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Stille: Roman
 
 
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Stille: Roman [Taschenbuch]

Tim Parks , Ulrike Becker
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (8. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442462223
  • ISBN-13: 978-3442462223
  • Originaltitel: Cleaver
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 136.714 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Tim Parks
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach seinem legendären Interview mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten war Schluss. Harold Cleaver, britischer Starjournalist und begnadeter Talkshow-Zampano hatte genug. Genug vom nimmermüden Mediengeplapper, vom Saufen und der edlen Völlerei, die ihn hatte fett werden lassen, genug von den ungezählten Liebschaften, auf die der Bonvivant im Lauf eines ausschweifenden Lebens zurückblickte. Spirituelle Grundreinigung war angesagt. Und vor allem -- Stille. Über Nacht verschwindet Cleaver mit einem Flugzeug Richtung Mailand, lässt Lebensgefährtin, BBC und Kinder zurück, und beginnt sein neues, kontemplatives Leben in einer Südtiroler Berghütte weit über den Wolken. Nicht lange und die ersehnte Stille beginnt gewaltig in ihm zu dröhnen!

Tim Parks wäre nicht Tim Parks, hätte er dem übersättigten Medienmann nicht allerschwerstes Reisegepäck aufgeladen. Mit in die eisigen Höhenregionen zieht -- quasi als Roman im Roman -- ein gerade veröffentlichtes Abrechnungsbuch. Cleavers ältester Sohn hat unter dem maliziösen Titel “Im Schatten des Allmächtigen” den Vater als Meister des schönen Scheins entlarvt, ein medialer Sonnengott, in dessen Nähe sogar die eigenen Kinder verdorrten. Angesichts dieser bitteren Klageschrift ist die Bergesruhe endgültig dahin. Von reflexhafter Verteidigung zum routinierten Gegenangriff -- zur Erkenntnis! In einem ungeheuren inneren Monolog begibt sich Cleaver (hart am Rande des Abgrunds wohnend), auf Forschungsreise in die Abgründe der eigenen Seele.

Im Dauerclinch mit den Widrigkeiten seines Eremitendaseins und den Naturgewalten, kommen Cleavers journalistischer Ehrgeiz (ständig wittert er eine Story, ständig lockt der Griff zum Handy), wie auch seine sexuellen Präferenzen (ständig lockt auch der Griff nach der hocherotischen Pensionswirtin Frau Schleiermacher), langsam zum Erliegen. Als zusätzliches Spannungselement dient, dass Cleavers Berghütte einem kürzlich verstorbenen Altnazi Unterschlupf bot und der merkwürdige Unfalltod einer jungen Frau Rätsel aufgibt (Parallelen zum Tode von Cleavers Tochter, den -- wie ihm sein Sohn vorhält -- Cleaver schamlos medial ausbeutete, sind unverkennbar). Tim Parks hat, trotz des etwas kitschig-versöhnlichen Endes, seinen persönlichen Zauberberg geschaffen. Leider ging die im englischen Original reizvolle Zweisprachigkeit, die Cleavers Sprachlosigkeit unter dem stoischen Tiroler Bergvolk erst richtig deutlich macht, in der Übersetzung etwas verloren. Dennoch, ein Tim Parks, buchstäblich auf ganzer Höhe. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

kulturnews.de

“Selbstmord war eine Form der Kommunikation. Das hatte er mal gelesen. Die Tatsache des Selbstmords, der Zeitpunkt, die Art und Weise, das alles waren Formen der Kommunikation, die mehr verrieten als jeder Abschiedsbrief." Man kann gedanklich an Abgründe geraten, man kann es auch leiblich. Harold Cleaver leistet beides - gleich mehrmals während seiner stillen Zeit. Der Londoner Fernsehmoderator, sonst mindestens einmal täglich auf Sendung, ist einfach abgehauen. Vorher hatte ihn sein Sohn in einem Roman literarisch fertiggemacht und damit einen künstlerischen Vatermord begangen. Cleaver handelt umgehend: In fast 2000 Metern Höhe will er völlig allein in einem alten Bauernhaus ohne Strom und fließend Wasser Bilanz ziehen. Autor Tim Parks verwebt Cleavers innere Monologe mit dessen einfachsten Handlungen - vom zielgerichteten Besaufen über den Versuch, etwas Wärme in die eingeschneite Bude zu kriegen, bis hin zum Gang aufs Plumpsklo. Ständig wechseln die Zeiten, die Stimmen und die Themen in einer Assoziationskette, die süchtig nach Lesen macht. Warum? Weil man einem Charkter bis auf den Grund blicken kann und tief in die Vergangenheit einer mehr als nur verkorksten Familie. Dass dies so virtuos gelingt, ist Tim Parks Leistung. Er bringt das Seelenleben seines Protagonisten glaubwürdig zum Fast-Systemabsturz. Schade, dass er bei der Konstruktion des Romanabschlusses so unglaubwürdig übertreiben musste. (jw) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tim Parks bester Roman 23. September 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Ich bin seit langem ein Fan des Werks dieses britischen Autoren, der leider noch immer nicht die Beachtung und Würdigung gefunden hat, die er schon lange verdient. Er ist einer der ganz Grossen der britischen Literatur.

In seinem neuen Roman zieht Parks den Leser in den Gedankenstrudel eines nicht wirklich sympathischen Helden: Harold Cleaver ist ein übergewichtiger, selbstverliebter, supererfolgreicher Fernsehmoderator mit zahlreichen weiteren ungünstigen Eigenschaften - eine dieser Fernsehnasen, die sich so schrecklich wichtig vorkommen, dass sie jedes Gefühl für die sie umgebende Welt verlieren, auch für die Leute, die ihnen die nächsten sind. Wir begegnen ihm in dem Moment, in dem ihm seine Welt zusammenbricht, weil sein Sohn einen schonungslosen Schlüsselroman mit dem Titel "Im Schatten des Allmächtigen" über ihn verfasst hat - und damit sogar für den Booker Prize nominiert ist. Cleaver zieht sich in die Südtiroler Berge zurück, um nachzudenken.

Wir hören das Brausen in seinem Kopf, und wir hören es mit Spannung, denn Tim Parks gelingt das Kunststück, dem Gedankenstrom seines Helden einen wunderbar hinterhältigen Humor einzuträufeln und zugleich Zärtlichkeit einzuhauchen - und ihn auf schön ironische Weise mit dem Text des Romans des Sohnes zu konfrontieren. Ein vielschichtiges, aufregendes, kluges und unterhaltsames Buch.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Frankypistor VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Aussteigerromane haben Konjunktur. Einer erwandert den Jakobsweg, ein anderer bricht aus seinem versteinerten Alltag nach Lissabon auf, während ein dritter alles hinschmeißt, um sich in ein Bergdorf zu verkriechen. Sein Vorsatz: Dort vollständig mit seinem bisherigen Dasein als gefeierter Interviewer zu brechen. "Das kulturelle Umfeld Südtirols, ... sagte sich Cleaver, muss weder analysiert noch ironisiert, kritisiert oder gepriesen werden." Dort will er einfach nur leben: "Nichts, murmelte Cleaver noch einmal,... das zur öffentlichen Diskussion beitragen könnte, wird von dieser Reise mitgebracht werden." Auslöser dieses Überdrusses am bisherigen Kommentatoren-Dasein ist das kritische Buch seines Sohnes, das den bezeichnenden Titel "Im Schatten des Allmächtigen" trägt. Erschienen ist es kurz vor Cleavers Karrierehöhepunkt, dem sensationellen Interview, in dem er den amerikanischen Präsidenten (in dem man unschwer Bush jr. erkennt) auseinander genommen hat - allerdings ohne dessen Wiederwahl zu verhindern.
Doch die vom Autor Parks genau und liebevoll gezeichnete Umgebung lenkt Cleaver nicht wirklich ab, denn ständig beschäftigt er sich in Gedanken mit den Vorwürfen seines Sohnes, der auch den tragischen Tod von Cleavers Tochter anspricht. So misslingt das Aussteigen, auch weil er sich bald immer stärker mit der Frage nach den Ursachen für ein altes Zerwürfnis befasst, das die Südtiroler Familie gespalten hat, von der er nach dem Tod des Großvaters dessen isoliertes Haus mieten konnte. Die Gegenwart spielt eigentlich nur dann eine Rolle, wenn ihre Bewältigung dem gänzlich unvorbereiteten Cleaver wieder mal auf schmerzhaft peinliche Weise misslingt. Da die am Anfang aufgebaute Erwartung des Lesers nicht wirklich befriedigt wird, verliert das Buch zum Ende hin trotz einer gewissen Zuspitzung der Ereignisse an Spannung. Weder führt der Besuch seines Sohnes zu einer dramatischen Auseinandersetzung, noch wird das düstere Familiengeheimnis wirklich geklärt. Am Ende verbleiben eine nach wie vor rätselhaft unentschlossene Hauptfigur, eine unverständliche Umgebung und ein gefrusteter Leser, der sich fragt: War's das nun?
Das Buch ist zwar gekonnt übersetzt, trotzdem sollte man es vielleicht besser auf Englisch lesen, da dann die für Cleaver weitgehend unverständlichen Südtiroler Sprachbrocken in ihrer Absurdität noch besser zur Geltung kommen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Über allen Gipfeln ist Ruh 20. Februar 2007
Von F. Martin
Format:Gebundene Ausgabe
Der britische Schriftsteller Tim Parks, der seit Jahren im norditalienischen Verona lebt, begeisterte mit seinem neuesten Roman "Stille" die bundesdeutsche Literaturkritik. Sein mit scharfer Feder formuliertes Psychogramm eines Möchtegern-Aussteigers, der alles hinter sich lassen will, aber letztlich doch nicht zur Ruhe kommen darf, löste tatsächlich wahre Begeisterungshymnen aus.

Dabei ist Parks besondere Spezialität der innere Monolog seiner Hauptdarsteller. Auch sein elftes Buch schlägt in diese Kerbe - und führt zur Meisterschaft, was in den früheren Werken des britischen Erfolgsautors wie "Schicksal" oder zuletzt "Doppelleben" schon angelegt war. Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs: Parks Helden plagen sich ab mit Geliebten, Ehefrauen, Kindern und dem zumeist schnöden Alltag. Die Hasstiraden seiner arg geplagten Männer erinnern mitunter an Großmeister Thomas Bernhard - und machen die Lektüre von Parks Romanen schon alleine deshalb empfehlenswert.

Die "Frankfurter Rundschau" (06.12.06) lobt darüber hinaus "Stille" als "Parks-typische virtuose Mischung aus Tiefsinn und Banalität" und feiert die "psychologische Subtilität bei der Figurenzeichnung". Die "Süddeutsche Zeitung" (13.11.06) stellt fest, das Parks neuer Roman "über die typische Midlifecrisis-Erzählung weit hinaus gehe". Die "FAZ" (04.10.06) hält Tim Parks neuesten Roman für eine "eindrucksvolle, weil zwanglose Demonstration der literarischen Fähigkeiten des Autors" und sieht sich schlichtweg nicht in der Lage diesem "epischen Ein-Mann-Stück" aus dem Weg zu gehen. Nach eigener Lektüre darf ich festhalten: die Kritik irrte mit ihren überaus positiven Besprechungen nicht.

Zur Handlung: Harold Cleaver hat es geschafft. Sein denkwürdiges Interview mit dem amerikanischen Präsidenten ist der Höhepunkt seiner Karriere als TV-Journalist. Alle Welt spricht von Harry. Aber auch über den gerade erschienen Roman seines Sohnes. Dessen Buch "Im Schatten des Allmächtigen" ist eine schonungslose Abrechnung mit dem Vater. Harry muss fort. Sein Aufbruch in die Südtiroler Berge ist auch eine Flucht vor den medialer Öffentlichkeit, deren Beherrscher und Sklave er ist. Harrys Bedürfnis nach Stille ist übermächtig. Eingeschneit in einer abgelegenen Berghütte lebt er allein und sprachlos vor sich hin. Kontakt hält er nur mit einigen Bauern aus der Nachbarschaft. Harry merkt schnell: die Stille ist kein Garant für Ruhe - und nichts ist so verstörend wie die Stimmen im eigenen Kopf.

Tim Parks behandelt in seinem Roman "Stille" nicht nur einen Vater-Sohn-Konflikt, lobenswert übrigens dass der Autor beide Parteien zur Wort kommen lässt, sondern übt auch Medien- sprich: Zivilisationskritik. Das Ergebnis überzeugt. Anfänglich irritierend ist Parks Schilderung des Südtiroler Bauernpersonals. Hier bedient der Autor auch Klischees: Nazi, Inzest und tölpelhafte Hubertusmantelgesellschaft. Aber das hat Thomas Bernhard ja auch getan.

Am Ende liefert uns Tim Parks ein versöhnlich-poetisches Bild. Der geläuterte Harold steht am Fenster und wartet sprichwörtlich auf ein "Zeichen des Himmels", zum Beispiel auf eine Sternschnuppe. Wird diese ihm den richtigen Weg, gar einen Ausweg aus seiner persönlichen Misere weisen? Der Leser selbst ist über dieses Warten entzückt - und genießt die flüchtige Stille im eigenen Kopf.
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Lohnt sich nicht
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spannend
Das Buch ist einfach spannend, ohne dabei ein Krimi zu sein.
Es passiert scheinbar gar nichts, aber das ist so gut gechrieben, dass ich nicht aufhören konnte zu... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von cornelie gronemeyer veröffentlicht
Im Nachhinein gut
Insgesamt ein echt gutes Buch. Zwischendurch etwas langatmig und zu viele Passagen, was sein Sohn so geschrieben hat. Gegen Ende wird die Geschichte wieder spannender. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von J. Reutter veröffentlicht
Stille
Interessante Message des Buches, dass der Kopf, egal wo man ist, weiterhin arbeitet und einen auf Trab hält. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Anna Brandt veröffentlicht
Kauft dieses Buch
Kauft das Buch, denn dieser Mann braucht Geld!

Anders kann ich mir nicht erklären wie Tim Parks so eine Geschichte aus dem Alphabet schmettern kann. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Vince veröffentlicht
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liebe potentielle käufer,

es ist wahrlich selten, dass ich ein buch nicht zu ende lese, in diesem falle aber passiert. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. September 2009 von tirolerin ohne fernseher
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Eine faszinierende Schilderung einer Flucht vor sich selbst und aus Zorn auf den Sohn, der als Verbündeter dessen Mutter wahrgenommen wird. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. August 2009 von Dr. Schubert
Hoch gelobt und doch daneben...
Mit Empfehlung von Heidenreich und MRR; das mußte doch wohl die rechte Urlaubslektüre sein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Januar 2009 von Denariator
Stille - gehört nicht zu meinen Top 100 Büchern
Ein paar Tage nachdem er das Buch seines Sohnes gelesen hat (Im Schatten des Allmächtigen), in dem dieser schonungslos mit seinem Vater abrechnet, interviewt Harold Cleaver,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Januar 2009 von B. Kugler
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