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Denn hier hat man mit den Titeln 10 bis 20 die einmalige Gelegenheit, sich von den Live-Qualitäten der Band einen Eindruck zu verschaffen - und was für ein Eindruck! Ian Curtis zugleich zerbrechliche und agressive Stimme ist an Intensität wohl unerreicht. Mit brachialer Kraft bricht sie bei "Ceremony" hervor, nachdem wohl zunächst das Mikrofon nicht eingeschaltet war. Man hört die Stimme nur ganz leise im Hintergrund, bis das Mirkofon eingeschaltet wird und Ian Curtis zunächst zu laut schreit/singt.
Ein Song bei dem es mir jedesmal kalt den Rücken runter läuft: "New Dawn Fades". Mitten im Song nimmt Ian Curtis Stimme eine andere Tonfarbe an, die irgendwo genau auf Messersschneide zwischen Singen, Schreien und Weinen balanciert. Das ist wirklich großartig und schmerzhaft schön.
Absolut authentisch ist die Verzweiflung, die Joy Divisions Musik zum Ausdruck bringt. Musik, die viel zu erhaben ist, um sie vor dem Hintergrund von Trends zu diskutieren. Dennoch bleibt anzumerken, daß es zahlreiche Musiker gibt, die sich von Joy Division inspirieren lassen - selbst solche von denen man es kaum erwarten würde, wie beispielsweise Moby, der sich auf seinem Album "I Like to Score" an einer Cover-Version von "New Dawn Fades" versucht. Ein kläglicher Versuch, denn es ist eben die Authentizität, an der andere Sänger bei dem Versuch, Joy Division zu covern, oftmals scheitern.
Muß man sich das Leben nehmen, um so gute Musik zu machen? - Jedenfalls ist gefühlte Verzweiflung wohl eine Voraussetzung, um ihr derart intensiven Ausdruck verleihen zu können wie dies Joy Division oder - in jüngerer Zeit - Nirvana getan haben.
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