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Stiller Ruhm: Roman
 
 
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Stiller Ruhm: Roman [Taschenbuch]

Danielle Steel , Dr. Eva Malsch
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein großer Schicksalsroman!" (HörZu )

"Eine wunderbar ergreifende Liebesgeschichte." (New York Times )

"Danielle Steel ist erneut ein überzeugender und bewegender Roman gelungen. Sie ist einfach die Beste!" (Los Angeles Times )

Kurzbeschreibung

Von dem Tag an, als sie in Kalifornien eintrifft, ist die junge Japanerin Hiroko hin- und hergerissen – zwischen den Wünschen ihrer Mutter, die sich für die Tochter eine traditionelle japanische Ehe erhofft, und den Träumen des liberalen Vaters, der seine Tochter auf die Universität schicken will. Erst die Liebe zu dem Amerikaner Peter Jenkins öffnet das Herz Hirokos für die westliche Kultur. Doch man schreibt das Jahr 1943, und der Krieg reißt den geliebten Mann von ihrer Seite. Alle Japaner gelten plötzlich als Feinde, werden gedemütigt, enteignet und interniert. Auch Hiroko wird in ein Lager gebracht, und als sie dort feststellt, dass sie ein Kind von Peter erwartet, droht sie daran zu zerbrechen. Peter ist im Krieg verschollen, und die Lebensumstände im Lager sind zum Verzweifeln. Doch Hiroko gibt die Hoffnung nicht auf, den geliebten Mann und Vater ihres Kindes einst wieder in die Arme schließen zu können...

Klappentext

"Ein großer Schicksalsroman!"
HörZu

"Eine wunderbar ergreifende Liebesgeschichte."
New York Times

"Danielle Steel ist erneut ein überzeugender und bewegender Roman gelungen. Sie ist einfach die Beste!"
Los Angeles Times

Über den Autor

Danielle Steel, als Tochter eines deutschstämmigen Vaters und einer portugiesischen Mutter in New York geboren, lebte als junges Mädchen lange Jahre in Europa. Seit 1977 schreibt Danielle Steel - die heute Mutter von neun Kindern ist und in San Francisco lebt - große Romane, die sie innerhalb weniger Jahre zur meistgelesenen Autorin der Welt machten.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Fünf Jahre lang hatte Masao Takashimayas Familie eine passende Braut für ihn gesucht, seit seinem einundzwanzigsten Geburtstag. Trotz dieser Bemühungen, eine geeignete junge Frau zu finden, lehnte er jede ab, sobald er sie näher kennenlernte. Er wünschte sich eine besondere Frau, die ihm nicht nur dienen und ihn respektieren würde, wie es die Heiratsvermittlerin in allen Fällen versprach, sondern mit der er auch vernünftig reden und seine Ideen teilen konnte. Keines der Mädchen, die ihm in den letzten fünf Jahren begegnet waren, genügte seinen Ansprüchen. Bis Hidemi in sein Leben trat. Sie war erst neunzehn und lebte in einem buraku, einem kleinen Bauerndorf bei Ayabe, ein hübsches Mädchen - klein, zierlich und sehr sanftmütig. Ihr Gesicht glich einer kunstvollen Schnitzerei aus feinstem Elfenbein, die Augen schimmerten wie Onyx. Bei der ersten Zusammenkunft mit Masao brachte sie kaum ein Wort hervor.
Zunächst dachte er, sie wäre schüchtern und würde ihn fürchten wie die anderen, die man ihm aufgedrängt hatte. Alle seien zu altmodisch, beklagte er sich. Er wollte kein Mädchen heiraten, das ihm wie ein Hündchen folgen und ihn angstvoll anstarren würde. Aber die wenigen Frauen, die er auf der Universität traf, gefielen ihm auch nicht. Als er 1920 zu dozieren begann, kam er mit Professorentöchtern und -gattinnen oder Ausländerinnen zusammen. Doch den meisten fehlte Hidemis süße Reinheit. Von seiner Frau wünschte er sich alles - Ehrfurcht vor alten Traditionen, vermischt mit Zukunftsträumen. Sie mußte nicht besonders gebildet sein, aber den gleichen Wissensdurst verspüren wie er selbst. Nachdem er zwei Jahre lang an der Universität von Kyoto unterrichtet und soeben seinen sechsundzwanzigsten Geburtstag gefeiert hatte, lernte er Hidemi kennen. Sie war vollkommen, sanft und scheu und fasziniert von allem, was er sagte. Mehrmals ließ sie ihm durch den Heiratsvermittler interessante Fragen stellen, nach seiner Arbeit, seiner Familie und Kyoto. Nur selten hob sie den Blick, um ihn zögernd anzuschauen, und er fand sie unglaublich schön.
Sechs Monate nach der ersten Begegnung stand sie neben ihm, die Augen gesenkt, im schweren weißen Kimono mit dem kostbaren goldenen Obi, den ihre Großmutter getragen hatte. In diesem Gürtel steckte ein winziger Dolch, mit dem sie Selbstmord begehen konnte, wenn Masao sich von ihr abwandte. Auf ihrem sorgsam frisierten Haar saß der tsunokakushi, der den Kopf, aber nicht das Gesicht bedeckte und ihre zierliche Gestalt noch betonte. Direkt unter dem tsunokakushi hingen die kanzashi, der wertvolle Haarschmuck ihrer Mutter. Die Mutter hatte ihr auch eine große Prinzessinnenkugel aus Seidenfäden übergeben, reich bestickt mit den bisherigen Ereignissen in Hidemis Leben. An diesem Kunstwerk hatte die Mutter nach Hidemis Geburt zu arbeiten begonnen und es im Lauf der Jahre ergänzt, stets von der Hoffnung erfüllt, die Tochter würde zu einer anmutigen, edlen, klugen Frau heranwachsen. Die Kugel war das schönste Geschenk, das Hidemi erhalten konnte, ein exquisites Symbol der mütterlichen Liebe, der Gebete und Zukunftswünsche.
Masao trug einen Mantel über dem traditionellen schwarzen Kimono mit dem Familienwappen, als er stolz an Hidemis Seite stand. Gewissenhaft nahmen sie drei Schlucke Sake aus drei Tassen. Dann wurde die schintoistische Zeremonie fortgesetzt. Zuvor hatten sie den Schinto-Schrein besucht und ein privates Ritual abgehalten. Jetzt wurden sie bei der offiziellen Hochzeit für immer vereint, in Gegenwart der Verwandten und Freunde. Der Zeremonienmeister erzählte die Chroniken der beiden fast vollzählig versammelten Familien und unterstrich deren Bedeutung. Auch einige Universitätsprofessoren hatten sich eingefunden. Nur Masaos fünf Jahre älterer Vetter und Freund Takeo war nicht erschienen. Sicher hätte er gern am Fest teilgenommen. Aber er war im Vorjahr in die Vereinigten Staaten gereist, um an der Stanford University in Kalifornien zu unterrichten. Für ihn war das eine große Chance, und Masao hätte ihn gern begleitet.
Die Zeremonie war äußerst feierlich und sehr lang. Kein einziges Mal schaute Hidemi ihren Bräutigam an, und sie lächelte auch nicht, während sie nach ehrwürdigen Schinto-Riten vermählt wurden. Erst nach der Hochzeit blickte sie zaudernd zu ihm auf. Ihre Augen lächelten zaghaft, dann die Lippen, als sie sich vor ihrem Mann verneigte. Auch er verbeugte sich, ehe sie von ihrer Mutter und ihren Schwestern weggeführt wurde. Nun mußte sie den weißen Kimono mit dem roten für den Empfang vertauschen. Die Bräute aus reichen städtischen Familien wechselten die Kimonos während des Hochzeitsfestes sechs- oder siebenmal. Aber in Hidemis buraku hatte man entschieden, zwei Kimonos würden genügen.
Es war ein schöner Sommertag, und die Felder von Ayabe schimmerten smaragdgrün. Stundenlang begrüßten die Eheleute Freunde und Verwandte und nahmen zahlreiche Präsente entgegen. Die sorgsam verpackten Geldgeschenke wurden Masao überreicht.
Immer wieder erklang Musik. Hidemis Kusine aus Fukuoka spielte auf der Koto, und ein Tanzpaar vollführte einen graziösen, langsamen bugaku. Ein üppiges Festmahl wurde serviert, insbesondere die traditionellen tempura, Reisbällchen, kuri shioyaki, Huhn, sashimi, roter Reis mit nasu, nishoga und narazuki. Tagelang hatten Hidemis Mutter und ihre Tanten diese Köstlichkeiten zubereitet, beaufsichtigt von der Großmutter, obaachan. Sie freute sich, weil ihre kleine Enkelin heiratete. Nun befand sich Hidemi im richtigen Alter, und sie hatte viel gelernt. Sicher würde sie eine gute Ehefrau. Die Verbindung mit Masao gefiel der Familie, obwohl er sich für moderne Ideen einsetzte. Darüber amüsierte sich Hidemis Vater. Masao diskutierte gern über Politik und weltliche Dinge. Aber er achtete auch die wichtigen Traditionen, entstammte einer guten Familie und war ein ehrenwerter junger Mann. Zweifellos würde er seiner Frau ein angenehmes Leben bieten.
Sie verbrachten die Hochzeitsnacht bei Hidemis Familie. Am nächsten Tag fuhren sie nach Kyoto. Sie trug einen rosaroten Kimono, ein Geschenk ihrer Mutter, und sah sehr schön aus, als sie neben Masao im Auto saß. Für diesen Zweck hatte er sich eigens ein brandneues 1922 Model-T-Coupé geliehen, das einem amerikanischen Professor an der Universität in Kyoto gehörte. Sie ließen sich in Masaos kleinem Haus nieder, und Hidemi erfüllte alle Erwartungen, die er in sie gesetzt hatte. Pflichtbewußt hielt sie sein Heim in Ordnung, wahrte all die vertrauten Traditionen, ging regelmäßig zum nahen Schrein und erwies sich als höfliche Gastgeberin, wenn er seine Kollegen zum Abendessen einlud. Und sie respektierte ihren Mann. Manchmal wagte sie in seiner Gegenwart zu kichern - besonders, wenn er darauf bestand, englisch mit ihr zu sprechen. Er fand es sehr wichtig, daß sie eine andere Sprache lernte, und erörterte viele Themen mit ihr - die englische Eroberung Palästinas, Gandhis Kampf gegen die Herrschaft der Briten in Indien, sogar Mussolinis Aktivitäten. Nach seiner Meinung mußte sie über die Ereignisse auf der Welt Bescheid wissen, und seine Beharrlichkeit amüsierte sie. Er behandelte sie freundlich und rücksichtsvoll, und er erwähnte oft, er wünsche sich viele Kinder. Wenn er über solche Dinge sprach, errötete sie verlegen. Aber eines Tages faßte sie Mut und flüsterte ihm zu, hoffentlich würde sie ihm viele Söhne schenken und ihm Ehre machen.
»Auch Töchter sind aller Ehre wert, Hidemi-san«, entgegnete er sanft, und sie schaute ihn erstaunt an. Wenn sie ihm nur Töchter gebar, würde sie sich schrecklich schämen. Sie kannte die Bedeutung der Söhne, vor allem, weil sie aus einer ländlichen Gemeinde stammte.
In den nächsten Monaten wurden sie gute Freunde und lernten einander lieben. Masao schätzte Hidemis hausfrauliche Fähigkeiten. Jeden Tag erwarteten ihn köstliche Mahlzeiten. Hübsch arrangierte Blumensträuße schmückten sein Heim, insbesondere den tokonoma, den Alkoven, in dem die gemalte Schriftrolle verwahrt wurde - die...
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