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Stil als Zeichenprozess: Wie Variation bei Verhalten, Artefakten und Texten Information erzeugt [Broschiert]

Martin Siefkes
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

16. August 2012
Stil gibt es in allen Lebensbereichen. Bei Kunstwerken und Gebrauchstexten, Architektur und Artefakten, beim Argumentieren und im Sport, ja sogar bei alltäglichem Verhalten wie Autofahren oder Gehen: Überall wird „Stil“ für eine Möglichkeit der Variation bei grundsätzlicher Vergleichbarkeit gebraucht. Stiltheorien blieben jedoch meist auf Einzeldisziplinen wie die Kunst- oder Literaturwissenschaft beschränkt. Die vorliegende Arbeit entwickelt erstmals eine analytisch genaue allgemeine Stiltheorie. Dazu werden mit Mitteln der Logik und Informatik die Zeichenprozesse modelliert, die beim Anwenden und beim Wahrnehmen eines Stils ablaufen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Verhalten, Artefakte und Texte auf Schemata basieren. Es wird gezeigt, wie durch die Auswahl aus Alternativenklassen, die durch Schema und Kontext festgelegt sind, stilistische Merkmale erzeugt, und wie aus diesen in einer Interpretation weitergehende Schlüsse gezogen werden. Das Modell kann dank sorgfältiger Erklärungen ohne besondere Vorkenntnisse nachvollzogen werden. Auf dieser Grundlage werden Probleme wie die Abweichung zwischen gesendetem und empfangenem Stil, die Markierung von Gruppenidentitäten durch Stil, die Rolle von Stil bei der Individualisierung der Gesellschaft oder Stil als Laboratorium des Neuen untersucht.

Produktinformation

  • Broschiert: 504 Seiten
  • Verlag: Königshausen & Neumann (16. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3826046951
  • ISBN-13: 978-3826046957
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 17 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.189.062 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Martin Siefkes studierte Germanistik, Linguistik und Semiotik. Seine Magisterarbeit zur Rolle der Mission beim Nama-Herero-Aufstand (1904– 1907) wurde mit dem „Studienpreis der Archivund Museumsstiftung Wuppertal“ ausgezeichnet. 2007 Aufnahme in die Promotionsförderung der Studienstiftung.

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Von E_Arielli
Stil wird hier erstmals von einer allgemeinen Perspektive tiefgreifend untersucht. Mit Hilfe seines zeichentheoretischen Ansatzes gelingt es dem Autor erstmals, Stil als allgemeines Phänomen (das es in allen Bereichen der Kultur und des Alltagsverhaltens gibt) schlüssig zu definieren. Die Arbeit ist stellenweise nicht leicht verständlich, aber sollte für alle Forscher aufschlussreich sein, die im Bereich Design, Ästhetik oder Stilforschung arbeiten und anspruchsvolle theoretische Konzeptionen nicht scheuen.
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5.0 von 5 Sternen Die erste wirklich allgemeine Stiltheorie 13. April 2013
Während Stil sonst eher für Anekdoten und Einzelstudien gut ist, hat dieser Autor einen systematischen und fachübergreifenden Zugang gewählt. Er betrachtet Stil als allgemeines Phänomen, dass es nicht nur in Kunst und Literatur gibt, sondern in allen Lebensbereichen – ob der Laufstil eines Sportlers oder der Problemlösungsstil eines Managers. Das Buch dürfte dabei der wohl erste erfolgversprechende Ansatz überhaupt sein, einen allgemeinen Stilbegriff zu formulieren, der Stile in den unterschiedlichsten Bereichen erfasst und ihre Gemeinsamkeiten herausarbeitet.

Was meinen wir, wenn wir von „Stil“ sprechen? Der Autor gibt darauf eine gut durchdachte und sorgsam ausgearbeitete Antwort. Er betrachtet Stil als (häufig unbewusste) Auswahl aus Alternativen, die unter bestimmten Bedingungen möglich sind (etwa bei einem Text denselben Inhalt ausdrücken, bei einem Gebäude die geforderte Funktion erfüllen, oder mich beim Autofahren ans jeweilige Ziel bringen). Bei diesem Auswahlprozess gibt es bestimmte Regelmäßigkeiten, die Stile wiedererkennbar machen (formale Sprache vs. saloppe Formulierungen, Ornamente vs. geometrisch klare Formen). Gleichzeitig lassen diese stilistischen Regelmäßigkeiten vielfältige Rückschlüsse auf den Stilautor zu, ob zu Intentionen, Charakter, Sozialisierung oder Werten, die ihm wichtig sind.

Diese (im Nachhinein) einfache, aber einleuchtende Idee wird sorgfältig begründet und genau ausgeführt. Der Mittelteil der Arbeit enthält ein präzise formalisiertes Modell der postulierten Prozesse, wobei auch logische Formeln u.a. formale Darstellungsmittel verwendet werden. Dem Buch ist seine Entstehung als Dissertation hier deutlich anzumerken, was der Lesbarkeit bisweilen ein wenig Abbruch tut. Alle Formalismen werden aber nachvollziehbar erklärt – wer sich trotzdem abgeschreckt fühlt, kann die entsprechenden Passagen überspringen und wird aus dem Rest des Werks dennoch viel ziehen.

Das letzte Dritte des Buch enthält unter anderem examplarische Anwendungen der entwickelten semiotischen Stiltheorie auf architektonische und literarische Werke und demonstriert damit ihren praktischen Nutzen. Wer sich für Stil als Phänomen in gleich welchem Bereich interessiert, wird das Werk mit Gewinn lesen. Zu hoffen bleibt, dass es kein Einzelstück bleibt, sondern den Autor oder andere Wissenschaftler zu vertiefenden Forschungen anregen wird – für die wissenschaftliche Arbeit mit Stil stellt es jedenfalls eine ausgezeichnete Fundierung dar.
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