Petra Ivanov beschäftigt sich in ihren Krimis mit Staatsanwältin Regina Flint und Kommissar Bruno Cavalli immer auch mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Waren dies in den vorangegangen Geschichten "Fremde Hände", "Tote Träume" und "Kalte Schüsse" die Einwanderungspolitik der Schweiz oder das Vorpreschen der Russen-Mafia, so geht es in "Stille Lügen" um die Entwicklungshilfe und um die jüngste Geschichte Georgiens unter ihrem Präsidenten Micheil Saakaschwili. Diese Story mixt Ivanov mit den persönlichen Problemen ihrer Züricher Kripobeamten, die nicht zuletzt durch ihre ganz normalen Unzulänglichkeiten und all die kleinen Fehler, die auch in der besten täglichen Polizeiarbeit vorkommen, lebendig werden. Hinzu kommt die Beziehung zwischen Regina und Bruno, die sich in "Stille Lügen" durch den ungewollten Gefängnisaufenthalt in Georgien weiter vertieft. So bleibt sich Petra Ivanov auch in ihrem vierten Krimi treu und legt erneut einen gut inszenierten Thriller aus der Schweizer Universitätsstadt Zürich vor. Und Vorsicht - der nächste Urlaub an Georgiens Schwarzmeerküste sollte auf keinen Fall im Gefängnis enden!