Die Entwicklung, die in den letzten beiden Bänden offenkundig geworden ist, geht weiter - die Ogden-Reihe wird immer schwächer. Die Handlung implementiert zwanghaft möglichst alle aktuellen weltpolitischen Entwicklungen, selbst die Vogelgrippe ist das Werk der "Elite". Damit haben die Verschwörungstheorien der Autorin einen nicht mehr überbietbaren Gipfel erreicht. Im nächsten Buch müssten dann Außerirdische ran, um die Bedrohung zu steigern.
Ogdens Kommunikation beschränkt sich darauf, "eiskalt zu lächeln". Außerdem begeht er einen Affektmord und rächt sich an der "Elite" mittels Ritualhandlung. Das konnte Bond besser, viel besser.
In ihrem Bestreben, Ogden als "menschlichen Agenten" sympathisch zu machen, lässt die Autorin diesen oft genug willkürlich und widersprüchlich handeln. Schade, denn in den ersten Ogden-Büchern ging von seiner Kälte und Geradlinigkeit eine gewisse Faszination aus. Auch das ständige Auftauchen von Verena - man wartet inzwischen schon darauf - ist ebenso vorhersehbar wie an den Haaren herbeigezogen. Und dann noch der Rocksänger, der seinen Leibwächtern was vorspielt - "Jungs, was wollt ihr hören" - peinlich!
Ärgerlich ist es auch, wenn dauernd davon geredet wird, wie furchtbar und schrecklich alles ist. Ein guter Autor überlässt die Wertung dem Leser, indem er so treffend beschreibt, dass beim Leser Bilder entstehen. Doch diese Schwäche hatte die Autorin vom ersten Band der Reihe an. Den nächsten werde ich wohl nicht mehr lesen.
Wer jetzt trotz allem neugierig auf diese Reihe geworden ist, dem sei "Der Spion und der Analytiker" empfohlen - aber nicht das Machwerk „Stille Elite".