Heiligabend im Gebirge in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Geschwister Konrad und Sanna verlaufen sich auf dem Rückweg von den Großeltern in ihr heimatliches Dorf im dichten Schneegestöber und gelangen in das ewige Eis des großen Berges, von wo es kein Entkommen zu geben scheint. Einsam verbringen sie die Nacht in den Felsen. Sie halten sich mit dem Kaffeeabsud der Großmutter wach, um nicht zu erfrieren, und erleben schließlich eine heilige Nacht der besonderen Art: sie hören das unheimliche Krachen des Eises und erblicken am mondlosen Himmel das Nordlicht.
Vorgetragen wird die Geschichte von Erich Ponto, einem der bedeutendsten deutschen Schauspieler des 20. Jahrhunderts, der auch der Lehrer von Gert Fröbe war. Viele werden ihn kennen, ohne es zu wissen, denn in der Verfilmung der 'Feuerzangenbowle' mit Heinz Rühmann spielte er den 'Schnauz' genannten Professor Crey.
Wenn Ponto erzählt, wird das Ohr nicht voll vom Hören. Mühelos schlüpft er beim Erzählen in die Rollen der Kinder. Sanna spricht er mit großer Sanftheit und ihren Bruder mit aufgeregter und besorgter Stimme, die aber stets Zuversicht ausstrahlt. Pontos Sprache ist von so unglaublicher Genauigkeit - beinahe möchte man sagen: Schärfe - und trotzdem durch ihre Klangfarbe so wunderbar weich, daß man sich wünscht, er hätte noch mehr von ihm gesprochene Erzählungen hinterlassen.