Die Stille nach dem Schuss / Edition Deutscher Film Die Stille nach dem Schuss Die Stille nach dem Schuss [VHS]
Im Terrorismus stehen sich West und Ost gegenüber. Erstaunliche Beschreibung der späten DDR. Bestechende Verfilmungen einer außergewöhnlichen politischen Verstrickung der Staatssicherheit mit einer Splittergruppe der RAF um Ulrike Meinhof und Andreas Baader, die u.a. in Ostberlin untertauchte.
Dieser sehr präzise Film erscheint mir heute wie das gelungenste Beispiel aller Verfilmungen dieser speziellen Epoche. Andere Regisseure konnten sich dem Thema höchstens oberflächlich widmen, wie etwa Uli Edel 2008 in DER BAADER MEINHOF KOMPLEX.
Schlöndorff drehte ausschließlich an originalen Schauplätzen der ehemaligen DDR. Heute sind diese Orte derartig verändert und renoviert, dass man diesen Film nicht mehr realisieren könnte. Für immer verschwunden sind jene verträumten Ostseebadeorte, die heruntergekommenen Fabriken und Kombinate, die Manövergelände der NVA, oder diese typischen sozialistischen Neubaugebiete, beispielsweise in Halle an der Saale. Das kongeniale Drehbuch für "Die Stille nach dem Schuss" entstammt der Feder Wolfgang Kohlhaases. Herausragend.
Ohne Kohlhaase wäre die DEFA-Ära ohnehin undenkbar. SOLO SUNNY, BERLIN ECKE SCHÖNHAUSER, DIE GRÜNSTEINVARIANTE, später ZIMMER VORM BALKON und WHISKEY UND WODKA gehören zu seinen unvergesslichen Arbeiten und wurden stets mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.