Wenn ich einen Oxford-Krimi lese, erwarte ich wenigstens ein bisschen Oxford, aber außer, dass die Straßen der Stadt dauernd verstopft sind, erfahre ich nichts von der Atmosphäre. Wenn ich einen Krimi lese, erwarte ich mindestens Spannung, aber auch das enthält mir die Autorin vor. Man lernt keine einzige Figur wirklich kennen, weder Täter noch Opfer noch Ermittlerin noch sonstwen, alle bleiben schlecht gezeichnete, leblose Behauptungen. Die Handlung schleicht qualvoll voran und ist von Anfang bis Ende keine Seite lang auch nur ansatzweise glaubwürdig: Eine Frau verschwindet, und niemand, nicht mal ihre eigene Tochter, macht sich Sorgen, stattdessen wird etwas motivationslos nach ihr gesucht, und das über Wochen. Die Hobbydetektivin sitzt in der Zeit meistens mit ihrer zwanghaft jung gebliebenen Mutter im Sessel und trinkt Margeritas.
Erst gegen Ende werden ein paar interessante Elemente eingeführt, doch nur ganz am Rande, völlig verschenkt. Sprachlich gibt der Roman ebenfalls nichts her. Die Behauptung, Veronica Stallwood läge gleichauf mit Ruth Rendell (steht so auf dem Cover), ist eine Beleidigung für die arme Frau Rendell. Sehr schade.