Das Exposé zu diesem bemerkenswert unblutigen Krimi ist recht originell. Die Sprache ist annehmbar, der Spannungsbogen nicht schlecht. Aber: Was hätte man aus dem geschilderten spießig-kleinbürgerlichen Milieu nicht alles machen können. Die Hauptakteurin, vertretende Postzustellerin, stolpert in eine so nicht nachvollziehbare Liebschaft, die relativ cool geschildert wird. Eines der Exposé-Motive, eine Anzahl offenbar gemeuchelter Hühner, wird überhaupt nicht aufgeklärt. Und selbst am Ende bleiben mehr Fragen offen, als Antworten auf die eigentlichen (und so recht unwahrscheinlichen) Hintergründe zum geschilderten Fall geliefert werden.
Nee - ein wirklicher Krimi ist das nicht, eher eine ziemlich brave (wenngleich einigermaßen authentisch dargestellte) Milieustudie. Warum hat hier offensichtlich kein kompetentes Verlagslektorat lenkend-verbessernd eingegriffen und der Darstellung zum entsprechenden Kick verholfen? Das Potenzial hätte der Plot jedenfalls.