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am 27. Februar 2014
Ich hatte Schwierigkeiten mir den Protagonisten als Schwarzen vorzustellen. Keine Ahnung woran das lag. Er hat die typischen Detektivkrankheiten bis aufs Rauchen. Ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Anfangs, in seiner Jugend, schnodderig, später müde. Immer für gute Musik (Blues und Klassik), gute Literatur und einen guten Kaffee zu haben. Er hat ein paar lebenslange "Schutzengel" und keiner hat sie nötiger als er. Diese führen selbst ihren täglichen Kampf, wie er.
Trotz der knappen Sprache hatte ich ein vollständiges Bild vor Augen. Mehr brauchts nicht.
Erstaunlich fand ich die Zeitsprünge, welche unscheinbar klein angekündigt werden, aber trotzdem ändert sich nichts in der Stadt und nur wenig im Leben von Lew Griffin. Vielleicht ist das die Botschaft in dem Buch. Nach jedem Lesen blieb ich beeindruckt (verwirrt) zurück. Ich fand das Buch sehr poetisch und eindringlich. Ein wirklicher Krimi ist das nicht, aber ich hab das nicht vermisst. Vielleicht weil es alles passte.
Ich kann es nur empfehlen. Lesen!
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TOP 500 REZENSENTam 21. Mai 2013
Stiller Zorn" (Originaltitel: The long-legged Fly") von James Sallis ist bereits 1999 in der DuMont Noir Reihe unter dem Titel Die langbeinige Fliege" erschienen. Lange Zeit im Buchhandel nicht erhältlich, hat sich der Verlag nun glücklicherweise für eine Neuauflage entschieden. Und jeder Leser, der von einem guten Thriller mehr als die Auflösung des Falles erwartet, wird dieses Buch lieben!

Handlungsort ist New Orleans, der Metropole am Mississippi-Delta, in deren French Quarter" eine ganz besondere Atmosphäre herrscht, die Sallis sehr eindrucksvoll beschreibt und immer wieder mit historischen Fakten verknüpft. Man spürt förmlich die immerwährende Schwüle auf der Haut, hat die Gebäude aus der Kolonialzeit vor Augen und hört den Blues aus den zahlreichen Bars des Viertels.

Lew Griffin, Privatdetektiv. Sein Spezialgebiet ist das Aufspüren vermisster Personen. Und meist ist er erfolgreich - die Frage ist nur, ob man es als Erfolg verbuchen kann, wenn der/die Gesuchte tot aufgefunden wird.
Er hängt an der Flasche, hat Blackouts und darum auch bereits diverse Aufenthalte in Krankenhaus und Psychiatrie hinter sich. Als schwarzer Außenseiter in der Welt der Weißen ist er selbstzerstörerisch und voller Wut, immer damit beschäftigt, seine Aggressionen unter Kontrolle zu halten.

Ein Einzelgänger, der keinen Kontakt mehr zu seiner Familie hat und sich mit zweifelhaften Typen aus der Unterwelt umgibt. Seine Beziehungen dauern nie lange, sind immer nur auf Zeit, bis ihn wieder die innere Unruhe packt und er sich auf die Suche nach etwas macht, das er jedoch nie finden wird, nämlich bedingungslose Liebe, seinen inneren Frieden sowie seine Identität. Ein Suchender, der sich selbst verloren hat.

Die Geschichte umfasst den Zeitraum von 1964 bis 1990. Sie gliedert sich in vier Teile/Fälle, die jeweils in sich abgeschlossen sind und immer die Suche nach einer vermissten Person zum Thema haben.

1964 : Der Fall einer politischen Aktivistin, die in sich in New York an Bord eines Flugzeuges mit Ziel New Orleans begibt und dort nie ankommt.

1970: Griffin sucht die minderjährige Tochter eines verzweifelten Ehepaares, die davongelaufen ist.

1984: Die Schwester eines Freundes ist verschwunden, und Griffin soll sie finden.

1990: Mittlerweile unterrichtet Griffin am College und versucht sich als Autor einer Thriller-Serie, als ihn seine geschiedene Frau davon in Kenntnis setzt, dass sich die Spur des gemeinsamen Sohnes David in New York verloren hat.

Stiller Zorn" bedient die Erwartungen des Lesers nur eingeschränkt und sprengt die Grenzen des Genres. Zum einen ist es äußerst ungewöhnlich, dass ein Fall ungelöst bleibt, zum anderen kenne ich keinen Thriller mit derart knappem Umfang, der einen Zeitraum von fast dreißig Jahren abarbeitet" und den Protagonisten gleichzeitig altern sowie eine tiefgehende persönliche Veränderung durchleben lässt. Und dann ist da ja auch noch das Buch-im-Buch, das der Protagonist schreibt - sehr ungewöhnlich und so im Thriller-Bereich noch nicht gelesen.

Eine Menge Stoff für ein schmales Büchlein von 188 Seiten, aber James Sallis beschränkt sich immer auf das Wesentliche, so dass dennoch eine stimmige und spannende Geschichte herausgekommen ist. Oft schreibt er poetisch, immer minimalistisch, macht nur Andeutungen, wo andere Autoren unzählige Seiten benötigen. Vieles bleibt der Phantasie des Lesers überlassen - aber es funktioniert.

Stiller Zorn" ist ein außergewöhnliches und großartiges Buch - und James Sallis ist und bleibt ein Autor, dem ich viele Leser wünsche!
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Im Jahr 1964 ist Privatdetektiv Lew Griffin mit einem rätselhaften Vermisstenfall beschäftigt, welcher ihn in die verschiedensten Bars und das Rotlichtmilieu von New Orleans führt. Auch privat läuft nicht alles rund, die obligatorische Whiskyflasche steht immer griffbereit auf dem Schreibtisch, die Detektei läuft schleppend, seine Ehe ist am Ende und sein Vater liegt im Sterben. Anders sieht es da beruflich schon im Jahr 1970 aus, als Lew wieder einmal eine vermisste Person sucht. Aber die äußeren Umstände täuschen und schon bald stürzt Lew gnadenlos ab. Halt findet er bei einer alten Freundin und einer neuen Liebe. Doch als sein Sohn verschwindet, merkt der Privatdetektiv, dass er endlich sein eigenes Leben in den Griff bekommen muss.

Die schwüle Atmosphäre, welche New Orleans mit seinen Sumpflandschaften umgibt, die angeblich täglichen Regenfälle, die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Dann das French Quarter mit seinen vielen Bars und dem Rotlichtmilieu, dies ist die Wirkungsstätte des schwarzen Privatdetektivs Lew Griffin. Gewalttägige Übergriffe, Rassendiskriminierung, Vergewaltigungen, Drogen und Vermisstenfälle sind Alltag, gehören zum Leben im French Quarter einfach dazu und erschüttern kaum jemanden mehr. Dies alles fängt James Sallis in seinen Krimi rund um seinen Protagonisten Lew Griffin perfekt ein.

Lew Griffin lebt und arbeitet hier. Seine Aufträge erledigt er gewissenhaft, das Menschliche kommt bei ihm nie zu kurz, er ist mit New Orleans verwachsen, dies ist seine Heimat. Aber Lew ist auch ein Suchender, ein Verlierertyp, der an der Flasche hängt. Düster, ja fast pessimistisch ist die Stimmung des Krimis oft, wobei ich hier immer die Bilder alter schwarz-weiß Detektiv-Filme vor Augen hatte, in denen ein abgehalfterter, sympathischer Schnüffler im verknautschen Anzug seinen Ermittlungen nachgeht. Diese Stimmung setzt sich auch bis ins Jahr 1990 fort, in dem die Geschichte um Lew Griffin endet.

Präzise, direkt und schnörkellos erzählt James Sallis die Lebensgeschichte seines Protagonisten Lew Griffin, der eigentlich gar nicht so gewillt ist, sein Leben in den Griff zu bekommen, immer auf der Suche nach vermissten Personen ist und sich dabei selbst immer mehr verliert. Und zwischendurch meint man sogar, nun wäre Lew zur Ruhe gekommen, hätte sein Leben im Griff. Doch der gnadenlose Absturz ist nur eine Frage der Zeit und endet in der Psychiatrie. Die Realität hat Lew wieder, doch auch aus diesem Sumpf zieht er sich wieder heraus.

Fazit: Vor der Kulisse New Orleans erzählt James Sallis schnörkellos und voller atmosphärischer Dichte die Geschichte eines Mannes, der auf der Suche nach sich selbst doch immer wieder nur vermisste Personen aufspürt und sich dabei selbst immer mehr verliert.
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Stiller Zorn ist der erste Band um den Privatdetektiv Lew Griffin. Der Titel hat mittlerweile schon 20 Jahre auf dem Buckel und wurde 1999 bereits einmal unter dem Titel „Die langbeinige Fliege“ veröffentlicht. Der aktuelle Titel ist m.E. passender (wenn auch weniger prosaisch).

In New Orleans spielend, beginnt das Buch zunächst wie eine klassische Hardboiled Novel von Dashiell Hammett oder Raymond Chandler: mit einem Detektiv in einem heruntergekommenen Büro, die obligatorische Flasche Whisky auf dem Schreibtisch. Auch Lew Griffin nimmt drittklassige Aufträge, meist Vermißtensuche an, es gibt allerdings einen wesentlichen Unterschied zu Philip Marlowe & Co.: seine Hautfarbe, er ist schwarz.

Lew Griffin ist denn auch weniger der coole Schnüffler, der am Ende den Bösewicht besiegt, und die Blondine kriegt, sondern der lakonische und desillusionierte Gelegenheitsermittler, der die Rothaarige bekommt und auch wieder verliert.

Je weiter das biographisch in 4 Zeitabschnitte aufgeteilte Buch voranschreitet, erinnert es mich immer mehr an die Geschichten von Charles Bukowski. Der Autor schildert New Orleans als eine kaputte Welt, voll von Drogen, Suff, Mißbrauch und sinnloser Gewalt. Die Atmosphäre ist dabei außerordentlich dicht, die Sprache knapp und schnörkellos.

Mir gefällt die Mischung aus Hammett und Bukowski mit einem Schuß Cajun, und ich würde mich freuen, wenn diesmal alle 6 Titel der Reihe in deutscher Sprache veröffentlicht würden.
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am 25. November 2015
Ich weiß nicht, ich glaube, so kann nur James Sallis Geschichten erzählen. Schreibt wenig, sagt dabei essenziell viel. Das haut mich um. Das prägt sich tief ein. Eine ganze Welt, ein ganzes Leben bringt er in „Stiller Zorn“ auf noch nicht einmal 200 Seiten unter, und dabei hat man das Gefühl, es wurden alle Tiefen ausgelotet, alle Höhen bedacht, alles Relevante wurde gesagt, selbst das Verschwiegene ist präsent, alles Bedeutende wurde erzählt. Reduziert, schlicht und dabei so umfassend. Das ist ein Kriminalroman von James Sallis.

„Stiller Zorn“ erzählt von dem Privatdetektiv Lew Griffin. Die Straßen von New Orleans (Die New Orleanser betonen übrigens immer die erste Silbe, wie man im Roman erfährt, wieder was gelernt!) sind sein Arbeitsplatz, der Leser begleitet die Figur durch die zahlreichen Bars und Kneipen der Stadt, in dunkle Gassen, ranzige Hotelzimmer.

New Orleans, Südstaaten-Charme und Südstaaten-Gram, eine Stadt der bunten Vielfalt und der grauen Armut, viele verschiedene kulturelle Einflüsse prägen das Stadtbild und seine Bewohner. Auch Lew Griffin, der beständig auf der Suche ist nach seinem Platz in der Welt, findet keinen richtigen Halt in der moralisch sumpfigen Erde der Stadt am Mississippi-Delta. Und doch ist es sein Zuhause, Griffin ist ein Kind dieser Stadt.

Dieser Hard-boiled-Krimi wird in vier Episoden erzählt, die sich trotz großer Zeitsprünge zu einer sehr dichten und schlüssigen Handlung zusammenfügen. 1964, 1970, 1984 und 1990, aus diesen vier Jahren baut Autor James Sallis die Geschichte und das Leben des Privatdetektivs Lew Griffin auf, zu Beginn des Romans ist Griffin 24, an dessen Ende 50. Die Biografie eines Protagonisten so aufzubereiten, dass sie Teil der Handlung selbst ist und nicht nur rückblickend Erwähnung findet, diese Erzählweise ist für mich nur einer der herausragenden Punkte an „Stiller Zorn“. Und macht dieses Werk zu einem Reihenauftakt im besonderen Stil.

In jedem der vier Abschnitte stellt eine Ermittlung, eine Vermisstensuche den Rahmen für die jeweilige Handlung. Und in jedem dieser Abschnitte ziehen sich die Figuren in einem Sog aus Drogen und Missbrauch in immer neue moralische Abgründe, die Fälle der vermissten Bürger- und Frauenrechtlerin Corene Davis, der verschwundenen Tochter eines einfachen Paares aus Mississippi, der verschollenen Schwester eines Bekannten und schließlich Lew Griffins eigener Sohn David enden alle sehr unterschiedlich, allen gemein ist aber ein bitterer Nachgeschmack.

Den hat übrigens auch Lew Griffin nach langen Nächten immer öfter, phasenweise auch schon mittags, das Leben ist, zynisch betrachtet, eben manchmal nur im Suff zu ertragen und so erlebt Griffin wieder und wieder Abstürze, pflegt seine On-Off-Beziehung zu der Prostituierten LaVerne und verliert beim Suchen mehr als er findet. Lew Griffin ist eine tragische Figur, ja, aber auch eine starke Figur, ein cooler Typ, einer, der seinen Krempel gerne selbst erledigt, der sich auf wenig verlässt. Und der immer wieder aufsteht, das Durchhaltevermögen eines Ochsen beweist, ein Steh-auf-Männchen in einer Stadt, die so manchen niederstreckt.

James Sallis hat mit „Stiller Zorn“ ein irrsinnig ausgereiftes Debüt vorgelegt. 1992 in den USA unter dem Originaltitel „The Long-Legged Fly“ veröffentlicht, erschien dieses Buch auch in Deutschland bereits 1999 in der Übersetzung „Die langbeinige Fliege“, „Stiller Zorn“ stellt die Neuauflage aus dem Jahr 2013 dar. Zudem ist dies der Auftakt zu der Reihe um den afroamerikanischen Privatdetektiv Lew Griffin, bis 2001 wurden insgesamt sechs Bände von James Sallis geschrieben, bisher sind davon leider (und das ist ein großes „leider“, ein dick unterstrichenes „leider“) nur zwei auf deutsch erschienen, „Stiller Zorn“ und sein Nachfolger „Nachtfalter“. Bis sich das vielleicht ändert, kann man sich mit James Sallis weiteren Werken beschäftigen. Empfehlen kann ich in jedem Fall den Griff zu „Driver“, der 2011 unter der Regie von Nicolas Winding Refn und mit Ryan Gosling in der Hauptrolle als „Drive“ treffsicher verfilmt wurde.

Fazit: James Sallis beeindruckt mich mit seiner Erzählweise, setzt einem eine Welt vor, deren Angeln quietschen, die unter ihrem Gewicht ächzt und die sich trotzdem weiterdreht. Immer weiter und weiter. Mit seinem Stil verleiht er dem Kriminalroman eine wichtige Stimme und eine wertvolle Facette.

Bewertung: 91,2 %
Stil: 5/5 | Idee: 5/5 | Umsetzung: 5/5 | Figuren: 4/5 | Plot-Entwicklung: 4/5
Tempo: 4/5 | Tiefe: 5/5 | Komplexität: 5/5 | Lesespaß: 4/5 | = 4,56 Punkte

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Im letzten Teil dieses merkwürdigen Buches verfällt der Autor unerwartet in eine Art Selbstironie. Er schreibt: "Als ich mit einer Gehirnerschütterung und etlichen gebrochenen Rippen im Bett lag, schrieb ich mehr oder weniger aus purer Langeweile ein Buch ..., das von einem Cajun-Detektiv in New Orleans handelte. Lag da und leierte es raus, reimte mir einfach irgendwas zusammen, improvisierte wie wild und packte alles rein, was mir einfiel. ... Einige Kritiker erwähnten mich in einem Satz mit Chandler, Hammett, Macdonald und Himes; hätten sie nicht tun sollen, weil die Jungs ein paar Kragenweiten zu groß für mich waren, aber sie machten es trotzdem."

Damit wäre eigentlich auch alles zu diesem Buch gesagt, wohl ebenso zu Sprache und Stil des Autors. Der Roman erschien erstmals 1992 im Original und 1999 als deutsche Übersetzung mit dem eigenwilligen Originaltitel "Die langbeinige Fliege", der sich mir nach dem Lesen genau so wenig erschlossen hat wie der neue Titel. Detektiv Griffin wurschtelt sich in New Orleans durchs tägliche Dasein. Seine Spezialität ist offenbar die Suche nach vermissten Personen. Davon handeln die vier Episoden des Romans, die mit den Jahren (1964, 1970, 1984, 1990) überschrieben wurden, in denen sie sich abspielen.

Griffin ist typischerweise ein notorischer Einzelgänger mit einem Alkoholproblem, welcher bei Frauen einen Fürsorglichkeitsreflex auslöst. Der allerdings verfliegt bald, wenn sie mit ihm zusammenleben. Die vier Episoden lesen sich nicht schlecht, auch wenn Spannung kaum aufkommt. Vielleicht liegt dies allein an Sallis Sprache, die kurz, geradeaus und gelegentlich ruppig daherkommt, eben so, wie man es von einem ganzen Kerl erwartet, der im Milieu verkehrt und dort überleben muss.

In der ersten Episode kann Griffin keine Zeit aufbringen, um seinen todkranken Vater ein letztes Mal und auf dessen Wunsch zu besuchen, und im letzten Teil geht er auf die Suche nach seinem Sohn, der natürlich nicht bei ihm lebt und auch vorher nie erwähnt wurde. Griffin besitzt also weder Wurzeln noch Fortfahren, mit denen er etwas verbindet. Nach außen wirkt er cool, innen ist er leer und verlassen. Und damit erreicht er den Status einer literarischen Figur, aus der mancher gerne den Verfall der Gesellschaft herausliest. In Wirklichkeit ist Griffin nichts weiter als ein Phantasieprodukt eines Schriftstellers, dessen Stil an bekannte Autoren aus der Vergangenheit erinnert, die allerdings bessere Geschichten schrieben.

Drei Sterne bedeuten laut Seitenbetreiber "nicht schlecht". Und das war genau mein Eindruck.
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am 11. Juli 2013
Sallis ist seit einiger Zeit einer meiner Lieblingsautoren. Er schreibt schnell, lässt nicht zu, dass sich seine Figuren hinter Larmoyanz und Gefühlsduselei verstecken.
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