Großbritannien in den fünfziger Jahren: Frauen müssen sich sehr früh schon entweder für eine Karriere oder einen Beruf entscheiden.
Bei den Potters sind es die beiden Schwestern Stephanie und Frederica, die die beiden Gegenpole vertreten. Stephanie, die Ältere der Beiden, hat sich für die Ehe mit einem Hilfspfarrer entschieden, während Frederica gerade ihr Studium beginnt.
Eingebettet in einen sehr ausführlichen Bericht über das Geistesleben der damaligen Zeit, über philosophische Strömungen, über Kunstbetrachtungen, über die literarische Szene, erlebt man als Leser vor allem auch mit, wie entgegengesetzt sich das Leben der Schwestern entwickelt.
Frederica macht sich bald einen Namen, lernt Menschen kennen, lebt sich auch sexuell aus, ohne sich dabei zu verlieben; Stephanie hingegen wird schwanger, muss die Schwiegermutter im Haus mitversorgen, sowie ihren Bruder, der einen nervlichen Zusammenbruch hinter sich hat...
Das Buch lebt nicht alleine vom Gegensatz zwischen diesen unterschiedlichen Lebensentwürfen. In vieler Hinsicht hätte es einen besseren, gebildeteren Leser als mich verdient gehabt; die langen Passagen, in denen die Zeitströmungen erörtert werden, waren für mich zum Teil recht trocken. Auch verstehe ich viel zu wenig von Kunst, um jetzt beurteilen zu können, ob die Kommentare der Autorin dazu nun zutreffend, originell oder was auch immer sind. Was ich aber sagen kann: Van Gogh nimmt in diesem Roman einen wichtigen Platz ein, besonders sein Verhältnis zu Gaugin; für mich war das spannend zu lesen und hat zum Gesamtkonzept des Romans hervorragend gepasst.