Ludwig Reiners "Stilfibel" ist bereits 1951 erschienen und 2007 vom DTV neu aufgelegt worden. Die Empfehlungen für ein besseres Schriftdeutsch unterteilen sich in 20 Verbote, 20 Regeln und 20 Ratschläge. Auf einen Grammatik-Crash-Kurs folgen die Verbote: Es geht u.a. um Wort-/Klangwiederholungen, verdrehte Sätze, falschen Tempus, falsche Präpositionen und Adjektive. Die Stilregeln empfehlen etwa spezfische statt allgemeine Ausdrucke, Verbal- statt Substantivstil, kurze präzise Sätze und direkte statt indirekte Rede. Die Ratschläge befassen sich mit Dingen wie Sachkenntnis und Anschaulichkeit und enden mit konkreten Empfehlungen für Textgattungen wie Brief und Schulaufsatz. Jedes Unterkapitel endet mit Übungen und einem fiktiven Lehrer-/Schülerdialog, der die Inhalte intelligent hinterfragt und ein tiefes Verständnis der Materie zeigt.
Die "Stilfibel" liest sich erstaunlich aktuell, wenn man mal die vielen Querverweise und Beispiele aus dem damaligen Beamtendeutsch ignoriert. Will man etwas kritisieren, dann dass die Empfehlungen Gattung und Zweck eines Textes zuwenig berücksichtigen. Dafür ist das Buch so tadellos geschrieben, wie man es von einem Schreibratgeber erwartet. Ich gebe es ungerne zu, aber ich habe noch einiges gelernt.