Mit "Stille" ist Tim Parks ein brillanter Roman gelungen, der in der Entwicklung seiner Hauptfigur wie auch der übrigen Charaktere bestechend gut ist. Das Buch ist atmosphärisch brillant, die Lebenszeit, die die Hauptfigur in der vermeintlich einsamen Berghütte zubringt, ist komplex und teilwese herrlich lakonisch beschrieben. Das Buch entfaltet einen Lese-/Hörsog, die wesentliche Spannung entsteht weniger aus der äußeren Handlung als vielmehr aus dem in der Tiefenebene hervorragend beschriebenen Seelenleben der Hauptfigur, die eine interessante und authentisch geschilderte Entwicklung im Verlauf der erzählten Zeit durchmacht. Die Nebencharaktere sind teilweise äußerst bizarre, aber glaubwürdig geschilderte Bergdorfbewohner, deren Rolle im Roman der Gesamthandlung einen sehr speziellen Charme verleiht. Auf teilweise recht subtile Weise bringt Parks gesellschaftskritische Töne zum Thema "Menschliches Miteinander" sowie zu den Themen Liebe und Generationenkonflikte unter. Axel Milberg brilliert auf kauzig-trockene Weise als Sprecher der Hörbuchs, das auf jeden Fall einen Kauf wert ist und insbesondere an regnerischen Herbstabenden den Hörern gemütliche und unterhaltsame Stunden bereiten dürfte.