Nach dem Todesfall seiner Frau könnte Pietro so weitermachen wie immer, d.h. seine Tochter zur Schule bringen und arbeiten gehen, sich mit dem alltäglichen Wahnsinn im Büro auseinandersetzen, Geschäftsreisen machen, Tag für Tag.
Doch am ersten Schultag seiner Tochter entscheidet er sich spontan, einfach zu warten. Vor der Schule im Park wartet er, nicht nur auf dem Schulschluss seiner Tochter, sondern darauf, dass seine Gefühle zurückkehren.
Während er nur still im Park sitzt, kommt die Welt zu ihm. Freunde und Verwandte, Kollegen und schließlich sogar sein Chef. Seltsamerweise scheinen jedoch nicht sie ihm Trost, Rat und Kraft zu spenden, sondern umgekehrt.
Es dauert Wochen, bis Pietro zusammenbricht und die aufgestauten Gefühle hervorkommen und noch länger, bis er in dem Park wieder zu sich selbst findet, alte Strukturen durchbricht und mit seinem Leben weitermachen kann.
Die italienische Tonfassung ist meines Ermessens besser als die deutsche Synchronisation, obwohl diese auch gelungen ist, jedoch etwas weniger die tiefen Gefühle vermitteln kann. Viele Szenen werden aber auch ohne Worte deutlich, wie Pietros Löschen hunderter ungelesener E-Mails, ein weiterer Schritt der Distanzierung zu seinem hektischen und ruhelosen Leben vor dem Todesfall. Dennoch ein Punkt Abzug für Moretti, der mich nicht in allen Szenen schauspielerisch überzeugen konnte...
Fazit: ein schöner und starker Film über Trauerbewältigung in Zeiten von ständiger Erreichbarkeit, Terminmarathon und Spaßgesellschaft.