reisespesen. Wieso will er sie dorthin schicken ? Warum sind alle nötigen Papiere und Visa so schnell organisiert worden ? Rätsel über Rätsel. Doch Warja fährt. Schon im Flugzeug nach Karlsbad trifft sie auf einen Mann, der sie auch in Karlsbad selbst begleitet, oder soll man eher sagen, beschattet. Sie empfindet etwas für diesen reichen, gut gekleideten und gebildeten Mann, der seine Identität nach der Rückkehr von der erfolglosen Mission lüftet. Die wache Beobachtungsgabe von Warja und ihr gutes Gedächtnis, aber auch ihr Mut und ihre Neugier, helfen einen perfekt scheinenden Betrug aufzulösen, und auch ihr privates Glück ist am Ende gemacht. Ein spannender und unterhaltsamer Roman um eine sympathische Figur mit vielen Einblicken in ein Land, das mit der alten UdSSR nichts mehr zu tun hat, aber auch noch lange nicht in Europa angekommen ist.
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4.0 von 5 Sternen
Kann nur eine Frau geschrieben haben......, 8. Dezember 2011
Insgesamt ein unterhaltsames, lebendig geschriebens Buch, im der sich eine Frau aus der Mittelschicht mehr schlecht als recht im nachkommunistischen Moskau als Sekretärin durchschlägt. Als unter merkwürdigen Umständen ein Mann an ihrem Arbeitsplatz stirbt, ändert sich mit einem Schlag vieles in ihrem Leben und erstmal wenig zum Guten.... Das Buch bietet interessante Einblicke in das Leben der Moskauer Normalbürger mit ihren Sorgen und Nöten, das im krassen Gegensatz zur neureichen Oberschicht steht. Die Hauptfigur ist eine sympathische nicht ganz perfekte Frau, mit der sich "Ottonormalleser" gut identifizieren kann. Leider ist aus meiner Ypsilon-Chromosom geprägten Sicht das kitschige Ende beinahe nicht zum aushalten. Mehr will ich nicht veraten, lesen heißt verstehen. Ich habe mit mir gerungen, gerade noch 4 Punkte, denn der Spass am Lesen hat letztendlich überwogen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein gutes Buch, schnörkellos und spannend geschrieben, 19. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Stirb, Brüderchen, stirb (Gebundene Ausgabe)
Warja führt ein typisch russisches Durchschnittsleben als Sekretärin in Moskau, fernab von jeglichem Luxus. Ihr Chef ist der strenge Manager einer Fernsehstation und behandelt Warja wie einen ungeschickten Trampel. Eines Tages bekommt Warjas Chef Besuch von einem rätselhaften Mann, der zu Warjas Verwunderung nicht, wie üblich, auf einen Termin warten muss, sondern sofort das Büro des Chefs betritt. Nach einiger Zeit verlässt der Chef sein Büro und lässt den Besucher allein zurück. Als Warja nachsehen will, ob der Gast noch irgendetwas braucht, stolpert sie über dessen Leiche... Nach einem ausgiebigen Gespräch mit der Polizei macht Warja sich auf den Heimweg und wird unterwegs beinahe überfahren. Als Retter in der Not erweist sich ein Mann in einer Limousine, der sich Warja nicht vorstellt, sie aber sicher nach Hause bringt. Zu Hause angekommen, findet sie ihre Wohnung völlig verwüstet vor. Nach einer halben Flasche Wodka beschließt Warja, diesen Tag als bösen Traum abzuhaken und zu vergessen. Am nächsten Tag im Büro aber, beauftragt sie ihr Chef, nach Prag zu fliegen und dort einen geheimnisvollen Umschlag abzuliefern. Nach anfänglichem Zögern nimmt Warja den Auftrag an und fliegt nach Prag. Dort angekommen muss sie feststellen, dass die Adresse, die auf dem Umschlag steht, gar nicht existiert - aber, der unbekannte Mann in der Limousine taucht plötzlich wieder auf. Warja fühlt sich nun endgültig nutzlos und verliert dann auch noch den geheimen Umschlag. Bei ihrem verzweifelten Versuch, das verlorene Stück zurück zu bekommen, gerät Warjas Leben immer mehr in Gefahr. Wem kann sie jetzt noch trauen? Tatjana Ustinowas Buch lässt kein gutes Haar an den Lebensumständen der Menschen in Moskau. Um diesen widrigen Zuständen zu entgehen, sind sie beinahe zu allem bereit - was auch der Protagonistin in "Stirb, Brüderchen, stirb" zum Verhängnis wird. Ustinowa schreibt schnörkellos, spannend und ohne große Umwege. Ein gutes Buch, das sich in seiner Art und Weise deutlich von denen der westlichen Schriftsteller abhebt.
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