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Kundenrezensionen

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am 23. September 2006
Ich bin seit langem ein Fan des Werks dieses britischen Autoren, der leider noch immer nicht die Beachtung und Würdigung gefunden hat, die er schon lange verdient. Er ist einer der ganz Grossen der britischen Literatur.

In seinem neuen Roman zieht Parks den Leser in den Gedankenstrudel eines nicht wirklich sympathischen Helden: Harold Cleaver ist ein übergewichtiger, selbstverliebter, supererfolgreicher Fernsehmoderator mit zahlreichen weiteren ungünstigen Eigenschaften - eine dieser Fernsehnasen, die sich so schrecklich wichtig vorkommen, dass sie jedes Gefühl für die sie umgebende Welt verlieren, auch für die Leute, die ihnen die nächsten sind. Wir begegnen ihm in dem Moment, in dem ihm seine Welt zusammenbricht, weil sein Sohn einen schonungslosen Schlüsselroman mit dem Titel "Im Schatten des Allmächtigen" über ihn verfasst hat - und damit sogar für den Booker Prize nominiert ist. Cleaver zieht sich in die Südtiroler Berge zurück, um nachzudenken.

Wir hören das Brausen in seinem Kopf, und wir hören es mit Spannung, denn Tim Parks gelingt das Kunststück, dem Gedankenstrom seines Helden einen wunderbar hinterhältigen Humor einzuträufeln und zugleich Zärtlichkeit einzuhauchen - und ihn auf schön ironische Weise mit dem Text des Romans des Sohnes zu konfrontieren. Ein vielschichtiges, aufregendes, kluges und unterhaltsames Buch.
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Aussteigerromane haben Konjunktur. Einer erwandert den Jakobsweg, ein anderer bricht aus seinem versteinerten Alltag nach Lissabon auf, während ein dritter alles hinschmeißt, um sich in ein Bergdorf zu verkriechen. Sein Vorsatz: Dort vollständig mit seinem bisherigen Dasein als gefeierter Interviewer zu brechen. "Das kulturelle Umfeld Südtirols, ... sagte sich Cleaver, muss weder analysiert noch ironisiert, kritisiert oder gepriesen werden." Dort will er einfach nur leben: "Nichts, murmelte Cleaver noch einmal,... das zur öffentlichen Diskussion beitragen könnte, wird von dieser Reise mitgebracht werden." Auslöser dieses Überdrusses am bisherigen Kommentatoren-Dasein ist das kritische Buch seines Sohnes, das den bezeichnenden Titel "Im Schatten des Allmächtigen" trägt. Erschienen ist es kurz vor Cleavers Karrierehöhepunkt, dem sensationellen Interview, in dem er den amerikanischen Präsidenten (in dem man unschwer Bush jr. erkennt) auseinander genommen hat - allerdings ohne dessen Wiederwahl zu verhindern.
Doch die vom Autor Parks genau und liebevoll gezeichnete Umgebung lenkt Cleaver nicht wirklich ab, denn ständig beschäftigt er sich in Gedanken mit den Vorwürfen seines Sohnes, der auch den tragischen Tod von Cleavers Tochter anspricht. So misslingt das Aussteigen, auch weil er sich bald immer stärker mit der Frage nach den Ursachen für ein altes Zerwürfnis befasst, das die Südtiroler Familie gespalten hat, von der er nach dem Tod des Großvaters dessen isoliertes Haus mieten konnte. Die Gegenwart spielt eigentlich nur dann eine Rolle, wenn ihre Bewältigung dem gänzlich unvorbereiteten Cleaver wieder mal auf schmerzhaft peinliche Weise misslingt. Da die am Anfang aufgebaute Erwartung des Lesers nicht wirklich befriedigt wird, verliert das Buch zum Ende hin trotz einer gewissen Zuspitzung der Ereignisse an Spannung. Weder führt der Besuch seines Sohnes zu einer dramatischen Auseinandersetzung, noch wird das düstere Familiengeheimnis wirklich geklärt. Am Ende verbleiben eine nach wie vor rätselhaft unentschlossene Hauptfigur, eine unverständliche Umgebung und ein gefrusteter Leser, der sich fragt: War's das nun?
Das Buch ist zwar gekonnt übersetzt, trotzdem sollte man es vielleicht besser auf Englisch lesen, da dann die für Cleaver weitgehend unverständlichen Südtiroler Sprachbrocken in ihrer Absurdität noch besser zur Geltung kommen.
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am 20. Februar 2007
Der britische Schriftsteller Tim Parks, der seit Jahren im norditalienischen Verona lebt, begeisterte mit seinem neuesten Roman "Stille" die bundesdeutsche Literaturkritik. Sein mit scharfer Feder formuliertes Psychogramm eines Möchtegern-Aussteigers, der alles hinter sich lassen will, aber letztlich doch nicht zur Ruhe kommen darf, löste tatsächlich wahre Begeisterungshymnen aus.

Dabei ist Parks besondere Spezialität der innere Monolog seiner Hauptdarsteller. Auch sein elftes Buch schlägt in diese Kerbe - und führt zur Meisterschaft, was in den früheren Werken des britischen Erfolgsautors wie "Schicksal" oder zuletzt "Doppelleben" schon angelegt war. Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs: Parks Helden plagen sich ab mit Geliebten, Ehefrauen, Kindern und dem zumeist schnöden Alltag. Die Hasstiraden seiner arg geplagten Männer erinnern mitunter an Großmeister Thomas Bernhard - und machen die Lektüre von Parks Romanen schon alleine deshalb empfehlenswert.

Die "Frankfurter Rundschau" (06.12.06) lobt darüber hinaus "Stille" als "Parks-typische virtuose Mischung aus Tiefsinn und Banalität" und feiert die "psychologische Subtilität bei der Figurenzeichnung". Die "Süddeutsche Zeitung" (13.11.06) stellt fest, das Parks neuer Roman "über die typische Midlifecrisis-Erzählung weit hinaus gehe". Die "FAZ" (04.10.06) hält Tim Parks neuesten Roman für eine "eindrucksvolle, weil zwanglose Demonstration der literarischen Fähigkeiten des Autors" und sieht sich schlichtweg nicht in der Lage diesem "epischen Ein-Mann-Stück" aus dem Weg zu gehen. Nach eigener Lektüre darf ich festhalten: die Kritik irrte mit ihren überaus positiven Besprechungen nicht.

Zur Handlung: Harold Cleaver hat es geschafft. Sein denkwürdiges Interview mit dem amerikanischen Präsidenten ist der Höhepunkt seiner Karriere als TV-Journalist. Alle Welt spricht von Harry. Aber auch über den gerade erschienen Roman seines Sohnes. Dessen Buch "Im Schatten des Allmächtigen" ist eine schonungslose Abrechnung mit dem Vater. Harry muss fort. Sein Aufbruch in die Südtiroler Berge ist auch eine Flucht vor den medialer Öffentlichkeit, deren Beherrscher und Sklave er ist. Harrys Bedürfnis nach Stille ist übermächtig. Eingeschneit in einer abgelegenen Berghütte lebt er allein und sprachlos vor sich hin. Kontakt hält er nur mit einigen Bauern aus der Nachbarschaft. Harry merkt schnell: die Stille ist kein Garant für Ruhe - und nichts ist so verstörend wie die Stimmen im eigenen Kopf.

Tim Parks behandelt in seinem Roman "Stille" nicht nur einen Vater-Sohn-Konflikt, lobenswert übrigens dass der Autor beide Parteien zur Wort kommen lässt, sondern übt auch Medien- sprich: Zivilisationskritik. Das Ergebnis überzeugt. Anfänglich irritierend ist Parks Schilderung des Südtiroler Bauernpersonals. Hier bedient der Autor auch Klischees: Nazi, Inzest und tölpelhafte Hubertusmantelgesellschaft. Aber das hat Thomas Bernhard ja auch getan.

Am Ende liefert uns Tim Parks ein versöhnlich-poetisches Bild. Der geläuterte Harold steht am Fenster und wartet sprichwörtlich auf ein "Zeichen des Himmels", zum Beispiel auf eine Sternschnuppe. Wird diese ihm den richtigen Weg, gar einen Ausweg aus seiner persönlichen Misere weisen? Der Leser selbst ist über dieses Warten entzückt - und genießt die flüchtige Stille im eigenen Kopf.
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am 11. Oktober 2006
Harold Cleaver ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er hat ein starkes Interview mit dem US-PRäsidenten geführt und doch verkriecht er sich in der Einsamkeit der Berge.

Man könnte meinen, der Mittfünfziger stürzt in eine Sinneskrise, die Midlifecrisis, obwohl ihm die Frauen reihenweise zu Füßen liegen (was schon fragwürdig ist bei seinem starken Übergewicht und seiner permanenten Gesundheitsgefährdung - aber der Erfolg zählt eben oft mehr ;-))

Je weiter man liest, um so mehr erfährt man, dass Harold Cleavers Probleme eigentlich sehr tief sitzen:

Als Weiberheld hat er sich von seiner Frau distanziert, führt nur noch eine Ehe auf Papier. Seine Kinder haben sich ihm entfremdet. Der Tod seiner Tochter steht zwischen ihm und seinem Sohn, der ein Buch "ein fiktiver Roman" über Harold Cleaver geschrieben hat.

Wie kann Harold seinem Sohn begegnen, die "falschen" Tatsachen richtigstellen, ohne dass sein Sohn antwortet, dass es sich nur um einen Roman handle und doch nichts mit der Wirklichkeit zu tun habe.

Das Buch, das in den Bergen Tirols spielt (dort, wo endlich STILLE herrscht), führt den Leser direkt "in den Kopf" von Harold Cleaver. Wie ein kleiner Mann im Kopf sitzt man da und liest gespannt Seite für Seite, was Harold Cleaver denkt.

Das ist aber auch das herausfordernde und schwierige an diesem Buch. Tim Parks schreibt wirklich so, wie die Gedanken kommen. Das kann stellenweise verwirrend sein, dem konzentrierten Leser öffnen sich aber die Gedanken des erfolgreichen Mannes.

Dabei wird Harold Cleaver aber nicht nur durch seine Gedanken beschrieben, sondern auch durch das Buch seines Sohnes ("Im Schatten des Allmächtigen" - wie passend), über dessen Zeile Harold Cleaver nachdenkt.

So entstehen Zwiegespräche, wie Sie nur ein absoluter Einsamkeit stattfinden können und Harold Cleaver sitzt da und sucht sich selbst.
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am 24. August 2009
Eine faszinierende Schilderung einer Flucht vor sich selbst und aus Zorn auf den Sohn, der als Verbündeter dessen Mutter wahrgenommen wird. Cleaver (der "Spalter", ein erfolgreicher Journalist und Medienstar) kämpfte mit ihr zwei Jahrzehnte in Hassliebe. Er lebte exzessiv seine Selbstverwirklichung im beruflichen Erfolg und kompensierte private Frustration duch eine Vielzahl sexueller Affären. Nach dem Tode seiner Tochter kümmert er sich um andere Töchter, die er väterlich fördert. Sein Sohn neidet ihm die Anerkennung und beschuldigt ihn, den Tod der Schwester bzw. Cleavers Tochter, zu verantworten.
Durch die Flucht in eine Bergeinsamkeit Südtirols beginnt Cleaver erstmals, seine narzisstischen Muster zu unterbrechen. Eindrucksvoll wird beschrieben, wie er die eigenen Probleme in die Gastgeber - Familie projiziert, deren Rätsel um eine tödlich verunglückte junge Frau (im Jahrgang der Tochter und verstorben in deren Todesjahr) Parallelen heraufbeschwören. Interessant auch die Beichte des Sohnes, der nachfährt um sich zu versöhnen: Dieser erkennt erst in der Ferne die Zusammenhänge zwischen Beschuldigung und Schuldgefühlen. Schuldgefühlen in Bezug auf die Schwester motivieren seine Ehe mit einer todkranken Frau, deren Mutter er zur Geliebten nimmt. Packende Sizzen von Charakteren, inneren Dialogen Naturbildern und Familiendynamik.
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Zum Plot: Harold Cleaver ist Englands wichtigster Fernsehmoderator, Starjournalist und Talkshow – Entertainer. Eigentlich ein Mann, dessen Bekanntschaft man suchen könnte. Doch er ist ein menschlich gesehen ein unangenehmer Zeitgenosse, Mittfünfziger, erheblich übergewichtig, Infarkt gefährdet. Scheinbar unwiderstehlich, liegen diesem Weiberheld alle Frauen zu Füßen. Trotzdem möchten wir als Leser diesem Kerl nicht begegnen. Da das Buch ausgesprochen gut erzählt ist, verschlingen wir paradoxerweise jedoch Zeile um Zeile.

Gerade hat dieser Bonvivant ein Aufsehen erregendes Interview, weil provozierend und ultimativ, mit dem amerikanischen Präsidenten geführt. Danach befällt ihn der Wunsch nach „spiritueller Grundreinigung. Er kündigt über Nacht den hoch dotierten Job beim Fernsehen, verlässt seine Lebensgefährtin und seine halbwüchsigen Kinder, besteigt ein Flugzeug Richtung Italien. In Tirol fährt er in ein völlig abgelegnes kleines Bergdorf, wandert dort weiter hinein in die fast 2000 Meter hohe Berglandschaft, findet am Rande einer Schlucht Unterkunft, in einer armseligen Berghütte, die ausgerechnet einem vor kurzem verstorbenen Alt-Nazi als Versteck diente. Hier gibt es kein fließendes Wasser, keine Elektrizität, nur einen Donnerbalken. Cleaver schaltet sein Handy, die letzte Verbindung zur Außenwelt, aus und es dauert nicht lange, da hört er etwas in ihm dröhnen, was er die letzten Jahrzehnte nicht kannte – Stille.

Der Autor erlaubt dem Medienmann kein ruhiges Eremitendasein, keine uneingeschränkte geistige Grundreinigung, keine einfache Findung der Erklärung für sein grausiges Verhalten seinen Mitmenschen gegenüber, denn er hat ihm einen schweren Findungsbrocken in sein Reisegepäck gelegt.

Als Roman im Roman finden wir ein unglaubliches, so eben veröffentlichtes „Abrechnungsbuch“ welches Cleavers ältester Sohn über seinen Vater geschrieben hat. Unter dem hämischen Titel „ Im Schatten des Allmächtigen“, einer bissigen und sehr, sehr schmerzlichen Nuntiation rechnet der Sohn in diesem verschlüsselten Roman mit seinem Vater ab. Er bezeichnet ihn als „Meister des schönen Scheins“, als Mensch der keine Skrupel kennt, ein Mann aus der Medienwelt in dessen Nähe selbst seine Frau und seine eigenen Kinder verkommen, „verdorren“. Und hier sitzt Cleaver nun in der Stille, sucht in seiner Seele die Gründe für sein „Fehlverhalten“, auf seinem „Zauberberg“ der Selbstfindung.

Wenn man anfangs denkt, schon wieder so eine „Aussteigergeschichte“, so merkt man doch recht bald, dass dieses „doppelbödige“ Buch eigentlich mehr ein Vater-Sohn –Roman ist. Man fragt sich unwillkürlich, ob nach solchen Vorhaltungen, Vater und Sohn jemals wieder miteinander reden können. Wenn auch das Ende, was hier nicht verraten werden soll, etwas kitschig- nachsichtig ist, so bringt Tim Parks uns doch die Erkenntnis ins Bewusstsein, das ein Leben, in dem wir nicht unsere Mitmenschen wahrnehmen, nicht fühlen, lieben und vergeben können, keinen wirklichen Sinn macht.

Ein raffiniertes Spiel mit Fakt und Fiktion, - späte Selbstfindung in großer Einsamkeit-, viele unterschiedliche Reflexionsebenen, eine brillant erzählte Geschichte, ein Buch das packend und atmosphärisch dicht geschrieben ist, dass man keine Seite davon missen möchte, eben die große Kunst des Erzählers Tim Parks.
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am 7. Januar 2013
Wer sich spannungsvolle Unterhaltung erwartet wird enttäuscht. Die Geschichte entwickelt sich langsam, sie zieht sich und ohne Struktur. Die Gefühle und Verhaltensweisen des Protagonisten sind unerklärlich, seine Motive sich in die Bergwelt zurückzuziehen erschliessen sich bis zum Schluß nicht. Hier wird der selbstverliebte Filmemacher und Liebling der Zuschauer nicht gefeiert. Er ist eher überffüssig. Vielleicht ist das ja die Quintessenz, die Welt braucht ihn nicht, weder sein Sohn noch seine Frau, weder die Südtiroler, noch die Berge. Aber der Leser eigentlich auch nicht!
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am 27. Dezember 2006
Das Buch fiel mir einige Tage nach einer Sendung von Elke Heidenreichs "Lesen" in die Hände. Der Empfehlung folgend war ich sehr neugierig, habe ich doch auch schon sehr durchwachsene Erfahrungen mit ihren Empfehlungen gemacht.

Der Buch ist sehr interessant, es kitzelt gewissermaßen das Gehirn und rührt das Herz. Und das im übertragenen Sinne, denn Tim Parks Plot spielt zu nicht unerheblichen Teilen im Kopf seiner Hauptfigur, Harold Cleaver. Harold, ein britischer Starjournalist hat sich nach seinem ultimativem Interview - mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten kurz vor der Wahl - in ein Flugzeug Richtung Mailand gesetzt, lässt sein Leben hinter sich und bezieht eine Berghütte tief in der Einsamkeit der Südtiroler Berge. Auslöser der Flucht war ein Buch seines Sohnes über ihn selbst, das man wohl als mediale Ohrfeige bezeichnen kann.

Im Laufe des Buches erfährt man dann viel über den Hauptdarsteller und dessen Umfeld, aber ebenso ist das Buch ein feinsinnige Spiegel der Medienwelt, ihrer Stars und der Geschichten hinter der Geschichte. Diese Scheinwelt der Medienstars inszeniert Tim Parks geschickt durch eine Geschichte in der Geschichte. Das Buch des Sohnes "Im Schatten des Allmächtigen" über den wahren Vater hinter dem bekannten Quotenkönig wird zum stetigen inneren Begleiter des Vaters in der Südtiroler Bergwelt. Dabei wird Cleaver gezwungen, ständig seine Handlungen und Gedanken an der Interpretation seines bisherigen Lebens durch seinen Sohnes zu legitimieren.

Kompliziert? Zuweilen ist es das auch das Buch, da der Leser immer wieder den Gedankensprüngen von Harold folgen muß. Er erklärt seine Sicht in der selbstauferlegten Stille schließlich keinem Dritten, sondern man sitzt live in seinem Gehirn. So zumindest will es der Autor.

Der Selbstfindungstrip des am Abgrund stehenden Medienstars, dem auf dem Höhepunkt seiner Karriere seine bisherigen Werte abhanden kommen und der dem Abgrund im übertragenen Sinne in den Tiroler Bergen wieder ins Auge schaut, zieht in den Bann, ist aber in einigen Passagen auch ermüdend.

Tim Parks schreibt innovativ, verschachtelt, kompliziert, spannend, zeitweilig langatmig, unterhaltsam, intensiv - mit einem Wort: durchaus empfehlenswert
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am 3. Juli 2007
das buch ist sehr empfehlenswert und kurzweilig zu lesen. die suche nach selbstfindung vor der wunderschönen kulisse der bergwelt in einer großartigen sprache geschildert. die spannung baut sich im laufe des buches immer weiter auf, über manche plötzliche wendung ist man als leser überrascht und hätte etwas anderes erwartet. ich habe das buch verschlungen bis zur letzetn seite und gleich ein weiteres von von tim parks gekauft "weisses wasser" (auch gut und lesenswert, aber eine story die man schnell wieder vergißt) - also 5 sterne für stille!!!
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am 4. Januar 2007
"Stille" bezieht seine ganz besondere Athmosphäre aus dem Vexierbild der Persönlichkeiten, das sich aus der Konstruktion ergibt. Wir erleben zum einen die Person von Harry Cleaver in seinen Handlungen und erfahren gleichzeitig, wie sein Sohn ihn in seinem Schlüsselroman beschreibt.

Erwartungsgemäß fühlt Cleaver sich ungerecht behandelt und schildert diese Situationen aus seiner Sicht - damit erhält der Roman seine dritte Ebene.

Gespiegelt wird diese Melange aus Eigen- und Fremdbild als der Sohn dann selbst in Cleavers Refugium erscheint. Cleaver muss erkennen, wie wenig er selbst von seinem Sohn weiss und wie ungerecht er ihn daher häufig behandelt hat.

Ein beeindruckendes und ein nachdenkliches Buch über den Versuch, sich neu zu definieren, den vergeblichen Versuch, gegen die Fremdbilder der Mitwelt anzukämpfen und sich mit den Bildern der anderen konfrontiert zu sehen.
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