Dieses Buch habe ich nicht mehr aus der Hand gelegt. Ich bin weder Ostpreuße noch habe ich die damalige Zeit miterlebt. Es ist interessant: Marianne Peyinghaus schreibt hier so alltägliche Dinge und vieles wiederholt sich immer wieder, dass man sich erst wundert, was dieses Buch ausmacht. Es sind vielleicht die vielen kleinen Dinge des täglichen Lebens, die z. T. heute verschwunden sind und die die Autorin mit so leichter Hand beschreibt. Die täglichen Fahrten mit dem Rad über schlechte Wege bei schlechtem Wetter. 20 km und mehr. Es ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Die vielen Stunden bei Kaffee und Kuchen bei der Nachbarin, das gemeinsame Kartenspiel, das Kuchenbacken, das Selbstanfertigen von Schulbüchern usw. usw. Dazu ganz beiläufig und unaufgeregt die Auseinandersetzung mit der politischen Lage, die zunächst im fernen Gertlauken nur unklar wahrgenommen wird. Ein ganz großes, kleines Büchlein! Es hat in mir den großen Wunsch wachgerufen, Ostpreußen und Gertlauken einmal zu besuchen. Danke, Marianne Peyinghaus!