Ich bin von dem Buch einfach nur enttäuscht. Die Autorin scheint sich die ganze Zeit beweisen zu müssen, dass sie sich gut in die Phonetik eingearbeitet hat und vergisst darüber einfach die Praxisnähe.
Immer wenn man sich wieder durch ermüdende Exkurse gearbeitet hat, ist man völlig enttäuscht von den knappen Ausführungen zum eigentlichen Stimmtraining, die teilweise eher auf Verweise zu weiterführender Literatur begründet sind, als ein in sich geschlossenes Trainingskonzept zu sein.
Die Autorin verweist wieder und wieder darauf, wie wichtig ein solides Hintergrundwissen sei, damit man überhaupt verstehen kann, was man hier eigentlich macht. Dabei scheint ihr zu entgehen, dass sie solch ein Hintergrundwissen in so einem Buch sowieso nur anreißen kann und man es deshalb lieber zugunsten anschaulicherer Ausführungen, zum eigentlich Training, hätte kürzen können. Schließlich ist es einigen Kollegen von ihr durchaus gelungen, ein kompaktes und effektives Stimmtraining zu konzipieren, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren.
Das Konzept des Buches, die menschlichen Artikulationsorgane mit einem Auto zu vergleichen, finde ich mehr als an den Haaren herbeigezogen und an vielen Stellen einfach nur unschlüssig und unpassend.
Am meisten verwundert hat mich allerdings die enthaltene CD, die von der Autorin selbst gesprochen wurde. Ich möchte der Dame sicher nicht zu Nahe treten, doch habe ich selten eine so künstliche und kühle Sprechweise erlebt. Die Autorin scheint beweisen zu wollen, dass sie Sprache bis ins letzte Phonem ausartikulieren kann, was wirkliche jede Ästhetik eines natürlichen Sprechens ad absurdum führt.
Ich kann nicht glauben, dass die Autorin, die von Seminaren zum Sprachtraining lebt, diese CD anhört und nicht merkt, dass diese Sprechweise sicher nicht zu der im Buch versprochenen Sympathiegewinnung führt.