Aus der Amazon.de-Redaktion
Actionunterhaltung wie
Jurassic Park oder
Indiana Jones auf der einen, ernste Themen wie
Schindlers Liste und
Private Ryan auf der anderen Seite -- die Bandbreite der Filme, die Regisseur Steven Spielberg in seiner nunmehr fast dreißigjährigen Karriere in Szene gesetzt hat, ist erstaunlich. Doch das allein ist noch nicht die Besonderheit, vielmehr ist es sein Erfolg. Wie kaum ein anderer Regisseur reiht Spielberg Megahits aneinander. Sein erster großer Spielfilm,
Der Weiße Hai, setzte laut Autor Yule neue Maßstäbe für die Bezeichnung "Kinohit". Der Erfolg brachte das ersehnte Ansehen, und so kann man heute Spielberg mit Fug und Recht sowohl als den erfolgreichsten wie auch einflußreichsten Filmemacher Hollywoods bezeichnen. Und bei alledem ist Spielberg immer eine sympathische Person geblieben.
Zumindest ist das das Image, das Spielberg gerne von sich verbreitet sehen möchte. Yule kratzt mit seiner Biographie jedoch an dieser Fassade und betrachtet sehr kritisch den Werdegang des Steven Spielberg von seiner Kindheit an. Der Schwerpunkt liegt dabei bei den Entstehungsgeschichten der Filme. Während seine Karriere voranschritt, blieben aber einige seiner Bekannten auf der Strecke. Besonders sein alter Geschäftsfreund Denis Hoffman unterstützte ihn in den Anfangsjahren und wurde später -- so schreibt Yule -- von Spielberg übel aufs Kreuz gelegt. Da kommt das Bild des guten Menschen ins Wanken.
Was Yule schreibt, ist nicht immer ein schmeichelhaftes Porträt, klingt aber glaubwürdig. Und ein paar Flecken auf der Weste schmälern nicht Spielbergs Erfolg oder seine Bedeutung, sie machen ihn eigentlich nur menschlicher. Der Leser kann sein eigenes Urteil aus einer wirklich ausführlich geschriebenen Lebensgeschichte selbst ziehen und so ganz nebenbei erhält man auch noch einen fundierten Einblick ins komplexe amerikanische Filmbusiness. --Joachim Hohwieler
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Dieses Buch ist eine aufschlußreiche Lektüre, nicht nur, weil es den zeitweise brüchigen Lebensweg eines scheuen, keineswegs zum Erfolg geborenen jungen Mannes schildert, der aus seinen Ängsten und Obsessionen eine kreative Leidenschaft gemacht hat, sondern auch, weil es die Machtkämpfe und Winkelzüge der Filmindustrie offenlegt. Dieses harte Geschäft hat durchaus Züge einer mafiosen Vereinigung, und die unerbittlichen Kämpfe zwischen Kunst und Kommerz gehen fast immer zugunsten des Geldes aus.