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Stiller: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Max Frisch
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. April 1973 suhrkamp taschenbuch (Buch 105)
Bei der Einreise in die Schweiz wird Mr. White festgenommen, weil er für die Grenzpolizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde, sein Bruder, seine Frau Julika und der Staatsanwalt bestätigen in Aussagen und gemeinsamen Erinnerungen diesen Verdacht. Die Aufzeichnungen des Mr. White in der Untersuchungshaft aber wehren sich gegen diese Festlegung mit der Behauptung: »Ich bin nicht Stiller!« In immer neuen Erzählungen will er dieser Fixierung entgehen, weil ihm diese Identität fragwürdig geworden ist und weil er sich die Freiheit der Wahl, ein anderer zu sein, erhalten will. - »Das Ich wird eine Behauptung der Welt, der man eine Gegenbehauptung, ein Nicht-Ich entgegenstellt. Anders gesagt: an Stelle des Ichs tritt ein fingiertes Ich, und das Ich wird ein Objekt. Romantechnisch gesehen: das Ich wird ein Kriminalfall. Einfacher ausgedrückt: Frisch hat sich durch diese Form, die gleichzeitig Handlung, gleichzeitig Problematik ist, in einen anderen verwandelt, der nun erzählt, nicht von Stiller zuerst, sondern von sich, von White eben, für den Stiller der andere ist, für den er sich nun zu interessieren beginnt und dem er nachforscht, weil man doch ständig behauptet, er sei mit ihm identisch. Gerade durch diese Romanform wird so Selbstdarstellung möglich, gesetzt -, der Leser mache auch mit, spiele mit. Ohne Mitmachen ist der Stiller weder zu lesen noch zu begreifen.« Friedrich Dürrenmatt

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 45 (1. April 1973)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351836605X
  • ISBN-13: 978-3518366059
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 11,1 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 43.878 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Max Frisch (1911-1991), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, konnte nicht nur mit dem Wort etwas erschaffen: Er arbeitete auch erfolgreich als Architekt. Über journalistische Arbeiten und erste literarische Versuche fand er schließlich seinen eigenen Stil als Autor. In seinen Essays, Erzählungen, Hörspielen, Dramen und Romanen war er nicht nur ein großer Literat, sondern auch ein streitbarer Humanist. Sein kritischer Geist rieb sich an seiner Schweizer Heimat ebenso wie an Demagogen in aller Welt - um doch anlässlich seines 75. Geburtstags ernüchtert festzustellen: "Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb." Bekannt wurde er u. a. mit den Romanen "Stiller", "Homo Faber" und "Sein Name sei Gantenbein" sowie Theaterstücken wie "Andorra" und "Triptychon".

Foto (c) Suhrkamp Verlag

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Dieser Text »verkündet nicht zufällig das Geheimnis der Zeit, berichtet von Vergessen und Liebe und analysiert das Verhältnis von Aufbruch und Wiederkehr«. (Walter Jens ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.
Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
54 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachlich hochklassiges Rollenspiel 4. September 2006
Von A. Wolf
Format:Taschenbuch
Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie sich, während Sie die ersten Sätze eines Romans gelesen haben, einfach sagen: Das muss ich lesen? Oftmals entpuppt sich so etwas bedauerlicherweise als Mogelpackung, aber hier sei einmal ein Beispiel im positiven Sinne genannt, die ersten Sätze aus Max Frischs "Stiller":

"Ich bin nicht Stiller! - Tag für Tag seit meiner Einlieferung in dieses Gefängnis, das noch zu beschreiben sein wird, sage ich es, schwöre ich es und fordere Whisky, ansonst ich jede weitere Aussage verweigere. Denn ohne Whisky, ich hab's ja erfahren, bin ich nicht ich selbst, sondern neige dazu, allen möglichen guten Einflüssen zu erliegen und eine Rolle zu spielen, die ihnen so passen möchte, aber nichts mit mir zu tun hat..."

Wohl kaum ein Roman verrät so schnell das eigene ihm zugrunde liegende poetologische Konzept - ein Rollensiel, ein Verwirrspiel um das eigene Ich. Ist der Erzählinstanz zu trauen? Wer ist sie tatsächlich? Das wird sich auf den folgenden Seiten entblättern.
Im Kern geht es um die Selbstfindung des Bildhauers Stiller, der vergeblich versucht, ein anderer sein.

Frisch ist ein Vorreiter der literarischen Verarbeitung vom Konzept des modernen Menschen gewesen. Der an nichts glaubende Techniker Walter Faber erlag der Unberechenbarkeit dieser Welt; ähnlich verhandelt auch Frisch in "Stiller" die Identität des Menschen. In besonderer Weise kommt hier die für Frischs Schaffen typische "Bildnisproblematik" zum tragen. Denn der Mensch dürfe sich, so Frisch, kein Bild von anderen Menschen oder von sich selbst machen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der "Stiller" polarisiert. 24. April 2002
Format:Taschenbuch
Zum ersten Mal kam ich mit dem Werk von Max Frisch in der 11. Klasse in Berührung. Mit dem Werk als Schullektüre konnte ich micht nicht anfreunden.
Doch nun habe ich den "Stiller" ein zweites Mal gelesen und muss sagen, dass sich meine Meinung darüber um 180 Grad gewandelt hat.
Kein Zweifel, der "Stiller" ist nicht leicht zu lesen. Man muss sich ernsthaft mit der Person des Stiller/White auseinandersetzen, um ihn und seine Taten zu verstehen.
Anfangs sträubt er sich gegen die unbefriedigende Vergangenheit als Anatol Ludwig Stiller, er beharrt auf seiner Existenz als White.
Doch später beginnt er, sich für die Person des Stiller zu interssieren, bis er zwischen zwei verschiedenen Existenzen gefangen ist. Gerade die Suche nach dem eigenen "Ich" ist zentrales Thema des Werkes.
Hier liegt auch die Wirkung des Werkes begraben:
Der "Stiller" polarisiert und weckt Emotionen.
Die einen werden das Werk hassen und verachten.
Die anderen werden es lieben und als eines der großartigsten deutschsprachigen Bücher des 20. Jahrhunderts erkennen.
In jedem Fall wird man die Figur des Stiller nicht vergessen, seine Individualität macht ihn zum unvergesslichen Charakter.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Mann – doch wie viele Identitäten 28. Januar 2006
Format:Audio CD
Ein Mann – doch wie viele Identitäten
„Ich bin nicht Stiller“ sagt Mr. White nach seiner Verhaftung bei dem Versuch, die Schweizer Grenze zu überqueren. Doch alle Indizien sprechen gegen ihn. Selbst Stillers Frau, dessen Verwandte, Bekannte, Freunde und Kollegen kommen alle zum selben Urteil: Der Mann, der dort in der Zelle sitzt, ist Ludwig Anatol Stiller. Doch Mr. Jim Larkin White beharrt auf seiner Aussage. Bis zweifelsfrei geklärt werden kann, wer den nun in der Zelle einsitzt, weigern sich die Schweizer Behörden, den Gefängnisinsassen zu entlassen.
In Max Frisch Roman „Stiller“, der bereits 1954 erschien, möchte ein Mann nicht der sein, von dem alle glauben, das er es wäre. Objektiv betrachtet ein mäßig erfolgreicher Maler, der mit einer kränkelnden Prima Ballerina verheiratet ist, krankt Stiller daran, an einem entscheidenden Augenblick in seinem Leben versagt zu haben; zumindest in seinen Augen. Als Freiwilliger während des Kampfes der Kommunisten gegen die Franco-Faschisten in Spanien brachte er es nicht über sich, drei feindliche Soldaten zu erschießen. Diese Geschichte, die Stiller förmlich traumatisiert hat, wird im Laufe des Romans in verschiedenen Variationen erzählt, so dass bis fast zum Ende des Romans unklar bleibt, was wirklich damals in Spanien geschah.
Kleiner Feigling
Seit dieser inneren Niederlage versuchte Stiller, auf anderen Wegen seine Unerschrockenheit und Männlichkeit zu beweisen. Doch statt wie ein Hemingwayscher Held den Stier bei den Hörnern zu packen, fand er nie den Mut, den begonnenen Weg konsequent zu Ende zu gehen. So versagt er auch in seiner Ehe mit der Prima Ballerina Julika.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtenreicher Roman um Schuld und Identität 3. September 2004
Format:Taschenbuch
Vorneweg: Der "Stiller" liest sich nicht von selbst. Obwohl viele einzelne Episoden unglaublich gut herausgearbeitet sind verlangt das Werk in der Gesamtheit dem Leser einiges ab. Warum auch nicht? Der eine erklimmt Berge über 300 Meter, der andere begnügt sich mit einfachen Wanderungen. Mit Büchern ist es nicht anders. Der Stiller ist an manchen Stellen unübersichtlich, der Leser befürchtet, den Faden verloren zu haben, aber der Autor führt ihn behutsam zurück auf den Weg. Ich habe die Lektüre dieses umfangreichen Buches genossen und bewundere dieses Werk. Es ist ein Meilenstein der Weltliteratur, grossartig geschrieben, aber nie mit aufgelegter Sprachgewandtheit. Es ist ein Stück Kritik an der Schweizer Spiessigkeit, ein wenig Liebeserklärung an das Amerika der 50er Jahre, jeder Leser wird wahrscheinlich andere Beschreibungen wichtig finden. Das Buch soll nicht in jedem Regal stehen, es sollte - von entsprechend veranlagten Lesren freilich - gelesen werden. Hilfestellungen für die Lösung der Frage "Wer bin ich?" wird man allerdings vergeblich suchen.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Einfach gut
Mit Stiller wurde ich auch im Schulunterricht konfrontiert. Ich verdanke diesem Buch noch heute - 40 Jahre später - dass ich mir das Lesen von Roamen angewöhnt habe. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von menelikiii veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen "Ich bin nicht Stiller!"
Stiller weigert sich, seine eigene Identität anzunehmen und bestreitet der zu sein, für den ihn alle halten. Frischs Roman stellt eine beachtenswerte Konstruktion dar. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Bernd Hußnätter veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Viele Kurzgeschichten mit Längen
Wie mein Titel schon sagt, ich finde es ist eher ein Buch mit ganz vielen Kurzgeschichten, die zu einem Handlungsstrang, nämlich den Reisen des Herrn Stiller, zusammengefasst... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von vanillefreak veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Jahrzehnte später...
Hab dieses Buch als knapp Zwanzigjähriger gelesen und es hat mich Viellesenden geprägt wie kein Buch davor oder danach. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Readoholic veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wurde als Geschenk so ausgesucht.
Der Beschenkten hat es sehr gut gefallen. Wird sich bestimmt noch mehr Bücher von dem Autor bestellen. Davon gehe ich aus.
Vor 15 Monaten von Wiltraud Hedrich veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ich bin nicht Stiller...
Max Frisch (1911-1991), ausgebildeter Architekt und sicher einer der wichtigsten schweizerischen Schriftsteller veröffentlichte diesen für seine weitere Entwicklung sehr... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Shaun veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Fast bibliophile Ausgabe
Als Freund gebundener Bücher komme ich mit dieser Ausgabe voll auf meine Kosten, zumal das kleinformatige Büchlein problemlos im Reisegepäck untergebracht werden... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Archivarius veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Lesenswert
Es ist oft recht verworren geschrieben, aber wer sich damit nicht allzu schwer tut verschiedene Perspektiven in ein Gesamtbild zu bringen, wird hier seine Freude damit haben. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von smile-franzi veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Super
Genau das was ich wollte und erwartet hatte.
Macht zudem eine Menge Spaß es zu lesen!
Auf jeden Fall empfehlenswert
Vor 16 Monaten von Carina Mönikes veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen wer bin ich?
und dann will stiller noch dazu kein schweizer sein, in der schweiz, der perfektion des bürgerlichen zusammenlebens! Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Biebl Karl-heinz veröffentlicht
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