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Stimmt's?: Moderne Legenden im Test
 
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Stimmt's?: Moderne Legenden im Test [Taschenbuch]

Christoph Drösser
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was wäre die Welt ohne all die Besserwisser, mit ihren festzementierten Vorurteilen: Männer mit Glatzen sind überdurchschnittlich potenter; der Schlaf vor Mitternacht ist der gesündeste; Haare und Fingernägel wachsen nach dem Tod weiter und selbstverständlich bleibt Sekt im Kühlschrank mit einem Silberlöffel im Flaschenhals prickelnder als in einer Flasche mit Korken.

"Quatsch" sagen die einen, "stimmt" die anderen, und jeder beruft sich auf eine mehr oder minder angesehene wissenschaftliche Koryphäe, die angeblich für die Richtigkeit der Behauptung einsteht. So wird Märchen um Märchen, Legende um Legende weitergestrickt, gelegentlich so lange, bis vom ursprünglichen Wahrheitskern fast nichts mehr übrigbleibt.

Doch Christoph Drösser, der eine ungewöhnliche Kombination von Studienfächern unter seinem Schädeldach -- mit noch sehr vielen Haaren -- beherbergt, wollte es genau wissen und stellte all die Alltagsweisheiten, Schilda-Erzählungen, Münchhausen-Geschichten und modernen Legenden auf den Prüfstand. In einer regelmäßigen Kolumne im Zeit-Magazin veröffentlichte er nach und nach seine Recherche-Ergebnisse, die jetzt in einem schmalen Bändchen gesammelt zu finden sind.

Christoph Drösser legt diese Fragwürdigkeiten, bei denen der Durchschnittsmensch mit schüttelndem Kopf ein "Unglaublich!" murmelt, auf den Amboß und zertrümmert dabei manch schöne Mär, die bislang am Stammtisch immer eine Erzählung wert war.

Um einmal richtig Bescheid zu wissen, genau deswegen muß man diese 128 Seiten mit den lustigen Graphiken von Rattelschneck gelesen haben. --Manuela Haselberger

Neue Zürcher Zeitung

Der Sturm auf das Wissen

Das Sachbuch als Retter in der Bildungsnot

Nicht erst seit der PISA-Studie macht man sich im deutschsprachigen Raum Sorgen um das Wissen der heranwachsenden Generationen. Die Verlage haben prompt reagiert. Von der Geschichte Europas über die Grundlagen der Physik bis hin zu den modernen Biowissenschaften lässt sich heute alles in seriösen, leicht verständlich und knapp erzählten Kinder- und Jugendsachbüchern nachlesen. Ein Angebot auch für Erwachsene. «Unwissen macht unfrei, intolerant und arm. Wir brauchen Brot und Bildung, um ins 21. Jahrtausend zu gelangen. Und wir brauchen Generalisten, die Überblick und Urteilsfähigkeit haben.» – So begründete der Verlag Rowohlt Berlin vor einigen Jahren seinen Entscheid, mit der Reihe «Bücher für die nächste Generation» als Zielgruppe auch ein jüngeres Publikum anzupeilen. Etwa gleichzeitig hatten andere Verlage eine ähnliche Offensive auf den Jugend-Sachbuchmarkt gestartet, Hanser etwa, im Rahmen seines schon bestehenden Kinder- und Jugendbuch-Programms, oder der wirtschaftslastige Sachbuchverlag Campus. Wie erklär' ich's meinem Kinde? – Da die Mehrheit der Lehrer- und Elternschaft bei dieser Frage generell überfordert zu sein scheint, sollen nun speziell dafür geeignete Autorinnen und Autoren diese Aufgabe übernehmen. Etwas positiver bitte! «Papa, was ist ein Fremder?» Die diesbezüglichen Kinderfragen seiner Tochter hat der in Paris ansässige marokkanische Autor Tahar Ben Jelloun in Buchform beantwortet (vgl. NZZ 24. 3. 99). Und schon bei diesem Thema hat sich gezeigt, wo die Stärken und Schwächen der Idee einer einfachen, gut verständlichen Erklärung komplizierter Zusammenhänge liegen: Die Autorinnen und Autoren kommen nicht darum herum, Grundfragen der Menschheit zu beantworten und damit klar politisch Stellung zu beziehen. Dabei werden aufgeklärte Geister sich beim Thema Rassismus wohl relativ rasch einig sein. Ganz anders ist es, wenn es um die Geschichte eines vereinten Europa geht, um Gentechnologie und Zukunftsvisionen. Bei diesen Themen kann man das verzweifelte Ringen der Autoren um Objektivität an der Lebensrealität scheitern sehen. Mit anderen Worten: Wenn die logischen Folgen des menschlichen Handelns – Genmanipulation, Wachstum auf Kosten der Natur usw. – die Zukunft allzu düster erscheinen lassen, wird schnell wieder Optimismus verbreitet. So etwa kommt der Deutsche Gerhard Staguhn, nachdem er «Die Suche nach dem Bauplan des Lebens» auf durchaus spannende und unterhaltsame Weise vom ersten kernlosen Einzeller bis zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms erzählt und erläutert hat, zu dem Fazit: «Die neuen Technologien zeigen unverhohlen, dass sie den Menschen in ein Übergangswesen zu verwandeln suchen. (. . .) Und dieses Menschenbild sagt uns immer deutlicher: Jeder Einzelne ist austauschbar, ersetzbar, beliebig vervielfältigbar. (. . .) Doch was am bedrückendsten ist: Kaum einer fragt mehr, wozu das gut sein soll.» – So kann doch kein Buch für Jugendliche enden! Deshalb heisst es einige Zeilen später: «Aber ich denke, wir sollten uns keine grossen Sorgen machen.» Und dann wechselt der Autor rasch ins religiöse Fach, zur Unfassbarkeit der Schöpfung und zum Sinn des Lebens. Ähnlich verfährt auch der Norweger Eirik Newth in seinem Buch «Abenteuer Zukunft. Projekte und Visionen für das nächste Jahrtausend»: Es könne sein, schreibt er, dass das Sonnensystem im Jahr 3000 von einer Unzahl intelligenter Lebewesen – künstliches Leben, Roboter, kybernetische Organismen – bewohnt sein werde. Und dann sei es ganz ohne Zweifel um die natürlichen Menschen mit geringer Intelligenz und labiler Gesundheit schlecht bestellt. «Ich hoffe, dass uns die Angst vor unserem möglichen Aussterben dazu bringen wird, die Entwicklung vorher zu stoppen», sagt Newth und unterstreicht diese Hoffnung am Ende mit einem Bibelzitat. Wie euphorisch ist da im Vergleich Christine Ockrents «Geschichte der europäischen Einigung» mit dem Titel «Wie Julius Cäsar den Euro erfand» . Sie erklärt darin ihrem 13-jährigen Sohn, dass es das vereinigte Europa eigentlich seit dem Römischen Reich immer wieder gegeben habe, dass es also nichts Neues sei – nur besser. EU-Skeptiker erklärt sie schlichtweg für gefährliche Dummköpfe, die Gerüchte wie «Brüssel verbietet den Gamsbart am Hut» in die Welt setzten. In ihrer EU-Begeisterung verknappt sie die Geschichte Europas derart, dass die vergangenen 2000 Jahre als direkter Weg in die EU erscheinen – von schlimmen Irrtümern verzögert. Und ihrem Sohn macht sie den gemeinsamen Markt vor allem mit purzelnden Preisen beim Telefonieren und Fliegen schmackhaft. Ein bisschen weniger (französische) Einseitigkeit hätte man von der renommierten Fernsehfrau doch erwartet. Pflanzenbuch-Juwel Ein wirklich aussergewöhnliches Sachbuch hat die deutsche Wissenschaftsjournalistin Susanne Paulsen verfasst: «Sonnenfresser. Wie Pflanzen leben» wurde dieses Jahr mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Zu Recht. Denn der raffiniert mit Schwarzweissabbildungen von Blättern, Blüten und Stengeln an die alte Technik des Pflanzenpressens erinnernde Band bringt einem Pflanzen auf so vielfältige Art näher, dass man nach der Lektüre einfach mit offeneren Augen durch die Welt gehen muss. Die Autorin, die auch schon als Molekulargenetikerin gearbeitet hat, in ihrer Kindheit aber Kräuterhexe werden wollte, weiss nicht nur mit bewundernswertem sprachlichem Feingefühl spannende Geschichten aus dem Leben der Pflanzen zu erzählen (ohne in den Sensationsjargon der Populärbiologie zu verfallen), sie weigert sich auch konsequent, zu vereinfachen, wo die Information leiden würde. Damit öffnet sie das Tor zur Welt der Pflanzen, wo sich Chemie, Physik, Philosophie, Geschichte und Religion ganz selbstverständlich treffen. Je jünger die von Sachbüchern angesprochenen Personen, desto schwieriger die Aufgabe. Denn bei der Vereinfachung der Vereinfachung, vorgetragen in einer anbiedernd flapsigen Kindersprache, bleibt häufig nicht mehr viel Sachlichkeit übrig. So etwa bei einigen Beiträgen des von Doris Schröder-Köpf und Ingke Brodersen herausgegebenen Bandes «Der Kanzler wohnt im Swimmingpool» , in dem prominente Journalisten Kindern erklären, wie Politik gemacht wird. Dass auch ein guter Ansatz misslingen kann, zeigt «Mensch & Co. Aufregende Geschichten von Lebewesen, die auf uns wohnen» von Jörg Blech . Der Autor bringt es fertig, das spannende Thema der Mikroorganismen, die der Mensch zum Leben braucht, zu einer höchst unappetitlichen Sache zu machen und mit Geschichten von Flöhen, Läusen, Zecken und Wanzen zu vermischen. Einzig das Blutsauger-Mobile zum Selberbasteln kann an diesem Buch gefallen. Besser funktioniert da das Spiel, das Christoph Drösser gewöhnlich in der «Zeit» für Erwachsene veranstaltet und nun in einer Kinderbuchversion herausgebracht hat: In «Stimmt's? Freche Fragen, Lügen und Legenden für clevere Kids» macht er sich daran, den Wahrheitswert überlieferter Behauptungen zu überprüfen. Ersetzt ein Apfel wirklich das Zähneputzen? Sind Faultiere faul? Und reinigt Dreck den Magen? Die Antworten, ob überraschend oder nicht, eröffnen ein weites Feld – von Fragen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Stimmt es, dass der Mensch nur zehn Prozent seiner Gehirnkapazität nutzt? Dass man vom Nasswerden und Frieren eine Erkältung bekommt? Dass heißes Wasser schneller gefriert als kaltes? Dass Strauße bei Gefahr den Kopf in den Sand stecken? Alltagsweisheiten auf dem Prüfstand: Christoph Drösser hat mit seiner «Zeit»-Kolumne «Stimmt's?» ein großes Spiel angezettelt, das dieser Band dokumentiert. «Was ist eine typische Stimmt's-Frage?» schreibt der Autor. «Eine Alltagsweisheit, von der fast jeder schon einmal gehört hat, die aber selbst Professoren des einschlägigen Fachgebietes ins Grübeln bringen kann. Denn das habe ich bei meinen Recherchen schnell festgestellt: mit den einfachsten Fragen beschäftigt sich die Wissenschaft erstaunlich selten.»

Der Autor über sein Buch

Stimmt's?
Am Anfang war das Internet: Als ich im Jahr 1993 begann, mich in die Weiten des Cyberspace vorzutasten, stieß ich auch auf die Fülle der sogenannten Newsgroups, in denen sich die Netzbewohner über Fragen und Probleme aller Art austauschen. Zwei von diesen etwa 10.000 Gruppen heißen alt.folklore.urban und alt.folklore.science, und in ihnen geht es um die sogenannten urban legends – jene mit „Urbane Legenden“ nur unzureichend übersetzten Gerüchte und Anekdoten, von denen jeder schon einmal gehört hat, deren Wahrheitsgehalt aber höchst zweifelhaft ist. Dazu gehören seltsame Anekdoten wie die Geschichten von der Spinne in der Yuccapalme oder dem im Solarium erblindeten Säugling. Aber auch angebliche wissenschaftliche Tatsachen wie die Auswirkungen der Corioliskraft auf den Badewannenstrudel.

Was mich an den Diskussonen in diesen Newsgroups von Anfang an faszinierte: Hier ging es nicht darum, die Geschichten weiterzuverbreiten, wozu sich das Internet ansonsten vorzüglich eignet. Die Diskussionsteilnehmer wandten große Akribie dafür auf, den Wahrheitsgehalt dieser angeblichen Tatsachen ein für allemal zu klären. Als Beleg sollten vor allem wissenschaftliche Publikationen gelten.

Mein Interesse war geweckt. Ich schlug der ZEIT vor, eine Serie über wissenschaftliche Legenden zu schreiben. Einige Anregungen konnte ich aus dem Internet entnehmen, aber bald schon mußte ich auf eigene Faust weiterforschen. Die Serie, die ab Juni 1997 in der ZEIT erschien, war auf etwa zehn bis zwölf Folgen angelegt. Dann würde mir der Stoff ausgehen, dachte ich.

Das war ein Irrtum: Inzwischen sind über fünfzig „Stimmt’s“-Folgen erschienen, und ein Ende ist vorerst nicht geplant. Seit Februar 1998 gehe ich auf Fragen von Leserinnen und Lesern ein, die mich Woche für Woche mit neuen angeblichen oder tatsächlichen Alltagslegenden eindecken.

Was ist eine ideale „Stimmt’s“-Frage? Eine einfache Weisheit, von der fast jeder schon einmal gehört hat, die aber selbst Professoren des einschlägigen Fachgebietes ins Grübeln bringen kann. Denn das habe ich bei meinen Recherchen schnell festgestellt: Mit den einfachsten Fragen beschäftigt sich die Wissenschaft erstaunlich selten – zum Beispiel damit, warum es nützt, vor dem Öffnen auf den Boden eines Konservenglases zu schlagen. Auch wenn ich den Anspruch habe, die Fragen eindeutig, fundiert und möglichst für alle Zeiten zu beantworten – Menschen sind fehlbar, und auch die Antworten der Wissenschaft sind stets vorläufig. Ich habe viele Anregungen von Lesern bekommen, die in dieses Buch eingegangen sind. Manchmal haben mich die Leser verbessern müssen, manchmal haben sie noch interessantes Hintergrundmaterial hinzugefügt. Und einmal mußte ich auch aus einem „Stimmt nicht“ ein „Stimmt“ machen: bei der Geschichte vom Löffel in der Sektflasche.

Die "Stimmt's"-Rubrik in der ZEIT gibt es weiterhin, und sie ist immer noch offen für Anfragen.

Umschlagtext

Alles, was Sie schon immer wissen wollten, aber nie zu fragen gewagt haben:

"Stimmt's, dass es Christoph Drössers beliebte ZEIT-Kolumnen jetzt in einer einmaligen Sonderausgabe - zwei Bücher in einer einmaligen Sonderausgabe - gibt?"

"Ja, stimmt!" -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Christoph Drösser, geboren 1958, ist Redakteur im Ressort Wissen der Wochenzeitung "Die Zeit". Von 2004 bis 2006 entwickelte er als Chefredakteur das Magazin "Zeit Wissen". Bekannt wurde er durch seine "Zeit"-Kolumne "Stimmt's und die daraus entstandenen Bücher, und durch sein Buch „Der Mathematikverführer“ (2008), das ebenfalls zum Bestseller wurde. 2005 wurde Drösser vom Medium-Magazin zum "Wissenschaftsjournalisten des Jahres" gekürt. Zuletzt bei Rowohlt erschienen: "Der Physikverführer" (2010), "Stimmt's? Das große Buch der modernen Legenden" (2010).
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