Bosnien-Herzegowina war zwischen 1992-95 Ort des grausamsten Krieges in Europa seit 1945. Viele Folgen dieses Krieges sind nicht sogleich sichtbar. Eine dieser Folgen beschreibt Christian Wagner in seinem Film "Warchild - Stille Sehnsucht": während Senada, die Mutter eines kleinen Mädchens mit dem Namen Aida, in einem Konzentrationslager vergewaltigt wurde, fürchtete ihr Mann Samir, der Vater von Aida, um sein eigenes Leben und hoffte, das Mädchen mit dem Roten Kreuz ins Ausland bringen lassen zu können, während er selbst in Bosnien blieb. Alle drei überlebten den Krieg, die beiden Eltern, die sich zwischenzeitlich fremd geworden waren, lebten weiterhin in Bosnien. Aida allerdings lebte fortan in Deutschland. Sie war inzwischen adoptiert worden und bekam von ihren Adoptiveltern einen neuen Namen: Kristina. Senada recherchierte den Aufenthaltsort, indem sie illegal nach Deutschland reiste. Senada und Samir, der ihr heimlich gefolgt war, finden Aida/ Kristina und treffen auch auf deren deutsche Adoptiveltern.
Der Film ist alleine von der Story her sehr bewegend. Und diese Geschichte wird sehr gut erzählt, manchmal (dankenswerterweise!) mehr durch tiefgründige Langsamkeit als durch vordergründige Hektik. Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind herausragend. Samir wird dargestellt von Senad Basic; wer bosnische Filme schätzt, der wird ihn kennen aus 'Kod amidze Idriza', 'Gori Vatra' und vielen anderen Filmen.
Sehr empfehlenswert!
Dr. Benjamin Bieber, Forschungsgruppe Bosnien, Frankfurt am Main